Düngeverordnung

Heidl schießt gegen "Bauernmilliarde"

Geld vom Bund behebe nicht die fachlichen Defizite der neuen Düngeverordnung, sagt Bayerns Bauernpräsident. Auch die Nitratmessstellen spricht er an.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, ist enttäuscht über das Ergebnis der jüngsten Koalitionsrunde zur neuen Düngeverordnung. Es löse nicht aktuelle Problemfelder, so Heidl. Zuvor hatte auch "Land schafft Verbindung Bayern" den Vorschlag als "Schweigegeld" abgelehnt.

Der Bauernpräsident erkennt zwar an, dass die Koalition für Investitionen in Richtung Tierwohl, teure Technik und andere Umstellungsmaßnahmen zusätzliche Fördermittel bereit stellen will. Aber das aktuelle Problem, dass die Landwirte mit den Verschärfungsvorschlägen im Referentenentwurf zur Düngeverordnung hätten, werde überhaupt nicht damit angegangen. "Und das ist auch nicht mit Geld zu lösen", so Heidl weiter.

Kein Erosionsschutz über Winter mehr möglich

"Wir reden hier über fachliche Defizite, wenn wir über eine fragwürdige Datengrundlage reden, Stichwort Messstellen, wenn wir darüber reden, dass die Landwirte zukünftig im Sommer die Zwischenfrucht nicht mehr andüngen dürften, damit die Zwischenfrucht sich nicht gut entwickelt, kein Erosionsschutz über den Winter möglich ist, im Frühjahr Altunkraut aus der Herbstvegetation zur Problemen bei der Bestellung führt. All das ist fachlich so nicht in Ordnung", so Heidl weiter.

"Hirnrissig – ich bleibe dabei"

Es brauche unbedingt eine Reaktion auf die fachliche Kritik, die die Landwirte seit vielen Wochen eingebracht hätten. "Ich habe die Vorschläge zur Verschärfung schon einmal als hirnrissig bezeichnet, ich bleibe bei dieser Formulierung. Wir brauchen Lösungen in der Sache, und die können wir an dieser Stelle mit Geld nicht heilen", sagt Heidl.

Die Redaktion empfiehlt

Unter dem Druck der Bauernproteste hat sich die Bundesregierung nun zu einer Hilfe für Landwirte von einer Milliarde ausgesprochen. Sie soll sie beim "anstehenden Transformationsprozess“...

Das Team Bayern von "Land schafft Verbindung" bezeichnet den Beschluss der Bundesregierung, 1 Mrd. € an die Bauern zu zahlen, als "Schweigegeld" und beharrt auf seinen Forderungen.

Die Entscheidung der Bundesregierung für die Bauernmilliarde erntet außerhalb der eigenen Reihen viel Kritik. Land schafft Verbindung (LsV) will heute noch demonstrieren.

Bayerns Landwirtschaftsministerin zweifelt an, dass die Verordnung wie geplant in Kraft treten kann. Sie fordert daher Übergangsregelungen und Rechtssicherheit für die Landwirte.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Hans Merk

Nein wir bauen eben nicht alle!!!

die uns immer wieder verkaufen, die uns um Kopf und Kragen reden, seit Jahren, Gestern, Heute, Morgen braucht niemand. Die schaden nur Herr Grimm

von Wilhelm Grimm

Nicht rückwärts, Herr Finzel, wenn es auch verständlich ist.

Wir brauchen den Rütli-Schwur und dürfen uns nicht in vergangenen Fehlern suhlen. Nach vorne, sonst werden wir nichts, wir brauchen Alle.

von Christian Neumann

Die Bauernmilliarde

In einem der diversen Videos vom 26.11. aus Berlin hatte einer ne Sirene in der Fronthydraulick seines MF und den Generator dazu an der Zapfwelle. Diese Garnitur gehört unter strenger Bewachung vor den Reichstag oder das Kanzleramt und muss laufen bis die nötige Akzeptanz der Gesellschaft für den Berufsstand wieder hergestellt ist. Andere haben ihre Mahnmale in Stein gehauen oder in Bronze gegossen. Da es die Milliarde nur gegen Antrag gibt verkneift euch einfach die Antragstellung.

