76 % der Befragten würden 10 ct mehr für Milch zahlen

Fußgängerzone Trotz des positiven Ergebnisses: Die Verbraucher handeln anders als sie vorgeben (BIld: Archiv)
Große Teile der Bevölkerung würden mehr Geld für Milch ausgeben, damit die Landwirte wirtschaftlich arbeiten können. Besonders junge, gut informierte Menschen würden durchaus noch mehr für Milch zahlen. Das ergab eine Umfrage der Hamburger "nuggets - market research & consulting GmbH". Sie hatte im September 2015 insgesamt 1011 Personen befragt.

85 % der Befragten fühlen sich vom Thema „niedriger Milchpreis und die Folgen für die Landwirtschaft“ betroffen. Und 76 % sind bereit, zehn Cent mehr für einen Liter Milch zu bezahlen. Motiv ist hier die Unterstützung für die Landwirte. Die Bereitschaft mehr zu bezahlen ist bei zwei Zielgruppen besonders stark ausgeprägt: Zum einen bei den 18- bis 29-Jährigen, zum anderen bei denen, die sich gut über die Milchpreisproblematik informiert fühlen.

Allerdings fühlen sich nur 38 % der Bevölkerung gut über das Thema informiert – bei den 18- bis 29-Jährigen sind es mit nur 23 % sogar signifikant weniger, heißt es.

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15 Leserkommentare Kommentieren

  1. von arching · 1.
    Goethes Faust

    Die Botschaft hör ich wohl, doch allein mir fehlt der Glaube

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  2. von vario0_3 · 2.
    Wenn

    ich Milch melke, bekomme ich das was übrig bleibt. Wenn ich Tomaten anbaue und direkt an den Verbraucher verkaufe, verlange ich das was ich will, werfe den Rest der Tomaten in den Kompost und dem, dem das nicht passt, den schicke ich zum Aldi. Denn da sind die Tomaten billiger, bei mir besser. Somit weiß ich, wenn ich Milch melke muss ich billig melken, die Tomaten müssen aber lecker sein. Der Verbraucher will meistens nur billig, denn Aldi verkauft auch mehr Tomaten als ich. Der Verbraucher zahlt aber mir nur den hohen Preis, weil er weiß, dass es meine Tomaten sind. Wenn der Verbraucher aber weiß, dass meine Milch in der Milka drin ist, dann ist er eher bereit mehr zu zahlen. Milch ist überall auf der Welt weiss und somit austauschbar. Die Beziehung zwischen mir und dem Verbraucher ist nicht so einfach austauschbar. Dies ist bei der Milch, die über die Molkerei zum Supermarkt und dann erst zum Verbraucher geht nicht ganz einfach zu machen. Diese 76% haben ein Mitleid, meistens nur kurz zum Zeitpunkt der Umfrage, mit den Landwirten, weil sie es gerade in den Medien gehört haben. Nachher ist wieder alles beim Alten: BILLIG

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  3. von ramsdorf · 3.
    Umfragen sind Schall und Rauch

    die Meinung ändert sich sofort wenn bezahlt werden muss

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  4. von Kuhnummer1 · 4.
    Wen interessieren Umfragen,

    wer hat diese Umfrage in Auftrag gegeben? Wenn der Artikel stimmt, dann hätte das Konzept der "fairen Milch" funktionieren müssen. Aber wir kennen alle das wahre Ergebnis - Kollaps!

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  5. von detmarkleensang · 5.
    Bezahlt wird der Preis, der auf dem Produkt ausgeschrieben wird. Nicht mehr und nicht weniger!

    Also nicht fragen warum die Verbraucher nicht mehr bezahlen, wenn sie dazu angeblich bereit wären, sondern fragen, warum der Handel die Produkte so billig verkaufen will/kann. Die Antwort auf diese Frage hatte Aldi allerdings auch schon gegeben: Weil Aldi so billig einkaufen kann! Also muss die Frage gestellt werden, wer und warum so billig an Aldi und den Lebensmitteleinzelhandel verkauft! Das hieße, diese Frage an die Molkereien zu stellen. Was wohl unangenehm wäre. Die Verbraucher lassen sich leichter als Übeltäter brandmarken als die eigene Industrie. Nicht ganz ehrlich, aber einfacher. Leider.

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  6. von milton06 · 6.
    Was genau ist dem BDM gelungen?

    Vielleicht war die Demo am Freitag in Fulda doch nicht ganz so friedlich, wie es hier von Teilnehmern behauptet wird? Zumindest ermittelt jetzt die Kripo: http://www.fnp.de/rhein-main/blaulicht/Kripo-ermittelt-wegen-Bengalos-auf-Demo;art25945,1632477 Das rufschädigende Verhalten der BDM-Demonstranten hat damit vielleicht doch noch konkrete Folgen.

