Falken nisten an Windkraftturm

Wanderfalken Die jungen Wanderfalken landeten beim ersten Ausflug auf der Treppe der Windenergieanlage.
Bild: Thiesbrummel
Windkraftanlagen und Greifvögel sind ein ständiges Streitthema: Immer wieder nutzen Bürgerinitiativen das Argument, die Rotoren würden die bei der Jagd nach unten schauenden Greifvögel wie den Rotmilan in großer Zahl töten. Windkraftanlagenbetreiber halten mit wissenschaftlichen Studien und praktischen Erfahrungen entgegen. So ist u.a. die Population des Rotmilanbestandes im Landkreis Paderborn trotz des starken Ausbaus der Windenergie gestiegen.
In mehreren Windparks in Hessen und Nordrhein-Westfalen nisten seit mehreren Jahren Turmfalken in Brutkästen an Windkraftanlagen. Auch hier zeigen Naturschützer und Windparkbetreiber, dass Greifvogelschutz und Windenregie durchaus Hand in Hand gehen können. Seit dem Jahr 2003 beispielsweise ziehen Turmfalken in Gütersloh ihre Jungen in einem Nistkasten auf, der am Turm einer Windenergieanlage in etwa 60 m Höhe angebracht ist – bislang ohne Probleme. In diesem Jahr fand sich in dem Brutkasten erstmals ein Wanderfalkenpärchen ein und zog drei Jungvögel auf. Die Tiere ließen sich von den Rotorbewegungen nicht beeindrucken, beobachtete der örtliche Naturschutzverein „Naturschutz-Team Gütersloh e.V.“ in Zusammenarbeit mit dem Betreiber, der selbst Falkner ist. „Junge Wanderfalken landen beim ersten Ausfliegen oft auf dem Boden. Wenn sich Brutkästen z.B. an Funk- oder Kirchtürmen oder anderen hohen Gebäuden befinden, verunglücken sie oft im Straßenverkehr oder landen in engen Hinterhöfen, wie in Gütersloh schon mehrmals geschehen“, berichtet Franz Thiesbrummel, Vorsitzender des Vereins „Naturschutz-Team“. Bei der Windkraftanlage dagegen gab es keine Probleme.
Die Freude über den Artenschutzerfolg wird jedoch getrübt: Die zuständige Umweltbehörde des Landkreises verlangte das Abschalten der Anlage während des Flüggewerdens der Jungfalken. Das lehnt der Betreiber der Anlage wegen seiner jahrelangen Erfahrung mit den Turmfalken an den Windkraftanlagen ab. Jetzt will die Behörde ein Rechtsgutachten erstellen, um den Betreiber zum Abbau des Brutkastens zu zwingen. Thiesbrummel meint dazu: „Eigentlich sollte eine nun schon 20-jährige Erfahrung mit Turmfalken an Windkraftanlagen für sich sprechen.“

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Nicht nur Heute -

    hatte der Fachmann es mit "Besserwissern" zu tun, wie dieser Satz Goethes zeigt: "Die Deutschen haben von jeher die Art, daß sie es besser wissen wollen, als der, dessen Handwerk es ist, und es besser verstehen als der, der sein Leben damit zugebracht." Wenn schon 20jährige Erfahrung nichts mehr hilft, nicht aussagekräftig genug ist, was dann?

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Wo is'n des Hirn?

    würde der Franke sagen. Und diese Frage ist auch gerechtfertigt. Wenn man bedenkt hier soll ein Nistkasten abgebaut werden aus Gründen des Vogelschutzes, dann ist das doch so schizophren, das schizophrener gar nicht mehr gehen kann oder? Herr lass Hirn regnen. Oder auf bayrisch, wo is'n der Engel Aloisius mit seiner göttlichen Eingebung. Hat der in Güttersloh auch einen Biergarten gefunden?

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  3. von Werner Kriegl · 3.
    Was nicht sein darf....

    ... kann auch nicht sein! Wenn es nicht in die grüne Ideologie paßt, dann sind praktische Erfahrungen in den Augen der "Naturretter" nutzlos. Bei uns brüten seit Jahrzehnten die Kiebitze in den Körnermaisfeldern - je größer umso besser, da die Brut schlechter vom Rand aus für Prädatoren erreichbar ist. Trotzdem wird seit Jahren bestritten, daß es überhaupt Kiebitze im Mais geben kann....

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