Höfken: EU-Standards dürfen nicht auf Kosten der Sortenvielfalt gehen

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Kritik an der neuen EU-Verordnung zur Vereinheitlichung des Saatgutrechts hat die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken geübt. Die EU orientiere sich an europaweit geltenden Standards und passe das Saatgut einem Markt an, der immer stärker die Anforderungen der industrialisierten Landwirtschaft bediene, monierte Höfken auf der Grünen Woche in Berlin.

„EU-Standards für die Saatgutzüchtung dürfen nicht auf Kosten der Vielfalt auf dem Feld, im Einkaufskorb, unserer natürlichen Ressourcen sowie der Züchter und der bäuerlichen Betriebe gehen“, betonte Höfken. Gebraucht werde eine Vielfalt von Sorten sowohl für den konventionellen als auch den ökologischen Landbau, wozu auch solche gehörten, die sich an regionale Bedingungen und an Herausforderungen wie den Klimawandel anpassen könnten. Deshalb dürften lokale Getreide- oder auch alte Kartoffel- und seltene Apfelsorten nicht auf der Strecke bleiben.

Die landwirtschaftlichen Betriebe müssten dauerhaft, unabhängig und frei ihr Saat- und Pflanzgut beziehen und auf bereits vorhandene Sorten zurückgreifen können, hob die Ministerin hervor. Das gelte insbesondere für die bäuerlichen und ökologisch wirtschaftenden Betriebe, da sich deren Ansprüche an Saatgut von denen der industriellen Unternehmen stark unterschieden. Außerdem seien die Kriterien und Prüfverfahren teuer und aufwendig und für die mittelständischen Züchter oft nicht leistbar.

„Das Saatgut ist unser Kulturerbe und ein wichtiger Teil unserer Ernährungssicherung“, stellte Höfken klar. Der Staat müsse die Rahmenbedingungen setzen, dieses Erbe zu schützen und die Vielfalt zu erhalten. Die Ressortchefin erinnerte daran, dass sie sich im Bundesrat für eine kritische Stellungnahme zur EU-Saatgutverordnung eingesetzt habe, die im November 2013 eine breite Unterstützung durch die Bundesländer gefunden habe. Es sei zu begrüßen, dass die massive Kritik sowohl aus dem Bundesrat als auch aus der Landwirtschaft sowie den Verbraucher- und Umweltverbänden offensichtlich angekommen sei.

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