Fracking: Regierung in Zeitnot

Der umstrittene Gesetzesentwurf zur Schiefergasförderung (Fracking) ist vom Bundeskabinett nicht wie geplant am Mittwoch verabschiedet worden. Damit gerät die Regierung in Zeitnot. Ob die Koalition bis zur Bundestagswahl überhaupt noch Regeln für das so genannte Fracking auf den Weg bringen kann, ist fraglich.

Der geschasste Entwurf stammt aus dem Bundesumweltministerium. Dessen Chef, Peter Altmaier (CDU), hatte vor ein paar Wochen noch versprochen, scharfe Vorschriften für die Erdgasförderung in die Gesetzesvorlage einarbeiten zu wollen. Doch herausgekommen ist offensichtlich ein „Freibrief“ für die Föderunternehmen.

Lediglich in Wasserschutzgebieten wollte der Minister das Verfahren nicht erlauben. Dabei warnen Experten eindringlich vor der Methode. Denn um Erdgas aus festen Gesteinsschichten pressen zu können, muss dieses zuvor mit giftigen Flüssigkeiten „aufgebrochen“ werden. Kritiker befürchten, dass die Chemikalien dabei das Trinkwasser verunreinigen und verweisen auf die USA, wo das Fracking seit längerem zum Einsatz kommt und massive Umweltschäden angerichtet hat.

Selbst innerhalb der CDU gab es Bedenken an Altmaiers Entwurf. Einige Abgeordnete intervenierten demnach sogar bei der Kanzlerin. Mit Erfolg, noch vor der entscheidenden Kabinettssitzung wurde der Entwurf von der Tagesordnung genommen. Für den Bundesumweltminister eine herbe Schlappe.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von johnegon · 1.
    Lasst doch das Gas in der Erde,

    als eiserne Reserve, denn es gibt noch genug konventionelles Gas. Sollte eine andere Energiequelle gefunden werden kann man es da lassen. Wenn Kohlenwasserstoff für unsere Nachkommen mal wirklich knapp wird, können die es immer noch rausholen.

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  2. von HLL-Landwirt · 2.
    Fracking ist zu gefährlich für unsere Ressourcen!

    Es ist unglaublich wie verantwortungslos der Umweltminister Altmaier mit diesem und weiteren Themen agiert. "Bei einem 2010 begonnenen Fracking-Test in Ostwestfalen sind wie erwartet 2600 Liter Dieselöl in der Erde zurückgeblieben." Diese Meldung war vor einigen Tagen in der Tagespresse zu lesen. Ergänzt werden müßte noch das der Diesel in ca. 1000 Meter Tiefe verpresst wurde. Das sollte sich mal ein Landwirt erlauben. Dazu braucht es nicht einmal eine undichte Tankstelle - ein undichtes Güllesilo oder -fass reicht und schon rückt die Feuerwehr aus und das Umweltamt ermittelt. In Deutschland bei der Bevölkerungsdichte kein Platz für Fracking!

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