Ökobetriebe haben noch viel Potenzial für Biogasanlagen

Grünguternte Rohstoffe wie Gras, Zwischenfrüchte und vor allem Kleegras lassen sich im Ökobetrieb in Biogasanlagen sehr gut verwerten.
Bild: Neumann

Für Ökobetriebe kann die Produktion von Biogas eine wichtige Ergänzung sein. Da für sie die Kreislaufwirtschaft ein wichtiger Grundsatz ist, könne sich Biogas in ihre Produktionsabläufe optimal einfügen, erklärt der Fachverband Biogas. Gerade Ackerbauern oder Schweinehalter im Ökolandbau können das zur Düngung und Bodenverbesserung angebaute Kleegras vom Acker sinnvoll in Biogasanlagen einsetzen. Die Biogasanlage übernimmt dabei die Rolle, die auf klassischen Betrieben die Kühe als Verwerter des Grases spielen.

Bundesweit gibt es im Ökolandbau schätzungsweise etwa 180 Biogasanlagen, teilt der Fachverband mit, was etwa 2 % der Anlagen in Deutschland entspricht. Der Anteil des Ökolandbaus an der deutschen Landwirtschaft liegt zum Teil deutlich höher.

Im deutschen Ökolandbau besteht laut einer Studie von Universität Kassel, Ecofys und FiBL ein theoretisches Biogas-Potenzial für eine installierte elektrische Leistung von 500 Megawatt (MW). Gemindert wird dieses Potenzial allerdings durch Fragen der Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit. Das derzeit realistisch mobilisierbare Potenzial wird von den Experten daher bei 150 MW gesehen. Hinzu kommt die Wärmenutzung. Für die Studie wurden nur Einsatzstoffe berücksichtigt, für die keine oder nur geringe Nahrungs- und Futtermittel- konkurrenzen angenommen werden. So setzt sich das geschätzte Gesamtpotenzial laut der Studie zu knapp zwei Dritteln aus pflanzlichen Reststoffen aus der Landwirtschaft zusammen.

Praktische Beispiele zu Biogasanlagen in Ökobetrieben finden Sie im Energiemagazin 4/2014 von top agrar.


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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    Was fehlt....

    das sind auf dem Markt rentabel zu betreibende kleinere Biogas-Anlagentypen, die auch von den meist kleineren Ökobetrieben bewirtschaftet werden können... Und das Kleegras an eine konventionelle Anlage zu vermarkten widerspricht dem Kreislaufprinzip, da Ökobetriebe das (konventionelle) Gärsubstrat nicht verwenden dürfen... (mögliche PSM-Rückstände..)

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