So rechnen sich Windenergieanlagen ohne staatliche Förderung

Altanlage Ältere Windenergieanlagen könnten sich künftig auch ohne EEG-Förderung rechnen.
Bild: Neumann

Im Jahr 2021 werden die ersten Windenergieanlagen nach 20 Jahren das EEG-Förderregime verlassen. Aus technischer Sicht ist ein Weitertrieb möglich. Das Analysehaus „Energy Brainpool“ hat aus diesem Anlass untersucht, inwiefern Onshore-Windenergieanlagen ohne staatliche Zusatzfinanzierung rentabel betrieben werden können. Die Analysten kommen zu folgendem Ergebnis: Wenn die Strompreise in der nächsten Dekade nicht steigen, werden sich nur wenige Anlagen ohne Förderung am Markt behaupten.

Die Wirtschaftlichkeit von Investitionen zum Weiterbetrieb ist stark von den Marktbedingungen abhängig. In einem „White Paper“ hat Energy Brainpool auf Basis zweier unterschiedlicher Szenarien die wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Weiterbetriebs berechnet. In beiden Szenarien, die grundsätzlich von einem Preisanstieg ausgehen, können Onshore-Windenergieanlagen in Zukunft Vermarktungserlöse erzielen, welche höher sind als ihre Betriebskosten. Der Vermarktungserlös des „High Price“-Szenarios liegt für das Jahr 2030 insgesamt um 64 Prozent über dem des „Low Price“- Szenarios. Die Szenarien gehen von einem Anstieg der CO2-Preise ab dem Jahr 2021 aus, jedoch in unterschiedlicher Höhe.

Bleiben die Kosten für Erdgas und Steinkohle sowie die CO2-Preise konstant auf dem heutigen Terminmarktpreisniveau für das Jahr 2020, werden nur wenige Anlagen über den Förderzeitraum hinaus bestehen bleiben. Das zeigt, dass die Wirtschaftlichkeit der Anlagen beispielsweise von der CO2- Preissteigerung abhängt. „Die Komponente eines steigenden CO2-Preises steht momentan stark im Diskurs“, sagt Carlos Perez Linkenheil von Energy Brainpool. „Unter diesen Voraussetzungen würden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Post-EEG-Anlagen stark verbessern“.

Je höher die Preissteigerung der CO2- beziehungsweise Brennstoffkosten konventioneller Kraftwerke für Erdgas oder Steinkohle ausfällt, desto mehr ältere Windenergieanlagen könnten weiterbetrieben werden. In den ersten drei Betriebsjahren nach 2021 sind die Erlöse noch gering. Nur Anlagen, die unter technischen Gesichtspunkten auch über diesen Zeitraum hinaus laufen, profitieren von den steigenden Erlösen im weiteren Verlauf.
Zur Bewertung der möglichen Erlöse nicht geförderter Windenergieanlagen nutzt Energy Brainpool den eigens entwickelten Index „Vermarktungserlös“. Er wird für die modellierten Strompreisszenarien „Low Price“ und „High Price“ errechnet. Der Vermarktungserlös ergibt sich aus den Vermarktungsmengen und den durchschnittlichen Vermarktungswerten. Hierbei werden die Mengen und Erlöse, welche zu positiven Preisen vermarktet werden können, berücksichtigt.

Einen groben Überblick über die Szenarien finden Sie in dem White Paper „Wirtschaftlichkeits-Untersuchung von Post-EEG-Windenergieanlagen“, das Sie als PDF-Dokument auf www.energybrainpool.com herunterladen können.

Der Bundesverband Windenergie hat sich mit dem Weiterbetrieb älterer Anlagen eingehend beschäftigt und technische Leitlinien erarbeitet, die Sie hier bestellen können. Zu dem Thema gibt innerhalb des Verbandes inzwischen einen eigenen Arbeitskreis.

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