EU-Prämienrechner: Rechnen Sie selbst nach!

Das Logo der Abl Die Abl will das bisherige Direktzahlungssystem zu einem Punktesystem umbauen.
Bild: Abl

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (Abl) hat einen EU-Prämienrechner auf ihren Seiten veröffentlicht: www.abl-ev.de/punktesystem. Mit diesem können Sie anonym für Ihren Betrieb prüfen, wie sich die Abl-Vorschläge für die künftige EU-Agrarpolitik auf Ihren Betrieb auswirken würden.

Weg von den an die Fläche gekoppelten Direktzahlungen, hin zu einem System, dass stärker die Umwelt- und Tierwohlleistungen eines Betriebes honoriert. So lassen sich die Vorschläge der AbL für künftige Agrarpolitik zusammenfassen.

Abkehr vom bisherigen System

Bei den flächenbezogenen Leistungen geht es der AbL z.B. um eine vielfältigere Flächenstruktur zur Stärkung der Artenvielfalt, um eine vielfältigere Fruchtfolge, den Anbau von Leguminosen, den Anteil von Grünland sowie von Landschaftselementen wie Hecken und Feldrainen im Betrieb. Auch die Flächenbindung der Tierhaltung wird berücksichtigt.

Zur Erfassung dieser Kriterien bedient sich der AbL-Vorschlag im wesentlichen solcher Angaben, die heute bereits im Antrag auf Direktzahlungen erhoben werden. Das ist bei der Bewertung des Tierwohls anders, hier werden z.B. der Stallplatz je Tier, eingestreute Liegeflächen, Außenklimabereiche, Auslauf und Weidehaltung erfasst.

Ein Punkt, ein Euro

Über ein Punktesystem werden die Kriterien einzeln bewertet und in Leistungsprämien umgerechnet. Ein Punkt entspricht dabei einem Euro. Es gibt aber für größere Betriebe noch Abschläge oder für Tierhalter mit wenig Fläche. 

Einführen will die AbL ihren Vorschlag über das neue Instrument der „Öko-Regelungen“ (Eco-schemes), das die EU-Kommission in ihren Verordnungsentwurf für die GAP nach 2020 aufgenommen hat. Nach den Plänen der Kommission sollen ab 2021 alle Mitgliedstaaten verpflichtet werden, den Landwirten eine Honorierung freiwilliger Umweltleistungen aus Geldern der Direktzahlungen anzubieten.

Sagen Sie Ihre Meinung

 „Wir freuen uns natürlich über jede Kritik und Rückmeldung. Denn letztlich geht es darum, eine Agrarpolitik mitzugestalten, die gut für den Tier- und Naturschutz und gut für uns Bäuerinnen und Bauern ist“, so Martin Schulz, Abl-Bundesvorsitzender.

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10 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Martin Schmidt · 1.
    Tierhaltung ist total unterbewertet!

    80% unserer Arbeitskraft sind direkt in der Tierhaltung gebunden, dafür soll ich nur 30% meiner Subventionen bekommen? ABL das ist noch nicht die Lösung. Ein totaler Ausstieg aus den Agrarsubventionen wäre die bessere Lösung.

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  2. von Andreas Böggering · 2.
    Da ist viel Träumerei im Spiel!

    wenn die Dürrehilfe schon in der Bevölkerung für Kopfschütteln gesorgt hat, was soll dann dieser Prämienrechner erste in der Bevölkerung bewirken?

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  3. von Jörg Meyer · 3.
    Wer erhöht die Prämiensumme

    wenn sich die Betriebe hinsichtlich der Prämienverteilung optimieren? Oder wird dann prozentual gekürzt bis die Ausgaben zu den Haushaltsmitteln passen? Das ist doch mal wieder so eine naive AbL-Aktion ohne das Ganze zu Ende zu denken! Am Ende haben die meisten Betriebe noch mehr Auflagen für das gleiche Geld! Ich plädiere für das Auslaufen aller Prämien in einem Zeitraum z.B. 10 Jahre linear. Danach nur noch umweltleistungen regional gedeckelt im Ausschreibeverfahren, damit sich ein Marktpreis für Umweltleistungen bilden kann, so kann der Steuerzahler abwägen ob ihm jede Umweltleistung dem Marktpreis wert ist! Nebenbei gäbe es z.T. für die Gesellschaft kostenlose Stillegungen und die Flächen würden nicht mehr so intensiv bewirtschaftete werden, weil der Flächenwert sinken würde! Bei den Tieren sollte vor allem die Gesundheit der Tiere am Schlachthof ermittelt werden. damit sie in eine Qualitätsstufe eingeordnet werden können, Es geht hier ums Tier und nicht um irgendein System!

