Erster Elektro-Traktor

Fendt Ganz ohne Verbrennungsmotor: Der neue Fendt e100 Vario.
Bild: Werkbild

Die Elektromobilität schreitet auch in der Landwirtschaft voran. Immer mehr Betriebe nutzen den Strom ihrer Photovoltaikanlagen, um damit Batterien von Betriebsfahrzeugen oder elektrischen Hofladern zu laden (siehe Energiemagazin 2/2017). Jetzt bringt der Traktorenhersteller Fendt ein weiteres Fahrzeug auf den Markt, bei dem Landwirte Strom aus Photovoltaik-, Biogas- oder Windenergieanlagen nutzen können: Den Traktor e100 Vario.

Dieser vollelektrische Kompakttraktor hat 50 kW Antriebsleistung und kann laut Hersteller bis zu fünf Betriebsstunden unter realen Einsatzbedingungen arbeiten. Die Energiequelle ist eine 650 V Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie mit einer Kapazität von rund 100 kWh. Geladen wird er entweder mit 400 V Spannung und bis zu 22 kW über eine genormte CEE Hofsteckdose oder über eine Supercharging Option mit Gleichspannung. Mit einem genormten CCS Typ 2 Stecker kann die Batterie in 40 Minuten bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden. Zudem gewinnt der Elektromotor im Betrieb Energie zurück.

Mit dem Fendt e100 Vario sollen Landwirte konventionelle und elektrifizierte Anbaugeräte nutzen können. Die Effizienz des batteriebetriebenen Traktors wird durch ein völlig neues, energieeffizientes Thermomanagement gesteigert. Eine geregelte, elektrische Wärmepumpe übernimmt die Klimatisierung der Kabine, aber auch der Batterie und Elektronik. Per Smartphone kann das Energiemanagement inklusive der Batterieinformationen des Traktors überwacht werden. Zudem können bei Netzanschluss Komfortfunktionen, wie Vorheizung im Winter oder Klimatisierung im Sommer, schon im Vorhinein gesteuert werden.

Mit dem Elektrotraktor verringern sich Wartungszeiten und -kosten, verspricht der Hersteller. Denn Filter und Öle sowie viele Komponenten der konventionellen Technik werden nicht mehr benötigt. Betriebsstoffe, wie Motoröl, AdBlue oder Diesel entfallen.

Der Fendt e100 Vario wird 2018 in einer begrenzten Stückzahl erstmals auf ausgewählten Betrieben und in Kommunen eingesetzt werden.


Lesen Sie mehr

Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    5 Stunden Einsatz hört sich zwar gut an...

    aber 100 kWh sind bei Feldarbeiten meist schneller weg. Als Hofschlepper oder für leichte Transportarbeiten mag es noch hinkommen und solange der nötige Ladestrom aus fossilen Brenntoffen oder AKW stammt ist der Antrieb nicht wirklich sauber.... So bleibt es halt ein nettes Spielzeug! (leider!)

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren