AbL: „Europa treibt Betriebe durch Mercosur-Freihandel in den Ruin“

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Bild: Archiv

Diese Woche versuchen die Chefunterhändler in Brüssel den Freihandelsvertrag zwischen der EU und den Mercosurstaaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zum Abschluss zu bringen. Ein Streitpunkt bleibt weiterhin die Landwirtschaft.
 
Martin Schulz, konventioneller Neuland-Schweinehalter und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warnt hierzu, dass die EU eine Ausweitung der zollfreien Importquoten für Rindfleisch aus den Mercosurstaaten von 70.000 auf 99.000 t plant, um das Abkommen nicht scheitern zu lassen.

„Mercosur würde in Europa die Preissituation auf den Betrieben, sowie einen Ausbau des Umwelt- und Tierschutzes unter Druck setzen“, kritisiert Schulz. Er teilt die Bedenken des europäischen Verbandes Copa-Cogeca, dass in Europa Betriebe verloren gehen. „Aber Copa-Cogeca hat diese Politik mit zu verantworten. Denn mit ihrer Lobbyarbeit setzt der Verband seit jeher darauf, dass mit der EU-Agrarpolitik der Export über die Maßen angeheizt wird“, sagt Schulz.

„In Deutschland und EU-weit leiden allen voran die tierhaltenden Betriebe immer häufiger unter andauernden Tiefpreis-Krisen. Und für diese Exportorientierung braucht es Marktöffnung und Freihandeslabkommen wie etwa mit den Mercosur-Staaten.“ Die AbL lehne daher ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ab.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Harald Finzel · 1.
    Die AbL kennt keine Verhältnismäßigkeit.

    Klar ist eine Ausweitung der Rindfleischimporte problematisch, und Mercosur würde sicher mehr Nachteile als Vorteile für heimische Betriebe bringen. Dass aber ausgerechnet die 29.000 Tonnen mehr an zollfreier Ware (das sind sagenhafte 60 Gramm pro EU-Bürger und Jahr!) Betriebe in den Ruin treiben sollen, darf dann doch bezweifelt werden. Warum prangert die AbL nicht lieber die immer weiter steigenden Kosten z.B. durch neue Verordnungen an, die eine wesentlich größere finanzielle Belastung der Betriebe zur Folge haben? Weil die AbL dann nicht auf Linie mit ihren grünen "Freunden" wäre?

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