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  4. von Phillip Brändle · 4.
    @ Wilhelm Gebken

    Guten Abend, der Vorschlag war ursprünglich als Ersatz für die erste Säule – also die Direktzahlungen angelegt. Gezielte Förderungen sollten nach wie vor in der zweiten Säule erfolgen. Entsprechend hätte auch der Fall eintreten können, dass es zusätzlich zu dem von der AbL vorgeschlagenen System für die Direktzahlungen, noch eine Ökoprämine, in der zweite Säule, gegeben hätte. Aufgrund der Vorschläge der EU-Kommission, die ja leider keine Grundlegende Qualifizierung der Gelder in der ersten Säule erwarten lässt, schlägt die AbL nun vor das Punktesystem über die von der Kommission vorgeschlagen Eco-schemes einzuführen. Soviel in Kürze. Beste Grüße, Phillip Brändle (AbL)

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  5. von Phillip Brändle · 5.
    @ Bernhard ten Venn

    Guten Abend, wenn Sie sich die Kriterien des Vorschlages genau ansehen werden Sie feststellen, dass nahezu alle Kriterien im Bereich Pflanzenproduktion bereits jetzt Teil des Antrags sind oder im Rahmen anderer Kontrollen (z.B. CC) erfasst werden. Es wäre also quasi kein Mehraufwand zu erwarten. Bei den Kriterien zu Tierhaltung haben sie Recht – es wäre ein Mehraufwand. Gleichwohl werden viele der vorgeschlagenen Kriterien bereits über QS, ITW oder andere Kontrollen abgefragt. Der Mehraufwand hielte sich also in Grenzen und viele Tierhalterinnen und Tierhalten sind bereits damit vertraut. Soviel in Kürze. Beste Grüße, Phillip Brändle (AbL)

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  6. von Karl-Friedrich Dierkes · 6.
    Abschaffen

    Der beste Kompromiss in Puncto Agrarförderung ist die generelle Abschaffung der Agrarförderung,damit ist die Landwirtschaft nicht mehr über das Ausgleichszahlungssystem und deren Kontrollen erpressbar und ein Teil unseres Negativimages(als Subventionsempfänger) das in der Bevölkerung herrscht ist auch weg.Es wird für uns am Anfang sicherlich nicht leicht ohne die Ausgleichszahlungen , jedoch bin ich davon überzeugt das es dauerhaft auch ohne funktioniert. In vielen Fällen wird die Agrarförderung doch eh gleich über die hohe Pacht an die Verpächter durchgereicht oder am Ende des Jahres geht sie ans Finanzamt . Probleme haben dann nur die Behörden die Ihren gewaltigen Verwaltungsapparat nicht mehr benötigen.

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  7. von Heinrich Esser · 7.
    Vernünftiger Vorschlag

    Ich habe zwar nicht das ganze Papier gelesen, dennoch halte ich das System für sinnvoll, da so der Bewirtschafter in den Mittelpunkt rückt und nicht der Besitzer. Gut wäre, wenn die Punkte automatisch bei der Antragsstellung erfasst werden, somit wird zusätzlicher bürokratischer Aufwand vermieden. Gut ist auch, dass keibe Verpflichtung besteht, am Punktesystem teilzunehmen.

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  8. von Bernd Schmitz · 8.
    Aufwand und Ertrag

    sind überall auf unseren Betrieben die Maßgabe. Wer sich intensiver um seine Tiere kümmert, in kleinen Einheiten wirtschaftet weil es der Standort nicht anders her gibt oder es seine Überzeugung ist, der erfüllt die heute als Vorraussetzung für weitere Gelder immer genannten öffentlichen Leistungen. Diese im Betrieb schon fast überall dokumentierten oder im Antrag schon erfassten Daten gilt es zu nutzen. Bisher werden die Bauern mit dem mehr an gesellschaftlicher Leistung dafür nicht honoriert, gerade sie sichern aber die öffentlichen Gelder. Niemand sonst hat einen derartigen Vorschlag gemacht bisher. Es ist somit kein Bürokratiemonster sondern der Ansatz, erbrachte Leistungen endlich zu honorieren, so wie wir es eigentlich alle wollen.

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  9. von Wilhelm Gebken · 9.
    Der Vorschlag enthält viele Komponeten die von Biobetrieben erfüllt sein müssen. Wird die Bioprämie abgeschafft ?

    Es könnte sonst eine Doppelförderung vorliegen

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  10. von Bernhard ten Veen · 10.
    ???

    Das wird ja ein NOCH Grösseres Bürokratie- und Kontrollmonster als Das was wir schon haben... -anscheinend haben die Damen & Herren des AbL nicht genug auf Ihren Betrieben zu tun. ... und Ausserdem- wer soll das Bezahlen ??? die EU ist ja jetzt schon am Ende der Finanzleistungsgrenze... vom Innerdeutschen Haushalt ganz zu schweigen... ...auf was für Bäumen schlaft Ihr nachts ???

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