Spätfröste beunruhigen Acker- und Obstbauern

Obstbäume Obstbäume
Bild: Landvolk

Wegen der aktuellen Nachtfröste sind Niedersachsens Ackerbauern in Sorge um ihre jungen Kulturen. Ganz konkret betrifft dies zurzeit die Zuckerrübenanbauer und die Obstbauern, teilt das Landvolk mit. Sie haben bereits im Vorfeld ihre Frostschutzberegnung betriebsbereit gemacht und schalten die Anlagen bei Frostwarnungen ein.

Etwa 80 Prozent der Anbauflächen für Äpfel lassen sich an der Niederelbe mit einer Frostschutzberegnung in kalten Nächten schützen. Bis zu maximal minus acht Grad kann die beim Gefrieren freiwerdende Wärme abpuffern. In den Kirschplantagen vernebeln die Obstbauern unter den Bäumen das Wasser, damit es den Pollen in den Blüten nicht verklebt. Bis zu Minusgraden von zwei bis drei Grad unter Null lassen sich die empfindlichen Blüten so schützen.

Eine weitere Sorge gilt der Bestäubung, denn auch die Bienen meiden die kühlen Temperaturen und wagen kaum Blütebesuche. Nur wenn die Sonne sie aus ihren Kästen lockt, lassen sie sich zu einem Ausflug in die weiße Pracht animieren. Nicht nur Obstbauern, auch Anbauer von Zuckerrüben bangen um ihre Felder. Wo die ersten Saaten bereits gekeimt und zarte Pflänzchen ausgebildet haben, sind die Landwirte in Sorge. Bislang lassen sich die Folgen der nächtlichen Minustemperaturen noch nicht abschätzen, die Pflanzen reagieren erst mit einiger Verzögerung, sie werden glasig, später schnürt sich der sogenannte Wurzelhals ein und die Pflanze stirbt ab. 

Für die Landwirte ist neben der genauen Beobachtung ihrer Pflanzenbestände dann das Abwägen gefragt, ob die bereits gesäten Felder durchkommen oder ob der deutlich höhere Aufwand einer erneuten Aussaat zu rechtfertigen ist. Das wäre dann die deutlich teurere Variante. Nicht nur diesen beiden Kulturen fehlt die Wärme, sie wäre jetzt auch auf allen Feldern für einen deutlichen Vegetationsschub förderlich. Im Wechsel mit einigen Regenschauern würde sie den Pflanzen guttun.

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