Pilotprojekt: Durchwachsene Silphie kann beim Ertrag mit Mais mithalten

Silphie Frank Stumpf, Schmack Biogas; Dr. Tino Weber, Geschäftsführer von Schmack Biogas; Karlheinz Hanke, REWAG; REWAG-Prokurist Karl-Wolfgang Brunner; Wolfgang Hutterer, landwirtschaftlicher Berater der REWAG; Dr. Regina Grosser, REWAG; Franz Habenschaden, Landwirt und Leonard Scheuerecker, Schmack Biogas mit der Energiepflanze Silphie.
Auf die Erfahrungen aus ihrem Pilotprojekt zum Anbau der „Durchwachsenen Silphie“ als Energiepflanze haben der Regensburger Energie- und Wasserversorger REWAG und das Unternehmen Schmack Biogas hingewiesen. Die Partner sehen in der mehrjährigen, aus Nordamerika stammenden Silphie eine potentielle Energiepflanze der Zukunft.

Wie die Projektbeteiligten in einer Presseverlautbarung mitteilten, testen sie auf einer 3 ha großen Fläche bei Lorenzen den Anbau dieser alternativen Energiepflanze. Ihr Partner Landwirt Franz Habenschaden habe die jungen Silphie-Pflanzen vor rund einem Jahr im äußeren Wasserschutzgebiet der REWAG eingesetzt. Im ersten Sommer sei die Energiepflanze noch sehr klein und ohne Ertrag gewesen; in diesem Jahr stehe sie schon 2 m bis 3 m hoch und sei in voller Blüte. Habenschaden erwarte 2013 eine gute Ernte, berichteten REWAG und Schmack Biogas. Sie rechnen damit, dass die Silphie mindestens so viel Ertrag bringt wie Mais.

Laut ihren Schätzungen werden es 2013 voraussichtlich 40 t pro Hektar sein; 2014 veranschlagen sie den Ertrag auf mehr als 50 t/ha, wenn alle Pflanzen ihre volle Größe erreicht haben. Im Vergleich dazu liege die Ausbeute bei Mais im Bereich der REGAS-Biogasanlage Kallmünz-Eich bei etwa 53 t je Hektar. Allerdings sei die Silphie im Vergleich zum einjährigen Mais in ihrer Aufzucht weitaus unkomplizierter.

„Wir sehen in der Durchwachsenen Silphie eine attraktive Ergänzung zu herkömmlichen Energiepflanzen. Sie verbindet ökologische und ökonomische Vorteile in der Biogaserzeugung in besonderem Maße“, erklärte Schmack-Biogas-Geschäftsführer Dr. Tino Weber. Deshalb werde nun Silphie als potentielle Alternative zu den bisher gängigen Energiepflanzen getestet; die Silphie sei im Frühjahr 2012 an drei verschiedenen Terminen gepflanzt worden.

Darüber hinaus sei diese Pflanze besonders gut für den Anbau in äußeren Wasserschutzgebieten geeignet. Sie brauche kaum Dünger und speziell für Wasserschutzgebiete geeignete Herbizide nur im ersten Jahr. REWAG-Prokurist Karl-Wolfgang Brunner betonte, dass die Silphie damit für sein Haus einen wertvollen Beitrag zum Grundwasserschutz darstelle. (AgE/ad)

Energiepflanze Silphie soll Grundwasser schützen (2.8.2013)
Viel weniger Biogasmais als gedacht (2.8.2013)

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von meister1 · 1.
    3 ha

    Also wenn da solch große Unternehmen dahinter stehen, sind 3 ha ein Witz. Selbst für den Probeanbau. Da haben viele einzelne Landwirte auf eigene Faust schon früher und/oder mehr gepflanzt bzw. auch schon gesät. Von Schmack würde ich erwarten, dass zügig mindestens 100 ha nachfolgen, mit verschiedenen mehrjährigen Kulturen wie ungarischem Riesenweizen(Szarvasi), Switchgras, Amarant usw. Schließlich haben deren Biogasanlagen ein Akzeptanzproblem wegen der konzentrierten Ausrichtung auf Mais.

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