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  7. von Doris Peitinger · 7.
    Positives Signal - aber mehr auch nicht

    Ohne Zweifel ist es dem BDM gelungen, die Probleme des niedrigen Milchpreises gut in die Öffentlichkeit zu transportieren. So dass viele Verbraucher auch gerne mehr für Milchprodukte bezahlen würden, wenn sie denn auch beim Landwirt ankommen. Woher soll der Verbraucher aber wissen, ob er nicht eher den Reichtum eines Herrn Müller mehrt oder mithilft, einen neuen Pulverturm zu bauen? Diese Umfrage ist schon mal ein positives Signal. Aber auch nicht mehr. Denn solange die Bauern nicht marktorientiert ( im tatsächlichen Sinn dieses Begriffes! ) produzieren, wird weiter die Überproduktion und das Machtgefälle zu ihren Ungunsten ausgenutzt werden.

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  8. von beernhof · 8.
    Natürlich würden die Verbraucher mehr bezahlen!!!!............

    ......wenn sie es müssten. Sie müssen es doch nicht, weil wir ihnen das Angebot (Milch, Fleisch alles was das Herz begehrt) in Hülle und Fülle über unsere Verarbeiter, sprich Molkereien oder Schlachthöfe zu Spottpreisen "liefern". Ja das ist es doch, wir verkaufen unsere Produkte doch nicht, sondern liefern sie doch nur ab. Dabei bekämpfen wir uns noch, wer es dem LEH am billigsten "liefern" kann, siehe Molkereien, die sich ständig unterbieten, weil sie unsere ÜBERMENGEN irgendwie an den Mann bringen müssen. In diesem Kreislauf strengt sich doch niemand an, solange WIR so billig und VIEL ZU VIEL anbieten. Das ist eben Markt, der es mit uns nicht gut meint, wenn wir die Gesetze dieses Marktes ständig und selbst unterlaufen

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  9. von bananenbaer · 9.
    @Kirsten,...

    ... dann darf man auch nicht ständig die Leier vom mündigen Verbraucher spielen. Dieser benötigt angeblich immer noch mehr Informationen auf der Packung woher, wie, wann, von wem und warum dieses Produkt hergestellt wurde, welches Siegel es hat und welchem Anbauverband die Herstellung angehört. Ständig hat man im Supermarkt Leute die im Studium der Etiketten den ganzen Laden aufhalten ;-). Mal ehrlich, die einzige Information die den Käufer interessiert ist das Preisschild, da machen wir uns bitte nichts vor.

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  10. von Kirsten Wosnitza · 10.
    Wenn es nicht so billig im Regal stehen würde

    dann könnte es auch niemand in seinen Einkaufswagen legen. Heute aktuell Schnitzelbraten bei famila für 3,99 Euro. Eine Erfolgsstory des freien Marktes? Wohl kaum, sonst gäbe es jetzt nicht auch schon Liquiditätshilfen für Schweinehalter.

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  11. von jambojack · 11.
    Scheinheilig

    und wenn ich meiner Frau beim Einkaufen helfe und im Supermarkt die "normalen" Verbraucher in ihrem Einkaufsverhalten beobachte muss ich feststellen das dass nur Lippenbekenntnisse sind und doch immer wieder zum billigsten gegriffen wird.

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  12. von variomika · 12.
    @helmut

    vollkommen richtig! und noch dazu Melken wir die Chinesischen und Afrikanischen Kleinbauern mit kaputt mit unserer subventionierten Produktion.

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  13. von helmut_ehrlicher · 13.
    Es ist fast egal was die Milch kostet und der Verbraucher ist die falsche Adresse für Schuldzuweisungen

    Selbst bei 1,50 EUR / Liter würde die hier in Deutschland, ja sogar in allen Ländern Europas im Laden genau so gekauft wie jetzt bei 50 Cent. Das ist nicht das Problem und unsere lieben Mitbürger sind es auch nicht. Da gibt es keine Schlange an der Milchtheke wo hunderte Verbraucher sich über zu teure Milch beschweren und für niedrige Milchpreise beim Discounter demonstrieren. Das Problem ist, dass die Produkte schon für 50 Cent im Regal stehen! Der Verbraucher greift nur zu. Der niedrige Milchpreis hier ist ein Produkt der Überproduktion, zu wenig Anreiz bei den Molkereigenossenschaften alles rausholen zu müssen, da wird sich lieber bis aufs Blut unterboten, weil es ja nur bei den Bauern weh tut und die sollen ja eh dezimiert werden. Das ist sogar politischer Wille! Dazu kommt die immer wieder verteidigte "Marktorientierung", womit "Exportorientierung" gemeint ist. Da muß der Rohstoff Milch auch so billig wie möglich sein, um am Weltmarkt mit den Kostenführern mithalten zu können.

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  14. von Locke66 · 14.
    Weil

    ...der Handel es billiger anbietet, stösst die freiwillige Bereitschaft der Kunden, mehr zu bezahlen, stets an Grenzen... ;-)

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  15. von bananenbaer · 15.
    Warum ...

    ... tun sie es denn dann nicht?

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