von Gerhard Steffek

@Harald Finzel

-Nachbesserungen an den Meßstellen- die Wasserwirtschaftsämter haben im Moment damit alle Hände voll zu tun, Nachbesserungen zu erbringen. Nur gilt allerdings auch hier dann leider wieder der Grundsatz "Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast". Das Problem hierbei besteht ja auch darin, daß keiner so richtig weiß wie es entsprechend gehandhabt werden soll. Hier fehlen konkrete Vorgaben und deshalb ist jeder Interpretation dann wieder Tür und Tor geöffnet. Mißt man z.B. nur Oberflächennah, oder den ganzen Grundwasserkörper, Aquifer, runter bis zur ersten Stauschicht? Das kann sich in der Nitratbelastung sehr schnell entsprechend niederschlagen. Es gibt hier genügend Parameter die man berücksichtigen kann, bzw. muß. Kommt nur darauf an, welches Ergebnis ich haben will. Ist wie mit dem Fragenkatalog bei einer Umfrage...

von Gerhard Steffek

Diese Aussage -

hätte ich mir gerne von Ruckwied gewünscht, aber was kam stattdessen von ihm? Weichgewaschenes Wischiwaschi über "Wertschätzung", die keine ist. Darauf kann ich verzichten. Mist bleibt Mist, auch wenn er vergoldet wird. Hat unsere Regierung Goethes Satz: "Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muß man sie gut bezahlen." im Kopf gehabt? In der Hoffnung ein paar Brotkrumen würden reichen? Nur wenn der Topf voll ist, kurz vor dem Überlaufen, dann sollte man aufpassen was man hineinschüttet. Ich möchte sagen, hier hat die Regierung gewaltig geglänzt mit Ignoranz und Inkompetenz. Vielleicht auch Realitätsverlust? Das dachte ich mir bei dem heutigen Interview im Morgenmagazin mit Peter Altmaier. Sein Gesülze über stärkere und wehrhafte Demokratie in den letzten Jahren kann er sich meinetwegen auf seinen Sitz im Bundestag schmieren, aber mir nicht aufs Brot. Sind doch sie selber schon mal das beste Beispiel für Demokratieversagen. Was ist denn mit ihrem Gebahren gegenüber der AfD? Ich stimme mit ihr auch nicht in allem überein, man muß sie ja nicht mögen, aber das Verhalten der eingesessenen Parteien gegenüber der AfD ist alles andere als Demokratisch. Voltaire sagte einst: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ "Gib dem Kaiser, was dem Kaiser ist". Wo er recht hat, hat er Recht! Aber bei den "Etablierten" geht es eher nach dem Motto: "Wenn ich keine Argumente habe, dann diffamieren wir halt". Dieses Verhalten ist ja besonders beliebt bei den Linken und Grünen, oft genug praktiziert. Wer sich aber so verhält ist bei mir unten durch. Da bleiben dann nicht viel "Alternativen". Da geht der Schuß dann schnell nach hinten los. Denn man sollte immer bedenken: Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt immer mit Dreien auf sich. Es wird höchste Zeit, daß unsere abgehobenen Traumtänzer in ihrer Glaskuppel wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Und sei es nur wegen ihres Mistes bei der DÜV. Manchmal sind es gerade die kleinen Sachen über die man stolpert.

von Harald Finzel

Heidl ist angezählt

Wenn so eine Äußerung vor einem Jahr gekommen wäre, hätte Heidl meinen Respekt gehabt. Aber jetzt liegt das Kind im Brunnen. --- Wo ist denn die kritische Nachfrage des BBV, wann denn die Nachbesserungen an Messstellen und Roten Gebieten kommen, die Söder, Kaniber, Aiwanger und Glauber bei jeder LsV-Demo so vollmundig versprechen? Was ist denn jetzt mit den Gülleverteilern, mit denen sich Söder nach eigener Aussage mittlerweile jede Woche befasst? Muss ich wirklich in diesem Frühjahr die Gülle auf unbestelltem Ackerland verklappen, statt sie bedarfsgerecht bei geeigneter Wetterlage auf Wintergetreide auszubringen, nur weil ein Schleppschlauchverteiler weder zu meinem finanziellen Spielraum noch in meine Betriebsabläufe passt? Uns rennt die Zeit davon, Herr Heidl!

von Willy Toft

Da arbeit sogar die Landesregierung mit dem BV Hand in Hand!

Ob sie noch die ganze Republik überzeugen, kann man Ihnen nur wünschen! Die ganze M- Stellen Problematik muss auf den Tisch, die abgegebenen Werte ist an Selbstkasteiung der Bäuerlichen Bevölkerung nicht zu überbieten, was sich unsere Regierungsapparat da geleistet hat! Wir werden uns auf jeden Fall das nicht gefallen lassen, weder für Schweigegeld noch für gute Worte, das Bauernlegen, durch diese angedachte DüV, ist vorprogrammiert!

von Burkhard Diekmann

Genau so ist es

von Hans Merk

na , a bisserl mehr Verstand als Rukwied hat er!

gehört aber auch nicht viel dazu. Wennst Hirn verstecken willst - verstecks bei Rukwied. Da suchts keiner!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen