Solarstrommarkt bricht ein – wo bleibt der Aufschrei?

Hinrich Neumann Foto: Nantke Neumann

In Zeiten der Flüchtlingskrise und der Feierlichkeiten zum Mauerfall-Jubiläum muss das der Bundesregierung wie eine Randnotiz vorkommen: In den vergangenen zwölf Monaten sind in Deutschland gerade einmal 1400 Megawatt (MW) neue Solarstromleistung ans Netz gegangen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 2400 Megawatt. Der Zubau liegt damit weit unter dem gesetzlich vorgesehenen Zielkorridor von 2400 bis 2600 MW. Als Folge wird in den nächsten drei Monaten die Vergütung für neue Anlagen nicht weiter abgesenkt – mehr aber auch nicht.

Dabei müsste die Zahl doch zu einem Aufschrei führen: Der „atmende Deckel“ war zu einer Zeit eingeführt worden, als jährlich 7000 Megawatt neu ans Netz gingen. Schon 2600 MW sind – verglichen mit den möglichen Potenzialen auf den noch freien Haus-  und Gewerbedächern – sehr wenig.1400 MW sind also ein beängstigender Wert.

Dazu kommt, dass der Zubau den Inlandsmarkt beschreibt: Daran hängen Hersteller von Komponenten, aber auch Planer und Installateure. Sie können eine fehlende Nachfrage nicht dauerhaft aussitzen und dann wieder hochfahren, wenn es mehr zu tun gibt.

Und mehr wäre dringend nötig: Solarstrom wird als günstige Energieform für die Elektromobilität, zum Laden von Speichern und zur Eigenstromversorgung in Landwirtschaft und in Industrie- und Gewerbebetrieben dringend benötigt und könnte einen signifikanten Beitrag zur Energiewende leisten.

Darum müsste sich der Gesetzgeber jetzt dringend Gedanken machen, wie man schnellstens aus dem Tal herauskommt. Der erste Weg wäre, die unsinnige „Sonnensteuer“, also die anteilige EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom, abzuschaffen. Auch darf die Vergütung im EEG nicht mehr so stark sinken wie bisher. Ansonsten droht auch der letzte Rest des Solarstrommarktes aus Deutschland zu verschwinden.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von strammermax · 1.
    Tolle sache gabriel sieht nur seinen sack!!!!

    wie alle die in der Politik tätik sind.So werden sie vom Kapital regiert. wer zahlt, der schafft auch an.Gleicht an Mafia Monarchie.

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  2. von lürade · 2.
    Ist Gabriel keine große Leuchte

    oder haben die Energiekonzerne ihm nur heimgeleuchtet ?

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  3. von klaus1618 · 3.
    Wer küsst unser "Dornröschen" Gabriel endlich wach!?

    ....Nicht der vergiftete Apfel eines bösen Stiefmütterchens, sondern weit fataler die für jedermann äußerst gesundheitsbedrohlichen Abgasemissionen haben Gabriel nebst Gefolge mittlerweile in einen „handlungsunfähigen“ energiepolitisch komatösen TIEFSCHLAF versetzt! Ausgerechnet in Amerika ist man da, Gott sei es gedankt, zwischenzeitlich aufgewacht...! - Die IWF-Chefin, Frau Christine Lagarde, drängte erst dieser Tage nachhaltigst auf die Abschaffung einer Subventionierung unserer fossilen Energieträger im Zuge der schleunigsten Dekarbonisierung mittels eines entsprechend WELTWEITEN Maßnahmenkataloges.***Die Autoindustrie ist jüngst der SMART-HOME-INITIATIVE beigetreten, damit die jeweilige Haustechnik besser mit dem Auto kommunizieren kann, eine clevere Vernetzung sämtlichster Verbraucher und Erzeuger in der Zukunft. Das wichtigste wäre in diesem Zusammenhang, verlässliche Wetterprognosen abrufen zu können, die es uns ermöglichen, die Energieerzeugung von Sonne und Wind lokal vorausberechnen zu können, um diese für unsere Verbraucher entsprechend justieren zu wollen. Hierfür ist enormes Know-How, über das das Land der Dichter und Denker im eigentlichen verfügen müsste, dringlichst gefordert.***Der VW-Skandal hat aktuell sehr eindeutig die doch nicht von jeglichen Restzweifeln befreite(!?) unselige Verquickung der mächtigen Manageretagen solcher Konzerne auch mit der Politik einem „grellen medialen Scheinwerferlicht“ ausgesetzt. - Ein Sichtbarwerden des zügig voranschreitenden Klimawandels kann kaum jemand noch glaubhaft wegdiskutieren wollen, der hier gänzlich die eigene Authentizität nicht in Abrede stellen lassen möchte. Im Zuge dieser Veränderungen dürfen wir eine zunehmende Verfügbarkeit unserer Sonnenenergie in einer entsprechend ausgestalteten Energiepolitik zukunfts- u. damit richtungsweisend durch die deutschen extrem unbeholfenen, energie-sportlich äußerst rückwärtsgewandten Flick-Flacks in Hochgeschwindigkeit NICHT gefährden wollen!!! Das zeugt von einer immensen Unbeholfenheit solcher Protagonisten.***Lt. Statistischem Bundesamt sind ca. 40 Mio. Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor in DE unterwegs. Man stelle sich vor, dass zunächst nur die Hälfte derselben, ausgestattet mit einer entsprechenden elektrischen Speichertechnik, betrieben werden könnten. Der positive Effekt, auf diesem Wege unsere Netze zu stabilisieren, wäre insbesondere positiv gepaart mit unseren aktuell doch eher ILLUSORISCH ehrgeizig anmutenden Klimazielen. Unser hiervon tangiertes Großkapital stellt sich hier natürlich nachvollziehbar bockig auf die Hinterbeine u. es wird sicherlich in den Hinterzimmern eifrigst fieberhaft filigran gegengesteuert!(?)***Schon die derzeit angedachte bundesweite Erdverkabelung der Super-Stromautobahnen von Nord nach Süd verbrennt Kapital in astronomischen Summen, die schlussendlich aber umgehend wieder sozialisiert werden. Da „VOLKES SPARTOPF“ in diesem Falle wohl eine allenfalls untergeordnete Rolle spielt, ist geistiger Tiefgang kostenoptimierend augenscheinlich erst gar nicht erfolgt, Teile selbigen gigantischen Kapitaleinsatzes in einem Gegen-Rechenmodell darzustellen, wie viel Terra-Amperestunden an Speicherkapazität man in privaten HAUSHALTEN u. FAHRZEUGEN vorhalten u. somit im Zuge einer durchdachten Energiewende das beabsichtigt einzusetzende Kapital weit sinnvolleren Kanälen zufließen könnte. Da wären wir aber wieder einmal beim Thema „Demokratisierung der Energieerzeugung“ angelangt, ...u. an einem zielführenden Lösungskonzept wird derzeit hier aber ganz sicher nicht gearbeitet...!!!

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