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Milchmarkt im Höhenflug: Jetzt Preise absichern?

Die Preise gehen durch die Decke, die Kosten aber auch: Wie können Milchviehhalter mit den ungeahnten Höhen umgehen? Sind die aktuellen Preise kostendeckend? Und lohnt sich eine Absicherung?

Unsere Autoren: Johann Kalverkamp, Lingen / Guido Hofmann, Lfl Bayern

Egal wo man hinschaut, derzeit kennen Preise nur eine Richtung: aufwärts. In der Milchviehhaltung ist das nicht anders. An den Börsen wurden unlängst die 70 ct/kg Milch (4 % Fett, 3,4 % Eiweiß) erreicht. Grund dafür sind Preise für Butter über 7.400 € und für Magermilchpulver von bald 4.200 €/t. Die Auszahlungspreise der Molkereien halten mit diesen hohen Summen nicht ganz mit, aber können sich auch sehen lassen. Einige Molkereien bieten für die nächsten Monate Preisgarantien oberhalb von 50 ct/kg Milch an.

Auf der anderen Seite sind jedoch auch die Produktionskosten gewaltig gestiegen. Daher steht die Frage im Raum: Lohnt eine Preisabsicherung von 50 ct/kg oder sind in diesen Zeiten noch höhere Preise notwendig, um rentabel wirtschaften zu können? Um diese Frage beantworten zu können, lassen wir von den fiktiven Landwirten Huber aus Süddeutschland und Schröer aus Norddeutschland die Deckungsbeiträge ihrer Betriebe mit aktuellen Kosten und Preisen durchrechnen.

Beispiel: Norddeutschland

Landwirt Schröer führt einen Betrieb mit 150 Holstein-Friesian Kühen im Emsland. Seine Kühe bringen gute Leistungen mit 10.000 kg pro Kuh und Jahr. Seine Molkerei bietet ihm für das kommende Jahr eine Preisgarantie über 50 ct/kg inkl. MwSt. Milch an. Zwar scheint ihm der Preis sehr gut, doch ist er sich nicht sicher, ob seine gestiegenen Kosten damit abgedeckt sind. Daher setzt er sich hin und geht seine Erlöse und Kosten durch, um seine Deckungsbeiträge bei dem gebotenen Milchpreis zu ermitteln.

Bei 10.000 kg pro Kuh, würde er 5.000 € inkl. MwSt. pro Kuh einnehmen. Da die Schlachtpreise derzeit ebenfalls sehr hoch sind, käme er bei einer Remontierungsrate von 31 % auf einen sehr guten Altkuhwert von 490 €. Hinzu kommt noch der Erlös des Kalbs mit 120 €, was zu einer Marktleistung von rund 5.600 € pro Kuh und Jahr führt.

Auf der Kostenseite erwartet er enorm hohe Kraftfutterpreise für das kommende Jahr von 1.500 € pro Kuh. Das liegt vor allem an den hohen Getreide- und Eiweißfutterpreisen. Auch Färsen sind nicht günstig zu bekommen und bei der bekannten Remontierungsrate von 31 % kostet ihn die Bestandsergänzung 600 € pro Kuh.

Unter „Sonstiges“ fallen für Schröer Besamungskosten und der Tierarzt, Energie, Versicherungen, etc. Insgesamt belaufen sich seine variablen Kosten auf 2.800 € pro Kuh. Somit liegt sein Deckungsbeitrag I bei 2.810 €/Kuh bzw. 28,1 ct/kg Milch. Hinzu kommen dann noch die Kosten der...

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