Sechs Bundesländer testen im Großprojekt nächste Phase der Energiewende

Windpark in Niedersachsen: Norddeutschland eignet sich als Stromexporteur als Modellregion für die Energiewende.
Bild: Windenergie

Mit der Übergabe der Förderbescheide ist jetzt nach zweijähriger Vorbereitungszeit der offizielle Startschuss für ein weiteres Großprojekt in der Energieforschung gefallen. In dem Schaufensterprojekt „WindNODE“ will das Bundeswirtschaftsministerium den Aufbau der nordostdeutschen Modellregion für intelligente Energie mit 36 Mio. € fördern. 

Bei dem Projekt arbeiten rund 50 Partner aus allen sechs nordostdeutschen Bundesländern zusammen. Dazu gehören Unternehmen der Energiewirtschaft, der Informations- und Kommunikationstechnik sowie Hochschulen wie die TU Berlin, die BTU Cottbus-Senftenberg, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Universitäten aus Magdeburg und Leipzig, die Fraunhofer-Gesellschaft e.V. und andere. „Es geht darum, Musterlösungen dafür zu finden und zu demonstrieren, wie große Mengen erneuerbarer Energien klimafreundlich, sicher und effizient in das System integriert werden können“, erläutert Markus Graebig, der mit dem Start des Projekts Anfang 2017 als Projektleiter für WindNODE zum Netzbetreiber 50Hertz wechselte.

„Bereits heute stammt fast die Hälfte des Stromverbrauchs in Norddeutschland aus erneuerbaren Energien, und aufgrund ihrer zeitweisen Produktionsüberschüsse ist die Region ein großer Energieexporteur. Bis auf Berlin haben wir stellenweise so hohe Kapazitäten von installierter Leistung aus Erneuerbaren, dass bei idealen Wetterverhältnissen bis zum Dreifachen des regionalen Strombedarfs aus Erneuerbaren erzeugt werden kann“, erklärt  Graebig, warum sich gerade Nordostdeutschland als Modellregion der Energiewende so gut eignet. Bei einer sogenannten Dunkelflaute könnten die Erneuerbaren auch komplett ausfallen. Das unterstreiche, dass in der nächsten Phase der Energiewende Volatilität und höhere Erzeugungsgradienten aus Erneuerbaren zunehmen werden.

In dem Projekt sollen neue Speichermöglichkeiten und die Umstellung auf Stromheizungen genauso untersucht werden wie Kundenwünsche, ebenso die Akzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen in der Bevölkerung sowie ein Konzept für die Fort- und Weiterbildung von Energie-Fachkräften.

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