Grüne wollen keine neuartigen Gentechniken auf den Feldern

Bernd Voß Bernd Voß
Bild: Deter

In den vergangenen Jahren wurden neue Gentechnologien zur Veränderung von Pflanzeneigenschaften entwickelt. Offen ist, ob diese neue Art der Züchtung rechtlich als “genetisch verändert“ gelten müssen oder nicht. Nach Ansicht von Bernd Voß von den Grünen ist die rasch voranschreitende Konzentration auf dem Saatgutmarkt mit Züchtungsmethoden, die eine weitere Züchtung unmöglich machten und so die Landwirtschaft in die Abhängigkeit trieben, eine Gefahr für die Ernährungssouveränität.

"Hierzulande haben wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens für eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Aber durch neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung droht uns die Gentechnik durch die Hintertür – und die Bundesregierung spielt dieses Spiel mit. Nur dank der EU-Kommission wurde eine voreilige Zulassung wieder einkassiert."
 
Und die Europaabgeordnete Maria Heubuch ergänzt: "Diese Methoden greifen unterhalb der Zell- und Genomebene ein und können daher nicht als konventionelle Züchtung angesehen werden. Sie können zu ähnlichen Umwelt- und Gesundheitsrisiken wie herkömmliche gentechnische Verfahren führen. Seit 2008 beschäftigt sich die Europäische Kommission mit der rechtlichen Bewertung dieser Methoden, ohne bisher zu einem Ergebnis zu kommen. Dabei liegen eindeutige Rechtsgutachten dazu längst vor, unter anderem vom Bundesamt für Naturschutz."

Bei Anwendung des Vorsorgeprinzips könne es keinen Zweifel geben, diese Techniken dem Gentechnikrecht zu unterwerfen. Dass dies bisher nicht geschehen ist, stimme sie bedenklich. Eine Beteiligung des Europäischen Parlamentes würde diese Hinterzimmerpolitik in die Öffentlichkeit bringen, so Heubuch.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Jörg Meyer · 1.
    Dumpfe Parolen

    Mit Crisper Cas haben auch wieder kleiner Firmen die Möglichkeit moderne Züchtungsmethoden einzusetzen. Wenn man nun durch sehr hohe zulassungsverfahren diese Züchtungen ausbremst, wird sich die Konzwntration ehr erhöhen als abnehmen auf der Seite der saatgutzüchter. Die Grünen befinden sich im politischen Uberlebenskampf und suchen händeringend nach neuen Themen mit den sie angsmotovierte Wähler für sich mobilisieren können. Wollen wir hoffen dass im Mai in NRW die Wähler den Grünen einmal zeigen, dass solch dumpfe Parolen abgestraft werden!

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  2. von Wilhelm Grimm · 2.
    Wahlkampfgetöse ? Das ist es natürlich auch, aber

    der Hauptgrund liegt in einer von Angst getragenen Fortschrittsfeindlichkeit. Es geht ihnen gut. da brauchen sie keine Veränderungen. Sie sind erzkonservativ und wollen bewahren. Das leuchtet vielen gut situierten Bürgern ein. Jeder Unternehmer muss sich aber progressiv verhalten, nach Neuem suchen. Hier prallen zwei Welten aufeinander. Warum Neuerungen in der Pflanzen- und Tierzucht aber schlecht sind, in der Humanmedizin aber gut sind? Diese Schlussfolgerung verstehe ich nicht.

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    Wahlkampfgetöse?

    Die Ansicht von Bernd Voß ist doch Schwachsinn pur, bzw. so was von antiquiert, dass es schon lächerlich wird. Ausgerechnet sie, die Grünen, fördern doch diese Entwicklung nach Kräften. Ernährungssouveränität!!!! Das ich nicht lache! Wer bremst den die moderne, leistungsstarke Landwirtschaft ein und fordert Methoden und Verhältnisse in der Landwirtschaft von "Vorgestern", noch dazu ohne Ahnung was sie da fordern. Das will ich jetzt nur als billiges Wahlkampfgetöse abtun, im Wissen, dass sie damit keinen Hund hinterm Ofen vorlocken können.

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  4. von Wilhelm Grimm · 4.
    Beängstigendes Niveau der Grünen.

    Wenn es die Grünen bereits 1835 gegeben hätte, hätten wir heute noch keine Eisenbahn oder die Sonne würde sich immer noch um die Erde drehen. Es gibt unglaublich viele segensreiche bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen, denen wir heute ein besseres Leben verdanken als im Mittelalter. Wir werden uns doch nicht von den Ängsten der Kurzsichtigen den Weg zeigen lassen.

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