Biogasanlagen in Niedersachsen werden immer effizienter

biogas Biogasanlage in Niedersachsen: Der Maisanbau stagniert seit drei Jahren, obwohl die Leistung gestiegen ist. Foto: Neumann
In Niedersachsen gab es Ende des Jahres 2013 genau 1546 Anlagen mit einer installierten, elektrischen Leistung von 877 Megawatt (MW). Das zeigt die aktuelle Biogasinventur, die Dr. Gerd Höher vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium vergangene Woche während der Messe EuroTier in Hannover vorstellte. Damit bleibt Niedersachsen das Bundesland mit der höchsten Biogasleistung – 25 % der in Deutschland installierten Leistung befindet sich hier. 80 % der Anlagen sind in landwirtschaftlicher Hand, der Rest wird von Kapitalgesellschaften und anderen Investoren betrieben. „Diesen Anlagen geht es zurzeit schlechter als den landwirtschaftlichen, viele stehen still und suchen neue Betreiber“, schildert Höher die aktuelle Situation. 

Wegen der starken Einschnitte im Erneuerbare-Energien-Gesetz rechnet Höher aber mit Auswirkungen für die gesamte Branche. Es würden so gut wie keine neuen Anlagen mehr gebaut. Im Gegenteil: Aufgrund von Insolvenzen und Stilllegungen könnte die Leistung in Zukunft sogar wieder sinken.

40 % der niedersächsischen Biogasanlagen stehen heute in Veredelungsregionen, 36 % in den Ackerbaugebieten und  24 % in der Milchviehregion. Die meisten Biogasanlagen (155) gibt es im Landkreis Emsland. Bei der installierten Leistung in Kilowatt je Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche führen jedoch die Landkreise Celle und Rotenburg/Wümme mit jeweils 0,58 kW/ha LF, gefolgt von Cloppenburg (0,54) und Diepholz (0,53). Das Emsland, das eine Fläche so groß wie das Saarland hat, hat dagegen nur 0,48 kW/ha installiert.

In vier Landkreisen in Niedersachsen liegt der Maisanteil sehr hoch: Cloppenburg und Rotenburg kommen auf 50 %, Emsland auf 45 % und Oldenburg auf 30%, wobei in allen Fällen der Mais für die Veredelung an erster Stelle liegt. Allerdings stagniert der Maisanbau in Niedersachsen seit drei Jahren, obwohl die Leistung der Biogasanlagen mit Energiepflanzen in dieser Zeit um 19 % gewachsen ist. „Die Anlagen haben also mit gleichem Input mehr Strom erzeugt“, erklärt Höher. Wenn man der Biomasse mehr Zeit gelassen hätte, hätte es mehr Innovationen gegeben, um noch mehr Mais zu ersetzen, ist der Biogas-Experte überzeugt.

Die Biogasanlagen nutzten 50 bis 60% der verfügbaren Wärme zu Heizzwecken. „Biogasanlagen sind daher ein wichtiges Element bei der erneuerbaren Wärme in Deutschland“, sagt Höher. Das entlastet auch den Holzbestand, der zunehmend knapper wird.
 

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