Glyphosat: Frankreich will gegen weitere Zulassung stimmen

Der französische Umweltminister Nicolas Hulot ist gegen eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat.
Bild: Französisches Umweltministerium

Anfang Oktober sollen die EU-Mitgliedstaaten in Brüssel über die weitere Zulassung von Glyphosat abstimmen. Die EU-Kommission schlägt eine Verlängerung von zehn Jahren vor. Frankreich kündigt indes an, dagegen zu votieren.

Frankreich plant, gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zu stimmen. Das schreiben französische Medien unter Berufung auf den französischen Umweltminister Nicolas Hulot. Dieser begründe die Ablehnung von Glyphosat mit „Unsicherheiten, die weiterhin über dessen Gefährlichkeit bestünden“.

Bereits bei der letzten Abstimmung über die Zulassung von Glyphosat im Sommer 2016 hatte Frankreich mit Nein gestimmt. Deutschland hatte sich gemeinsam mit sechs weiteren Ländern enthalten. Daraufhin hat die EU-Kommission die Zulassung im Alleingang vorerst für 18 Monate bis Ende 2017 verlängert.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) plädiert dafür, die Genehmigung für Glyphosat gemäß dem EU-Kommissionsvorschlag für weitere 10 Jahre zuzulassen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) stemmt sich allerdings dagegen. Aus ihrer Sicht ignoriert die EU-Kommission in ihrem Zulassungsvorschlag für Glyphosat Schäden für die Tier- und Pflanzenwelt. Deshalb ist die Bundesregierung weiter uneins und müsste sich erneut der Stimme enthalten.

Die Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten über den Kommissionsvorschlag zur Zulassung von Glyphosat findet Anfang Oktober allerdings unmittelbar nach der Bundestagswahl vom 24. September statt. Zumal die Regierungsbildung bis dahin sicher noch nicht vollzogen sein wird, wäre dafür dann noch die alte Bundesregierung geschäftsführend zuständig.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Rudolf Rößle · 1.
    Atrazin

    welche Mittel sind in Frankreich noch zugelassen, die bei uns schon lange verboten sind? Diese Mittel sollen sie dann auch gleich auf die Liste setzen.

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Schäden für Tier- und Pflanzenwelt!

    Eine fadenscheinigere Begründung gibt es wohl nicht? Oder? Der "Heini" soll mir mal eine Methode der Landbewirtschaftung nennen, die keine Schäden verursacht. Da ist Bio oftmals tatsächlich schlimmer in seinen Eingriffen der Natur. Hier wird nicht nach Fakten und gesunden Menschenverstand geurteilt sondern nur hysterisch aufgrund postfaktischer Behauptungen und nach dem Sinn einiger aber lautstarker Besserwisser gehandelt. Wenn sie Glyphosat verbieten wollen, dann müssten sie aber auch alle anderen Aminomethylphosphonsäureverbindung verbieten die auch so in der übrigen Wirtschaft und Chemieindustrie verwendet werden. Z.B. in Wasch- und Spülmitteln, wo diese Verbindungen die stärker wasserlöslichen Phosphatverbindungen ablösten. Somat macht damit z.B. Werbung, dass sie kein Phosphat mehr verwenden. Dafür sind jetzt Phosphonate drin. Dieser Umstand wurde den Grünen sogar schon in der Antwort vom 27.09.2011 auf ihre kleine Anfrage zu Glyphosat mitgeteilt. Ebenso hat das untersuchende Labor für den vom BUND angestrengten Test auf Glyphosat im Urin in seinem Resümee darauf hingewiesen, dass Rückstände von Glyphosat nicht unbedingt auf "das Glyphosat" zurückzuführen sind, sondern aus den Tensiden in Waschmitteln kommen könne. Das Testergebnis ist dummerweise nur in Englisch abgefasst, darum liest es keiner und schon gar nicht bis zum Ende, also bis zur Zusammenfassung. Hier der entsprechende Absatz: "In general, Glyphosate and AMPA urinary level do not correlate very well. This is due to the finding that the ratio AMPA/Glyphosate (AGR) in human urine is very variable probably reflecting the variable AGRs in diet. A high AGR suggests an additional exposure against Aminopolyphosphonate based tensides like ATMT or EDTMP, which easily degrade to AMPA. The results give a first idea to which extent adults in 18 European countries are exposed to Glyphosate. The regional and individual variations are large." Medizinisches Labor Bremen, veröffentlicht am 28. Juni 2013!

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  3. von Konrad Darscheid · 3.
    Darauf muss man erst mal kommen:

    Frau Hendricks befürchtet also, dass ein Totalherbizid Schäden in der Pflanzenwelt verursachen könnte? Na, das nenn ich mal 'ne faustdicke Überraschung! Dass Herbizide auf Pflanzen wirken, ist natürlich eine bahnbrechende Erkenntnis. Welche Erkenntnisse bringt die nächste schlaue Studie? Vielleicht "Abrißbirnen können Schäden an Häusern verursachen!"

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  4. von Willy Toft · 4.
    Die einzige Unsicherheit besteht darin das Bauchgefühl zu beruhigen!

    Die Politik entscheidet hier nicht mehr sachlich, das ist der eigentliche Skandal! Die negative Stimmungsmache der NGO`s hat anscheinend viele Menschen für sich vereinnahmt. Alle anderen Wildkrautbekämpfungsmethoden kosten mehr Energie, Zeit, weitere Unsicherheit und sind unter dem Strich dann nicht Krebsfördernd?

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