Mehr Flexibilität im Stall

Flexible Liegeboxen und Fressgitter versprechen mehr Komfort für Kühe. Wir geben einen Überblick und zeigen, worauf Rinderhalter beim Einbau achten sollten.

Ein Neu- oder Umbau soll oft nicht nur arbeitswirtschaftliche Vorteile bringen, sondern auch mehr Kuhkomfort. Die Stalleinrichtung spielt dabei eine wichtige Rolle: Bequeme Liegeboxen sorgen für eine gesunde und leistungsfähige Milchviehherde. Zudem sorgt ein tiergerechter Fressplatz für eine hohe Futteraufnahme. Statt der üblichen starren Abtrennungen, sollen flexible Liegeboxen und Fressplätze genau diese Anforderungen erfüllen.

Flexible Boxen haben eine verformbare und bewegliche Abgrenzung, die an einer festen Konstruktion verbaut ist. Es gibt sie in verschiedenen Materialien, Formen und Farben. Durch ihre Beweglichkeit sollen sie laut der Hersteller mehr Komfort beim Liegen bzw. Fressen bieten und Druckstellen oder Abschürfungen vermeiden. Das soll Stress reduzieren und die Milchproduktion verbessern.

Mehrere Lehr- und Versuchsanstalten haben die beweglichen Boxen im praktischen Einsatz. Die Erfahrungen dort zeigen, dass die Kühe die Boxen zum Teil schneller und häufiger annehmen. Schwellungen und Schürfwunden sollen seltener sein und die Tiere eher im Stehen abkoten. Eindeutig wissenschaftlich bewiesen ist dies nicht.

Boxen richtig einstellen

Dr. Jan Harms von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Bayern erklärt aber: „Grundsätzlich können die flexiblen Elemente dabei helfen, Verletzungen zu vermeiden. Denn der direkte, harte Kontakt beim Abliegen oder Aufstehen mit der Stalleinrichtung ist mit einem beweglichen Element schonender.“

Aber auch in einer flexiblen Box sollen sich die Kühe möglichst arttypisch ablegen und aufstehen können. Dazu benötigen sie Platz für den Kopfschwung und ein ausreichend hohes Nackenrohr. Hinzu kommen die Abgrenzungen zu den Seiten der Liegefläche. Ist das nicht möglich, sind Schmerzen, Stress und ein unnatürliches Liegeverhalten die Folge.

Harms warnt davor, die flexiblen Abtrennungen als Allheilmittel für Probleme und falsche Boxenabmessungen zu nutzen: „Die richtigen Maße sind bei beweglichen Boxen genauso wichtig wie bei starren Systemen: Weil die Begrenzungen flexibel sind, erschwert das auch die optimale Steuerung und Ausrichtung der Kuh in der Box.“ Sind die Boxen zu klein bemessen, liegen die Kühe auch in einer flexiblen Box schräg und verschmutzen die Liegefläche.

Flexibel und verstellbar ideal

Bei Boxen, die kleiner sind als die empfohlenen 1,25 m Breite und 3 m Länge (inkl. Kopfraum) können Kühe die Bügel stark verbiegen und so zwei Boxen parallel belegen. Das sollten Landwirte besonders beim Umbau berücksichtigen, da das die Belegdichte einschränken kann. Harms empfiehlt grundsätzlich Liegeboxenabgrenzungen, die sich nachträglich verstellen lassen. Wenn sich die Position von Nacken- oder Bugrohr verändern lässt, können Landwirte die Abmessungen der Liegebox an die betrieblichen Bedingungen anpassen.

Besonders berücksichtigt werden sollte beim Einbau...