Bauern demonstrieren vor Supermarkt gegen ruinöse Erdbeerpreise

Erdbeeren Erdbeeren
Bild: QS GmbH

Der Lebensmitteleinzelhandel hat zu Beginn der Freilandernte massiv die Einkaufpreise für Erdbeeren auf 1,70-1,80 Euro das Kilogramm gesenkt. Es wird noch vorwiegend spanische bzw. ausländische Ware im Handel angeboten, obwohl genügend deutsche Erdbeeren in den Kühllagern zum Verkauf stehen.

„Die niedrigen Preise machen den Obstbauern schwer zu schaffen. Damit die Betriebskosten der Obstbauern gedeckt sind, muss der Lebensmitteleinzelhandel im Durchschnitt mindestens 2,20 Euro pro Kilogramm bei dem jetzigen Mindestlohntarif von 9,10 Euro bezahlen“, erklärt Franz Josef Müller, Präsident des Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO).

Schon in den vergangenen Jahren hatten die baden-württembergischen Erdbeeranbauer mit Dumpingpreisen zu kämpfen. Diese Entwicklung alarmiert den Berufsstand. „Der Lebensmitteleinzelhandel spielt seine Marktmacht auf den Rücken der Erzeuger aus. Erst ab einem Preis von über zwei Euro schreiben die Betriebe schwarze Zahlen“, sagt Müller.

Mit Blick auf den Bürokratieaufbau durch den Mindestlohn und die dramatische Marktsituation sieht Müller schwere Zeiten auf seine Berufskollegen zukommen: „Der Obstbau ist sehr arbeitsintensiv. Mindestlohn und Preisdruck durch den Handel gefährden die bäuerlichen Familienbetriebe und bedeutet das Aus für den Obstanbau in Baden-Württemberg.“ Dies verändert die traditionelle und vielseitige Kulturlandschaft in Baden-Württemberg.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Harald Finzel · 1.
    Werden Erdbeerbauern nicht vom DBV vertreten?

    Der Mindestlohn in der Landwirtschaft in Spanien liegt mit 3,91 € (Stand 2015) nicht einmal bei der Hälfte des deutschen Niveaus. Angesichts der immer wieder aufpoppenden Reportagen über die Beschäftigung illegaler afrikanischer Arbeiter in den Obst- und Gemüsekulturen der Trockenregionen Südeuropas dürfte der tatsächlich gezahlte Lohn weit darunter liegen. Und damit sollen wir konkurrieren?! --- Warum ist das dem DBV nicht einmal eine Pressemeldung wert? Es betrifft ja nicht nur das Gebiet eines Landesverbands. (Laut Google interessiert sich tatsächlich auch nur die BW-Regionalpresse für das Thema...)

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Angebot und Nachfrage regeln den Preis!

    Das Gesetz des Marktes ist hier rigoros. Allerdings sollte sich der Bundesbürger schon darüber bewußt sein, was es ihm wert sein sollte, einheimische (regionale) Ware auf den Tisch zu bekommen. Ausländische Ware zu importieren bedeutet immer auch einen gewissen Export. Export von Aufwand und Problemen. Aufwand in Form von mehr Transport und Umweltbelastung durch diesen (Kühllaster auf der Straße), Probleme in Form von Gewächshäusern oder Folien im Freiland, bzw. Bewässerung (wie z.B. in Spanien), mit aufkommenden Schwierigkeiten in der Wasserbeschaffung. Aber im Export sind wir Deutschen ja Weltmeister. Warum dann nicht auch bei den Problemen? Wenngleich kurzfristig für (fast) jeden ein Vorteil daraus zu generieren ist, langfristig wird die Zeche wahrscheinlich teurer werden als der kurzfristige Gewinn das hergibt.

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  3. von Hans Nagl · 3.
    Immer das gleiche.

    Milch, Fleisch, Erdbeeren, usw. usw.

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