Bauern in Sorge um Böden und Gewässer

Die Bauern in Westfalen-Lippe lehnen das so genannte Fracking auf ihren Böden ab. Sie sehen noch zu viele Fragen zu Risiken der in Deutschland weitgehend neuen Technologie nicht befriedigend beantwortet. Dies ist das Ergebnis einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, die der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) heute mit Vertretern der Energiewirtschaft, der Wissenschaft, der Politik und Verwaltungen in der Nähe von Ascheberg durchgeführt hat.
 
Nachdem der Energieversorger ExxonMobil angekündigt hatte, das „Fracking“-Verfahren in den Kreisen Borken, Minden-Lübbecke, Steinfurt und Warendorf anwenden zu wollen, hatten sich Bauernfamilien aus den betroffenen Regionen zusammengefunden und eine intensivere Diskussion der neuen Fördertechnik gefordert. Diesem Zweck diente die heutige Veranstaltung in Ascheberg.

Zu viele Fragen offen 

„Wir Bauern stehen sicherlich nicht im Verdacht, technologiefeindlich zu sein. Unter den derzeitigen Bedingungen lehnen wir das „Fracking“-Verfahren aber entschieden ab, denn wir haben keine Gewähr, dass die neue Technologie unsere Böden und das Trinkwasser nicht schädigt. Nur auf gesunden Böden und mithilfe von sauberem Wasser können wir weiter verlässlich hochwertige und sichere Nahrungsmittel erzeugen“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring heute nach Abschluss der Veranstaltung.

Mit der kurz „Fracking“ genannten Methode der hydraulischen Frakturierung wird Gas, das in nicht durchlässigen Gesteinsschichten gebunden ist, mithilfe von Wasser und Chemikalien freigesetzt und an die Erdoberfläche gefördert. Mit dem Verfahren gibt es im hiesigen Kohleflöz- und Schiefergestein kaum Erfahrungen, dagegen wird es vor allem in den USA seit geraumer Zeit in großem Umfang eingesetzt. Die dadurch ausgelöste massive Erhöhung der Erdgasförderung hat in den Vereinigten Staaten zu drastisch gefallenen Energiepreisen und einer spürbaren Erholung der gesamten Volkswirtschaft geführt. Gleichzeitig gibt es jedoch auch in den USA eine heftige Debatte über die möglichen Umweltfolgen des „Fracking“.

WLV fordert Verbot

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband fordert Bund und Länder auf, die Erschließung von unkonventionellen Erdgasvorkommen mithilfe des „Fracking“-Verfahrens nicht zuzulassen. Zudem sieht der Verband die Notwendigkeit einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die Frage, ob die Suche, Förderung und Nutzung von unkonventionellem Erdgas in einem so dicht besiedelten Land wie Nordrhein-Westfalen sinnvoll und verantwortbar ist.

Den Wortlaut der am Ende der Veranstaltung an das NRW-Landwirtschaftsministerium übergebenen Resolution finden Sie als Anlage und unter www.wlv.de.

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