Bioenergie: Forscher verteilen schlechte Noten

Forscher haben der Bioenergieproduktion ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Deren Beitrag zum Klimaschutz sei eher gering. Das zumindest behaupten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Biogeochemie in Jena und Wissenschaftler der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO).

Unter Beachtung der Gesamtbilanz aller klimawirksamen Gase, zu denen sie neben Kohlendioxyd auch Lachgas und Methan zählen, halten die Wissenschaftler um Prof. Ernst-Detlef  Schulze aus Jena und Dr. Josep Canadell die Bioenergie für kritisch. Laut ihrer Darstellung wird bei der Erzeugung von Biomasse für energetische Zwecke aufgrund des Düngereinsatzes unter anderem viel Lachgas frei, das sich auf den Treibhauseffekt noch deutlich schädlicher auswirke als Kohlendioxyd.

Starke Konkurrenz um Flächen

Außerdem müssten den Anbauflächen meist andere Ökosysteme wie etwa Wälder weichen, die als Kohlenstoffsenken bereits viel Kohlendioxyd speicherten. Für problematisch halten sie die Bioenergie zudem wegen ihrer geringen Effizienz: „Die Photosynthese nutzt nur 0,6 % der Sonnenenergie, um Biomasse aufzubauen“, erklärte Schulze. Im Vergleich dazu erreiche eine Solarzelle eine wesentlich höhere Energieausbeute von 30 %. Die gleiche Energiemenge ließe sich mit Hilfe der Photovoltaik also auf einem Bruchteil der Fläche gewinnen.

Auf Kritik stößt bei den Forschern auch die zunehmende Flächenkonkurrenz zwischen Bioenergiepflanzen und solchen, die für Nahrung und Futtermittel angebaut werden. Damit sich diese Anforderungen unter einen Hut bringen lassen, sehen Canadell und Schulze für die Zukunft eine zunehmende Bedeutung des Landmanagements und der schonenden Landbewirtschaftung. „Nur ein nachhaltiges, integriertes Landmanagement ohne Lachgas- und Methanemissionen kann beide Ziele erreichen: eine Abschwächung des Klimawandels und eine Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse“, betonte Schulze. Wichtig für die nachhaltige Intensivierung der Biomasseproduktion sei deshalb vor allem ein kontrollierter Einsatz von Düngemitteln, um einen Überschuss an Stickstoff und die damit verbundenen Emissionen von Lachgas und anderen Stickstoffoxyden zu vermeiden.

Lesen Sie mehr

4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von schumifan11 · 1.

    biogas macht die landtechnik industrie froh!!!!!!!!

    Das meinen unsere Leser:
  2. von fuchs#002 · 2.
    Biogas war noch nie gut

    Biogasanlagen für den freien Markt produzieren lassen (ohne Subventionierung), dann zeigt sich wie gut sie sind .Die Effizienz der Anlagen ist gleich null.Gabriell wollte die Vergütung der Anlagen zu recht streichen.Nur weil gewisse des BV selber solche Anlagen haben ist er damit nicht zurecht gekommen. Wirklich eine Wettbewerbsverzerrung sondersgleichen.An den Umweltschäden kaum zu denken.Vermaisung etc.

    Das meinen unsere Leser:
  3. von lürade · 3.
    Noch ne Studie ! ?

    Die Düngung von Mais setzt Lachgas frei . Frage: Die Düngung von Alternativfrüchten nicht ? -------- Mais verdrängt Wald ? Frage: Wo denn und stimmt es etwa nicht, daß die Waldfläche bei uns zugenommen hat ?-----Ist der Mais in der Ausnutzung der Sonnenenergie nicht deutlich besser als andere Alternativfrüchte ? Der Hinweis auf die Flächenkonkurenz stimmt. Welche Möglichkeit aber gab es für Bauern bei einem Roggenpeis von 7€ . Und Solar auf Dächern hat GROKO kaputt gemacht. Solar auf den Feldern wird von GROKO anscheinend zum Vorteil der Energiekonzerne gestrickt. Ein Nichtmaisbauer !

    Das meinen unsere Leser:
  4. von user10 · 4.
    Ich bin inzwischen allergisch auf verklaulsulierte "wissenschaftliche Ergebnisse"

    Wie wurde denn diesmal der "Düngereinsatz" für die Biogasgaserzeugung berechnet? Vor ein paar Wochen hatte doch tatsächlich ein "Wissenschaftler unterstellt, die gesamte Düngung würde mineralisch erfolgen und hat dann auf dieser Grundlage die "Klimaschädlichkeit" berechnet. Warum allerdings Landwirte die anfallenden Gärreste in der Toilette runterspülen und stattdessen für rund 1000 €/ha Mineraldünger zukaufen, hat er nicht erwähnt.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren