Stroh ersetzt Maissilage

Balling Landwirt Thomas Balling erklärt, warum Stroh vor dem Einsatz in Biogasanlagen vorzerkleinert werden sollte.
Bild: Neumann

Stroh gilt schon länger als interessante Option in Biogasanlagen – egal, ob als Getreide-, Mais- oder Rapsstroh. „Theoretisch könnte eine Tonne Getreidestroh zwei Tonnen Maissilage ersetzen“, erklärte Biogaserzeuger Thomas Balling aus Gotha vergangene Woche während einer Presseveranstaltung des Thüringer Kompetenznetzwerks Erneuerbare Energien(Theen) und des Fachverbandes Biogas. Balling begründet das so: Für die Biogasproduktion der Trockensubstanzgehalt eines Rohstoffs ausschlaggebend. Dieser liegt bei Mais bei 330 kg/t, bei Stroh dagegen bei 850 kg/t. „Klar ist, dass wir dieses Potenzial aber erst mit viel Aufwand erschließen können“, schränkt er ein. Dazu gehört eine Kombination aus längerer Verweilzeit im Fermenter und mechanischer Aufbereitung.

Balling, der in Thüringen und Nord-Bayern Geschäftsführer mehrerer Biogasanlagen ist, strebt einen Anteil von 20 bis 30 % Stroh im Substratmix an. Bei der 2,5 MW-Anlage in Grabsleben der Nähe von Gotha kommen heute täglich 130 t verschiedener Substrate zum Einsatz. Diese setzen sich zusammen aus 70 t Mais- und Ganzpflanzensilage, 10 t Hühnertrockenkot und 40 m3 Schweinegülle. Mit dem Stroh will Balling nach und nach den Mais reduzieren.

Das Stroh selbst wird auf dem Feld mit einer Presse mit Schneidwerk und 50 Messern vorzerkleinert. In der Biogasanlage hält der Landwirt einen Flüssigeintrag für unumgänglich, damit das Stroh bereits vor der Einbringung mit Flüssigkeit vermischt wird und sich bereits vollsaugen kann. Ansonsten drohen Schwimmschichten. Das zerkleinerte und mit Gülle vermischte Stroh wird über eine Art Fleischwolf vor der Einbringung noch einmal zerkleinert. „Wir wollen demnächst eine Hammermühle installieren, um das Material noch weiter zu zerkleinern“, stellt er in Aussicht. Dieses Aggregat hat zwar einen relativ hohen Stromverbrauch und auch hohen Verschleiß. Dennoch sei der Einsatz wirtschaftlicher als der Einsatz von Mais, ist Balling überzeugt. Auch dürfte die Vergärung gleichmäßiger ablaufen und weniger Störungen verursachen, was am Ende auch Geld spare.
 
Weitere Informationen zum Thema „Strohvergärung“ gibt es auf der Tagung „Biogas aus Stroh“, die am 30. August 2017 im westfälischen Heiden stattfindet (http://www.messen-profair.de/biogas-aus-stroh.html)

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