Öffentlichkeitsarbeit

Jungbauern möchten mit Videos das Ansehen verbessern

Authentisch und sympathisch bringen Henrik Südmeyer und Anja Mettenbrink die Arbeit auf dem Hof im Video rüber. In Zeiten zunehmender Entfremdung ist es wichtiger denn je aufzuklären, sagen sie.

„Aufgedeckt - Der Landwirtschaft auf der Spur“ unter diesem Motto möchte Henrik Südmeyer aus Bad Oeynhausen, Schüler der Agrarfachschule in Herford gemeinsam mit Anja Mettenbrink aus Herford, Agrarstudentin an der Hochschule in Osnabrück über die grüne Berufsbranche aufklären.

„Wir wollen mit Filmen mehr Verständnis und Vertrauen für die heimische Landwirtschaft aufbauen“, so Südmeyer. Zudem möchten sie über die Herkunft der Lebensmittel informieren. Ihre ersten beiden Filme haben sie jetzt vorgestellt und sind auf den verschiedene Plattformen der sozialen Medien zu sehen:

„Mich überrascht immer wieder, wie viel Unwissenheit mir begegnet“, erzählt der Junglandwirt. Viele wüssten gar nicht, was die Bauern alles tun und warum. Henrik Südmeyer ist begeisterter Hobbyfilmer und gelernter Landwirt, kommt nicht von einem Hof, ist derzeit Schüler der Agrarfachschule und arbeitet nebenher auf einen Schweinetrieb in Halle/Westfalen. Schon mit 14 Jahren zog er mit dem Fotoapparat und als 16-Jähriger mit Kamera über die Felder.

„Mir macht das Beobachten, Filmen und Fotografieren einfach Spass“, sagt der 21-Jährige. Viele Filme hat er im Bereich Landtechnik gedreht und auf seinen eigenen Youtube-Kanal eingestellt. „Wenn ich einen Film mache, weiß ich schon vorher im Kopf, wie ich den Dreh aufbauen und gestalten will“, so der talentierte Filmer.

Bei dem Bildkommunikations-Wettbewerb der Agrarfachschule in Herford mit Landwirtschaftlichen Bezirksverband OWL hat er in diesem Frühsommer gleich für zwei seiner eingereichten Fotos Preise gewonnen. Hier entstand auch die Idee, mit Minifilmen das landwirtschaftliche Ansehen zu verbessern.

Auch Anja Mettenbrink möchte mit mehr Information mehr Interesse für die Landwirtschaft wecken und das Image verbessern. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit, schon seit Kindertagen“, betont die 24-Jährige. Sie ist auf einem Hof in Herford-Elverdissen aufgewachsen.

„Wie wir Tiere bei uns halten und wie wir mit der Natur umgehen, ist mir wichtig zu erzählen und zu zeigen“, sagt die Agrarstudentin. „Unsere Verantwortung, für Mensch, Tier und Umwelt möchte ich nach außen tragen.“ In diesen Zeiten zunehmender Entfremdung sei es wichtiger denn je, mehr über unser Tun aufzuklären.

Durch ein Praktikum bei der regionalen Öffentlichkeitsarbeit in Herford im September sind die Beiden Henrik Südmeyer und Anja Mettenbrink als Filmteam zusammen gekommen. Anja Mettenbrink unterstützt Henrik Südmeyer beim Filmdreh in Text, Regie und ist aktiv beim Küchendreh.

Film: Mix aus Hof- und Küchendreh

Gruppenbild

Ihre ersten beiden Videos hat das Filmteam, Anja Mettenbrink (links ) und Henrik Südmeyer (auf Trecker) jetzt vorgestellt. Im ersten Film erklärt Jungbauer Henning Baumann (rechts außen) den Weg vom Kartoffelroden auf dem Acker bis zum Kunden auf dem elterlichen Betrieb in Bielefeld. Im zweiten Film geht es um die Milchquelle Kuh. Jungbauer Peter Tillmann (Mitte vorne) zeigt wie die Kühe auf dem Hof in Warburg leben und mit einem Melkroboter gemolken werden. (Bildquelle: WLV)

Mit ihren Filmen, einem Mix aus Reportage von Acker, Hof oder Stall, Information und Rezepten möchte das Nachwuchs-Filmteam die Öffentlichkeit ansprechen. „Essen müssen alle, darum starten wir mit dem Zubereiten eines leckeren Gerichts, des Lebensmittelmittels, dessen Weg wir nachgehen“, schildert Henrik Südmeyer. „Denn Rezepte und Kochen interessieren viele, die Kochshows und Filme in den sozialen Medien verdeutlichen es.“

Die Filmeszenen zeigen wie Kartoffeln, hier Fächerkartoffeln und eine schnell gemachten Quarkspeise - auf den Tisch kommen - also „aufgedeckt“ werden. „Das Fächerkartoffeln-Rezept hat übrigens Henrik Südmeyer vorgeschlagen“, weiß Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke. Die Rezepte sind mit dem Film auf den Plattformen der neuen Medien hinterlegt.

„Wir finden es toll, wie sich die jungen Leute engagieren und wollen sie weiterhin unterstützen“, erklärt Rainer Meyer, der zudem stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL ist. „Ihre Filme und sie sind authentisch und sympathisch.“ Sie seien gut ausgebildete Junglandwirte und –landwirtinnen und könnten mit viel Fachverstand die Landwirtschaft erklären.“

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