Gedelitz

Wolf reißt Rotwildkalb direkt am Kuhstall

Im Kreis Lüchow-Dannenberg hat ein Wolf erstmals direkt an einem offenen Rinderstall gejagt und ein Hirschkalb erlegt. Der Landwirt hat nun Sorge, dass der Wolf bald auch in den Stall kommt.

Am Samstag hat ein Wolf in Gedelitz (Landkreis Lüchow-Dannenberg/Nds.) direkt auf der Hofweide zwischen den Kühen ein Hirschkalb gerissen. Landwirt Eike Martens hatte den Vorfall bemerkt und den Wolf vertrieben. Sofort zückte er sein Handy und filmte den flüchtenden Wolf. Das frisch erlegte Kalb liegt direkt am Stall und wird neugierig von den Kühen beschnuppert. Das Video hat die Elbe-Jeetzel-Zeitung veröffentlicht.

Im Video spricht Martens von einer „beängstigenden“ Situation. „Wenn der Wolf am Stall jagt, wird er das vielleicht auch bald darin tun. Das Gebäude ist ja ständig offen“, sagt er im EJZ-Gespräch. Er habe schon häufiger Wölfe in der Nähe des Stalls beobachtet. In Lüchow-Dannenberg gibt es mindestens drei Wolfsrudel.

Möglichen Herdenschutzmaßnahmen steht Landwirt Martens skeptisch gegenüber, berichtet die Zeitung weiter. Die Rinder hätten 35 ha Weide, wo Trockensteher und tragende Rinder grasen. Das müsste man ja alles komplett wolfssicher einzäunen. Der Landwirt fragt, wer das bezahlen und kontrollieren soll. Ab Januar 2022 ist die niedersächsische Landwirtschaftskammer für die Herdenschutzberatung von Nutztierhaltern zuständig. Bislang übernehmen unter anderem ehrenamtliche Wolfsberater wie Kelm und Kenner diese Aufgabe.

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