EU Kommission genehmigt Gentechnik-Soja

Sojabohnen Sojabohnen
Bild: Archiv

Die EU-Kommission hat sechs Genehmigungen für den Import von Gentechnik-Pflanzen erteilt. Darunter sind auch Sojapflanzen mit einer Dreifach-Resistenz gegenüber Herbiziden. Der Gentechnik-kritische Verein Testbiotech weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Risiken eines Verzehrs dieser Soja nicht untersucht wurden.

„Der Zeitpunkt der Zulassung in den Weihnachtsferien und die damit verbundene Heimlichtuerei zeigt, wie sehr die EU-Kommission die Kritik der Öffentlichkeit fürchtet. Tatsächlich droht sie mit ihrem Verhalten das Vertrauen in die Institutionen der EU erheblich zu beschädigen“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Wir werden diese Zulassungen aber jetzt erst recht zum Thema machen. Die EU-Kommission muss dem Schutz von Umwelt und Gesundheit mehr Gewicht geben.“
 
Testbiotech behauptet seit längerem, dass die Konzerne Dow und Bayer Daten für die Risikoprüfung gentechnisch veränderter Soja manipuliert hätten. Als Nachweis führt der Verein Daten an, die die Firmen selbst im Rahmen der EU-Zulassungsprüfung vorgelegt hätten. Demnach soll Dow bei Fütterungsversuchen mit Ratten eine spezielle Probe der Gentechnik-Soja eingesetzt haben, die mit wesentlich weniger Spitzmittel behandelt wurde, als es in der Praxis der Fall ist. Die Firma Bayer soll beim Versuchsanbau ihrer Soja ebenfalls nur einen Bruchteil der tatsächlich üblichen Spritzmittelmengen verwendet haben, so Testbiotech.

Lesen Sie mehr

3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Tilman Kluge · 1.
    Und im Sondierungspapier......

    .... von SPD, CDU und CSU ist auf Seite 23 des Sondierungsergebnisses zu lesen: ¬ "Ein Gentechnikanbau-Verbot werden wir bundesweit einheitlich regeln (Opt-OutRichtlinie der EU)". ¬ https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Ergebnis_Sondierung_CDU_CSU_SPD_120118.pdf ¬ Nebenbei bemerkt, man baut nicht Gentechnik an, sondern praktiziert sie. Angebaut werden die GenTech-Ergebnisse. Aber derlei Sachlichkeit ist für die Sondierer offensichtlich uninteressant, Hauptsache das Totschlag-Argument stimmt. ¬ Mit der sogenannten Opt out-Richtlinie der Europäischen Union (EU) vom 11. März 2015 (Richtlinie (EU) 2015/412 zur Änderung der Richtlinie 2001/18/EG) wird den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eröffnet, den Anbau von in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen in ihrem Hoheitsgebiet oder Teilen davon zu verbieten oder zu beschränken („Opting out“). Bisher hieß es seitens der Regierung: "Eine Umsetzung der 'Opt out-Richtlinie' in deutsches Recht soll im Rahmen der geplanten Änderung des Gentechnikgesetzes erfolgen." ¬ Daß es sich dabei nun um die Regelung eines Verbotes statt um eine differenzierte Regelung des Anbaues, handeln soll, ist auf dem Mist der Sondierer gewachsen, da gibt es kein Herausreden.

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Unverständlich!

    Vor dem Hintergrund der ganzen Glyphosatdiskussion ist die Zulassung dieser gentechnisch veränderten Sojabohne unverständlich. Aber naja, vor dem Hintergrund, daß nach einer Studie Stadtleben schizophren macht, wird es wieder verständlicher, bzw. braucht sich der "Landbewohner" mit einem einigermaßen gesundem Menschenverstand nicht mehr hierüber wundern.

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Wilhelm Grimm · 3.
    Die Genehmigung für Gentechnik-Soja geht in Ordnung.

    Gleichzeitig verdammen unsere geschwätzigen Politiker und die charakterlosen Discounter den Einsatz von gentechnisch verändertem Soja. Moderne Logik für Unlogische.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren