Auch Umweltrat fordert sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung

Kohlekraftwerk Braunkohlekraftwerke sind für steigende Emissionen bei der Stromerzeugung in Deutschland verantwortlich.
Bild: Vattenfall

Die in Kürze beginnende Legislaturperiode bietet die letzte Chance, die Weichen für eine angemessene Umsetzung der Pariser Klimaziele in Deutschland zu stellen. Davon ist der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) überzeugt. „Deutschland muss die Stromerzeugung aus Kohle schnellstens reduzieren und innerhalb von 20 Jahren beenden“, fordert Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, die dem siebenköpfigen SRU angehört. 


Der SRU hat dazu eine aktuelle Stellungnahme veröffentlicht. Danach sollte die Grundlage des Kohleausstiegs ein Budget der Gesamtmenge an Treibhausgasen sein, die durch Kohlekraftwerke bis zur endgültigen Abschaltung noch ausgestoßen werden dürfen. Diese Menge sollte gesetzlich festgeschrieben werden. Aus wissenschaftlicher Sicht sollte das verbleibende Emissionsmenge für die Kohleverstromung in Deutschland 2 Mrd. t CO2 nicht überschreiten.
In seinem Gutachten schlägt der SRU einen Ausstieg in drei Phasen vor:

  • Bis zum Jahr 2020 sollen die emissionsintensivsten Kraftwerke vom Netz gehen.
  • Modernere Anlagen könnten bis etwa 2030 mit verminderter Auslastung weiterlaufen, um die Versorgung sicherzustellen und Arbeitsplätze zu erhalten.
  • In den 2030er-Jahren sollten dann auch diese Kraftwerke stillgelegt werden. Hierfür müsse die Bundesregierung jetzt den Rahmen festlegen.
Klimaschutz und die Gestaltung des Strukturwandels müssten dabei Hand in Hand gehen. Ein langfristiger und strukturierter Ausstiegspfad biete den Betroffenen Planungssicherheit und könne für eine möglichst gerechte Lastenverteilung sorgen. Der Ausstiegspfad und dessen strukturpolitische Begleitung sollten daher in einer Kommission gemeinsam mit den betroffenen Regionen, Unternehmen, Gewerkschaften und Umweltschutzverbänden beraten werden.


Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berät die Bundesregierung seit nahezu 45 Jahren in Fragen der Umweltpolitik. Die Zusammensetzung des Rates aus sieben Wissenschaftlern verschiedener Fachdisziplinen soll eine wissenschaftlich unabhängige und umfassende Begutachtung gewährleisten, sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als auch aus ökonomischer, rechtlicher und gesundheitswissenschaftlicher Perspektive.



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