Grüne fordern Untersuchungsausschuss zu Monsantos Rolle bei Glyphosatzulassung

Martin Häusling Martin Häusling
Bild: ARD

Der Agrarsprecher der Grünen im EU-Parlament, Martin Häusling, fühlt bei der langjährigen Kritik seiner Partei an Monsanto durch die Anhörung am Mittwoch im Parlament bestätigt. Er ist überzeugt, dass bei der Unbedenklichkeitsprüfung für Glyphosat nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
 
„Die Podiumsteilnehmer aus Forschung, investigativem Journalismus und Politikbeobachtung haben bestätigt, dass die momentanen Verfahren zur Risikobewertung von Glyphosat nicht als Entscheidungsgrundlage für eine Zulassung ernst genommen werden können. Zudem hat die Vertreterin von ‚US Right to know‘ schwarz auf weiß dargestellt, wie Monsanto direkten Einfluss auf die positive Klassifizierung des Wirkstoffs Glyphosat genommen hat“, so Häusling.
 
Er fordert daher, „dieses skrupellose, rein an profitinteressen getriebene Verhalten“ zu untersuchen, genauso wie das Verhalten des BfR. Das Bundesinstitut habe laut Häusling in seinem Bewertungsbericht zu Glyphosat nachweislich ganze Textpassagen aus dem Zulassungsantrag des Herstellers Monsanto übernommen. „Wir Grüne im Europäischen Parlament unterstützen deshalb die Einführung eines Untersuchungsausschusses zu Monsanto und Glyphosat.“
 
Linke fordert wissenschaftliche Neubewertung
 
Inzwischen wird berichtet, dass offenbar Glyphosatrückstände in Speiseeis gefunden wurden. Für Linken-Agrarsprecherin Kirsten Tackmann nicht überraschend. Es sei nur ein Beweis für die Vielzahl potenzieller Eintragsquellen des Totalherbizids in die Lebensmittelkette.
 
Seit Langem fordere die Partei laut Tackmann daher eine wissenschaftliche Neubewertung sowohl der Eintragsquellen über Nahrungsmittel, Baumwollartikel etc. als auch - mittels Biomonitoring - der realen Gefahr für die Bevölkerung, unwissentlich über die Nahrung Glyphosat aufzunehmen. Beides verweigere die Bundesregierung bisher.
 
„Das ist unverantwortlich, beweisen die erneuten Glyphosatfunde in Lebensmitteln einmal mehr“, kommentiert die Politikerin weiter. „Wenn jetzt nicht endlich gehandelt wird, bleibt der Verdacht, dass die Gefahr absichtsvoll vertuscht werden soll um die erneute Zulassung des Wirkstoffs in Brüssel nicht zu gefährden. Das ist aus Sicht der Linken inakzeptabel.“

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Typisch!

    Dieses Vorgehen der Grünen ist doch typisch für sie. Zudem ist es leider erschreckend einfach. Auf einen Tatbestand stellt man einfach die Frage: ist es wirklich so? und schon sind die Zweifel gesät und der andere muß sich erklären. Wer stellt eigentlich den Grünen mal die Frage wie sie die anderen Phosphonate, die ansonsten in Industrie, Wirtschaft, Medizin und sogar Haushalten verwendet werden, behandeln wollen. Die Antwort, wie das Glyphosat ins Bier kommt steht ja eigentlich auch noch aus. Denn für jeden normalen Landwirt ist es doch auch unerklärlich wie dieses Mittel ins Bier kommt, da ja Glyphosat zur Braugerste nicht angewendet wird. Selbst zur Sikkation ist es gefährlich, aufgrund der Gefahr zur Keimhemmung beim Mälzen. Wie also kommt es ins Bier? Und jetzt beim Speiseeis. Wo ist da der Eintragsweg? Aus was besteht den Speiseeis? In erster Linie entweder aus Wasser oder aus Milch. Ach ja, ich vergaß, in Muttermilch wurde ja auch schon Glyphosat gefunden. Nur sollte man bedenken, daß wir in unserem Körper selber die Grundstoffe von Glyphosat haben, bzw. ähnliche, mit denen man bei einem einigermaßen "guten Willen" leicht das Konstrukt einer Glyphosatbelastung zusammenbasteln kann. Man braucht nur auf Wikipedia nach Phosphonate "nachschlagen" und schon wird deutlich wie weit verbreitet diese Stoffe sind. Da braucht es einen nicht wundern, wenn man sie überall findet. Hier eine Hetzkampagne auf ein in der Landwirtschaft hilfreiches "Werkzeug" zu veranstalten ist mehr als billig.

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