Neue Druckluftspeicher in der Entwicklung

Windpark Strom aus Windenergie lässt sich künftig auch in Form von Druckluft speichern.
Bild: Neumann

Mit einem neuen Druckluftspeicher will das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Strom aus Wind- oder Solarparks künftig kostengünstiger als mit Lithium-Ionen speichern. Ziel ist es, eine Methode zu entwickeln, bei der Strom konserviert und bei Bedarf wieder in das Stromnetz eingespeist werden kann. Bei Druckluftspeichern wird mithilfe des Stroms Luft komprimiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pumpspeicherkraftwerken, die ein Gefälle benötigen, können Druckluftspeicher auch in flachen Gegenden eingesetzt werden. Das gilt insbesondere für das windintensive Norddeutschland – dort müssen schon heute erneuerbare Energieanlagen schon zeitweise abgeregelt werden, weil der Strom nicht verbraucht werden kann.


Als Zwischenspeicher für die Druckluft dienen beispielsweise unterirdische Salzkavernen oder Röhrenspeicher. Über eine Turbine wird die gespeicherte Luft anschließend wieder in Strom umgewandelt. Ziel des Forschungsprojektes ist es, vergleichsweise geringere Investitions- und Speicherkosten zu erreichen. Dazu sollen zum anderen dieselben Maschinen zur Kompression und Expansion der Luft genutzt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Druckluftenergiespeichern entfällt dadurch eine zusätzliche Expansionsmaschine. Auch häufige Lastwechsel bei schwankendem Stromausgleichsbedarf und kurze Anfahrtszeiten der Anlage soll die Technologie für den zukunftsfähigen Druckluftenergiespeicher meistern. Unterm Strich soll die neue Technologie des Druckluftenergiespeichers – auch im Vergleich zu Akkumulatoren (Lithium-Ionen- und Blei-Akkumulatoren) – mit geringeren Kosten pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität und mit der zu erwartenden, längeren Lebensdauer punkten.

Bei dem Forschungsprojekt arbeitet das Fraunhofer UMSICHT mit dem Kompressorhersteller Boge zusammen. Gefördert wird das dreijährige Forschungsvorhaben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit einem Betrag von rund 3 Millionen Euro.

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