top agrar plus Ukraine-Krieg

Milchwirtschaft: "Ein überdeutliches Warnsignal"

Rekordmilchpreise, gestiegene Erzeugungskosten, unsichere Gasversorgung: Alexander Anton vom Europäischen Milchindustrieverband erklärt die Hintergründe.

Der Generalsekretär des Europäischen Milchindustrieverbandes (EDA), Alexander Anton, spricht über die Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine, die Versorgungssicherheit von Unternehmen und Verbrauchern sowie eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Milch.

Herr Anton, welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auf die europäische Milchwirtschaft?

Anton: Nicht zuletzt aufgrund der aktiven Präsenz einiger europäischer Molkereien in der Ukraine ist die ukrainische Laktosphäre ja quasi Teil der europäischen Milchindustrie. Mit dem ukrainischen Milchindustrieverband, der Ukrainian Dairy Union, sind wir seit 2014 in Kontakt, auch wegen des Freihandelsabkommens zwischen der EU und der Ukraine (DCFTA), das seit 2016 in Kraft ist. Solange der Krieg andauert, sind dessen Auswirkungen auf die ukrainische Milchindustrie nicht abzusehen. Ein abschließendes Bild geben die Berichte, die wir aus der Ukraine bekommen, einfach nicht her. Die EU-Milchindustrie hat bislang etwa 50.000 t Käse pro Jahr in die Ukraine geliefert, also 3,5 % von unserem gesamten Drittlandsexport. Der derzeitige Ausfall fällt - wenn man das so sagen darf - bei der aktuellen Marktsituation nicht wirklich ins Gewicht. Die Verwerfungen auf den Futtermittel-, Düngemittel- und Ingredientmärkten sind ja bekannt und werden in Brüssel sehr ernst genommen. Da erwarten wir, dass sich die Mitgliedstaaten, also auch Deutschland, leiten lassen von dem Aufruf der EU-Kommission, flexible Lösungen zuzulassen, etwa bei der Lebensmittelkennzeichnung.

Wie bewerten Sie als EDA-Generalsekretär ganz konkret die Auswirkungen der Energiekrise auf Ihre Molkereien?

Anton: Der aktuelle Energiepreisschub und...

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