Reportage

Nachhaltig mit hohen Leistungen

Landwirt Lutz Decker sieht weitere Leistungssteigerungen und will klimaneutral Milch produzieren.

Regenerativ, effizient und sozial nachhaltig. Das sind die Ziele von Familie Decker für ihren Betrieb in Bierbergen (Niedersachsen). Dafür drehen sie an vielen Stellschrauben: vom Ackerbau über die Milchproduktion bis zum Mitarbeitermanagement.

Betriebsleiter Lutz Decker bewirtschaftet mit seiner Frau Anke einen Milchviehbetrieb, eine 3000 kW-Biogasanlage und mit seinem Schwager ein Agrarservice-Unternehmen für Lohnarbeiten. Zum landwirtschaftlichen Betrieb gehören 160 ha Acker- und 80 ha Grünland. Aktuell melken Deckers 270 Kühe und wollen die Herde bald auf 480 erweitern. Die weibliche Nachzucht steht auf einem anderen Betrieb.

Melkstand und Melkroboter

Eine „intensive Stallhaltung“ gehört für Deckers zum Gesamtkonzept. „Denn mit einer optimalen Kuhumwelt, einer angepassten Rationsgestaltung, genauster Futterarbeit und professionellem Herdenmanagement sind höchste Tierleistungen ohne Einschränkungen der Tiergesundheit möglich“, machte Lutz Decker in seinem Vortrag beim Dairy Event deutlich.

Die Herde erreicht mit dreimal täglichem Melken eine Leistung von rund 13500 kg Milch (3,90% Fett, 3,42% Eiweiß, 130000 Zellen/ml). Die Abgangsleistung liegt bei 40000 kg – Ziel sind 50000 kg Milch. „Aktuell haben wir einen starken Färsenjahrgang und selektieren ältere Kühe frühzeitiger aus. Die Remontierung liegt deshalb bei rund 30%. Wir wollen die Kühe vier Laktationen melken“, erklärt Decker.

Zwei Melksysteme kombinieren

Zukünftig will er seine Herde in zwei Ställen managen: Die altmelkenden Kühe bleiben im bisherigen Stall und werden nur noch zweimal täglich im Melkstand (Doppel 16er-Fischgräte) gemolken. Die Frischmelker sollen in einen neuen Stall mit vier Melkrobotern, die mehr als zweimal täglich melken können. Dieses System ist für Decker vor allem aus Sicht des Mitarbeitermanagements sinnvoll: „Schaffe keine Jobs, die keiner machen will! Sechs Stunden Melkzeiten sind nicht attraktiv.“

Aktuell sind im landwirtschaftlichen Betrieb fünf Mitarbeiter, drei Azubis und...