IARC soll Daten zur Ungefährlichkeit von Glyphosat zurückgehalten haben

Glyphosat Deckblatt einer Studie zu Glyphosat.
Bild: www.glyphosat.de

Die Nachrichten-Agentur Reuters hat in einem Sonderbericht aufgedeckt, dass der Vorsitzende des für die Klassifizierung von Glyphosat zuständigen IARC-Komitees, Dr. Aaron Blair, bewusst entscheidende Informationen zurückgehalten hat. Es betrifft eine Studie, nach deren Ergebnis Glyphosat nicht krebserregend sei, teilt die Pflanzenschutzmittelindustrie in einer Pressemitteilung (www.glyphosat.de) mit.
 
In einer eidesstattlichen Aussage im Rahmen eines laufenden US-Gerichtsverfahrens gegen Monsanto habe Dr. Blair eingeräumt, dass die zurückgehaltenen Studienergebnisse die Bewertung von Glyphosat durch die IARC wesentlich geändert hätte. Die IARC-Klassifizierung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ hatte bekanntlich einen wesentlichen Einfluss auf die öffentliche Debatte um die Wiederzulassung des Wirkstoffes in der EU. So entschied die EU-Kommission, dass Glyphosat zusätzlich noch von der Europäischen Chemikalienagentur ECHA begutachtet werden sollte. Dies führte letztendlich zu einer weiteren Verzögerung des Zulassungsprozesses um 18 Monate.
 
Die IARC-Klassifizierung ließ auch Zweifel an der wissenschaftlichen Expertise von Zulassungsbehörden weltweit aufkommen, die Glyphosat übereinstimmend als nicht-krebserregend eingestuft hatten.
 
Die Aussagen von Dr. Blair werfen laut den Hersteller nun ernsthafte Fragen zur Transparenz, Glaubwürdigkeit und zum wissenschaftlichen Bewertungsprozess der IARC auf, da sie das Ergebnis der IARC-Klassifizierung in Frage stellen. Vor diesem Hintergrund werde verständlich, warum sich die Bewertung des IARC von den Gutachten der Europäischen Chemikalienbehörde ECHA und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterscheidet. Vorbehalte gegenüber den wissenschaftlichen Gutachten von ECHA und EFSA sollten damit endgültig ausgeräumt sein. Alle jetzt vorliegenden wissenschaftlichen Fakten sprechen für eine umgehende Wiederzulassung des Wirkstoffs für weitere 15 Jahre.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Nirgends wird so gelogen, wie in Pressemitteilungen?!

    Die Geschichte ist doch bereits eine olle Kamelle und stellt sich bei genauer Betrachtung schon anders dar, als die Pressemitteilung glauben machen will. Das natürlich hier politisches Kapital daraus geschlagen werden soll, ist nicht unverständlich. Die IARC hat die damals neue Studie, die ihr bereits bekannt war aber noch nicht veröffentlicht war, deshalb nicht berücksichtigt. Wenn man sich den Vorwurf von NGOs ansieht, dass viele Studien der Hersteller zu Glyphosat nicht veröffentlicht werden und damit nicht wissenschaftlich diskutiert und überprüft werden können, ist das eigentlich eine konsequente und richtige vorgehensweise.

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