NDR-Falschmeldung zu überfluteten Äckern – Peter Lüschow klärt auf

Peter Lüschow Peter Lüschow
Bild: Kirsten Müller

"Angesichts überfluteter Äcker hätten im Sommer mehr Landwirte die Drainagen auf ihren Feldern spülen und warten müssen." – Mit dieser Aussage soll Peter Lüschow, Vizepräsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, seine Berufskollegen laut eines NDR-Beitrags vom 3. Januar kritisiert haben. Das sei jedoch vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen und falsch, erläutert Lüschow im Interview mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein.

Der NDR schreibt, dass Sie Landwirten eine Mitschuld daran geben, dass das Wasser auf den Äckern steht und nicht abfließen kann. Nun sagen Sie, Sie seien falsch zitiert worden. Bitte klären Sie uns auf.

Peter Lüschow: Es ist richtig, dass ich falsch zitiert worden bin. Bei diesen Regenmassen, die wir in letzter Zeit hatten, kann kein Landwirt Mitschuld haben, wenn das Wasser auf den Äckern steht. Die Frage des NDR war wiederholt, was man jetzt tun kann und warum die Landwirte jetzt nichts tun, damit das Wasser abfließt.

Würden denn gespülte Drainagen des Problem überhaut lösen? Welche Maßnahmen müssten außerdem getroffen werden, um mit den Wassermassen umzugehen?

Der Mitarbeiter vom NDR hatte mehrfach gefragt, ob wir mehr Drainagen und breitere Gräben in Schleswig-Holstein brauchen. Daraufhin habe ich geantwortet, dass uns das jetzt nicht hilft. Das einzige was helfen kann ist, dass wir im Sommer, wenn der Boden wieder abgetrocknet ist, die Drainagen und Gräben warten und reinigen – so wie wir das sowieso alle paar Jahre machen.

Wie fallen die Reaktionen Ihrer Berufskollegen bezüglich des Beitrags aus?

Ich selbst habe noch keine Rückmeldungen bekommen, aber es ist selbstverständlich und richtig, dass wenn solche Schlagzeilen veröffentlicht werden, sich die Berufskollegen beim Bauernverband melden und sagen: So kann das nicht sein.

Sie sind seit zehn Jahren Vizepräsident des Bauernverbandes und erfahren im Umgang mit Medien. Trotzdem wurden Sie von dieser Falschmeldung überrascht. Würden Sie ihren jüngeren Berufskollegen nun empfehlen, auf Presseanfragen nicht mehr zu reagieren?

Nein! Das wäre ja der größte Fehler, den wir machen können. Bei Anfragen sollten sich die Kollegen mit der Pressestelle des Verbandes kurzschließen, die berät und unterstützt. Ich würde meinen jüngeren Kollegen zudem empfehlen, vorsichtig bei der Wortwahl zu sein und sich mit den Pressevertretern darüber zu unterhalten, was nachher geschrieben und gesendet wird.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Daraus lernen!

    Was bedeutet das? Bevor ein Betrag gesendet oder abgedruckt wird, muss man sich zusichern lassen, dass man ihn vorher vollständig ansehen kann, damit man solche "Missverständnisse" gleich ausräumen kann.

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Wilhelm Grimm · 2.
    NDR und Bauern,

    ein Missverständnis ist normal.

    Das meinen unsere Leser:
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