Aeikens bekräftigt Forderung nach Reduzierung der Biogasförderung

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens drängt weiter auf eine Reduzierung der Biogasförderung. „Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat das Grundproblem nicht gelöst“, so der CDU-Politiker gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe. Nach wie vor bestehe der Konflikt zwischen Nahrungsmittelerzeugung und Biogasproduktion.

Aeikens: „Die Nahrungsmittelerzeugung, die inzwischen weitgehend unter marktwirtschaftlichen Bedingungen erfolgt, konkurriert mit der massiv vom Staat geförderten Biogasproduktion. Im Ergebnis gibt es erhebliche Verzerrungen zu Lasten der agrarischen Produktion.“ Die Tendenz in einigen Regionen zu einer „Vermaisung“ der Landschaft sei ungebrochen.

„Kein anderes Land in Europa subventioniert die Biogasproduktion ähnlich hoch wie Deutschland“, stellte der Minister fest. Als drittgrößter Agrarexporteur der Welt sei Deutschland jedoch gut beraten, hausgemachte Hindernisse abzubauen. Aeikens hält eine erneute Novelle des EEG daher aus ökonomischen und ökologischen Gründen für unerlässlich. Ziel müsse es sein, die Biogasproduktion stärker auf Reststoffe zu konzentrieren und den Einsatz von Mais insbesondere in Großanlagen zu reduzieren. „Biogas sollte vornehmlich in Verbindung mit Viehhaltung erzeugt werden“, fordert der Minister.

Er räumte ein, die Biogasförderung bereits seit geraumer Zeit problematisiert zu haben, ohne dass es bislang nennenswert Wirkung gezeigt habe. Er sehe sich jedoch in dieser Frage nicht als einsamen Rufer in der Wüste, sondern finde bei seinen Agrar- und Umweltministerkollegen zunehmend Gehör.

Sowohl bei der Agrarministerkonferenz Ende Oktober in Suhl als auch beim Treffen der Umweltminister Anfang November in Dessau-Roßlau will Aeikens das Thema ansprechen. Gleichzeitig versicherte er, sein Anliegen auch darüber hinaus „im Interesse der hiesigen Land- und Ernährungswirtschaft“ weiter beharrlich zu verfolgen. Dabei hoffe er auf wachsende Einsicht. (AgE)

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von werni · 1.
    @1christians und @krone

    Mit Neid hat das nichts zu tun.Auch mit Lobyismus der Ernährungswirtschaft auch nicht. Wenn Biogasanlagen Pachtpreise von über 1000€/ha bezahlen so wie es z.b.3 Stück im nördlichen Ostallgäu passiert kann man nicht von gleichen Bedingungen mehr sprechen.Das neuseste ist das Betriebsleiter in Vorruhestand gehen können weil die hohen Pachtpreise der Anlagenbetreiber zum Leben reichen.Finanzieren tun wir das alle übers "EEG".Es werden mehr Arbeitplätze(Molkereien)vernichtet als geschaffen werden. 30cent /kw für Biogas und 9 cent Vergütung für Windkraft da sieht man doch was sich lohnt.Dazu kommt mittelfristig die Nitratbelastung der Böden durch die Gier der Betreiber.Mein Credo:Ausstieg aus Biogas! Warum setzt sich der BDM nicht dafür ein???

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  2. von 1christians · 2.
    Lobby der Ernährungsindustrie

    Hier hat die Ernährungsindustrie mal wieder ganze Arbeit geleistet. Die Ernährungsindustrie sieht ihre Rohstoffkosten explodieren und arbeitet gegen alles was das Angebot verknappt. Wo wären unsere Agrarpreise (Getreide, Milch, Fleisch) ohne erneuerbare Energien und Biogas? Erinnert euch mal an vor 10 bis 15 Jahren. An die Neidhammel in der Bauernschaft, wenn bei euch in der Nachbarschaft eine Biogasanlage steht, wäre es wohl vernünftiger die Anlage mit Substrat zu unterstützen, als das sich die Anlage selbst nach Substrat umschauen muß. Dann gewinnt der Verpächter. Es muß natürlich für beide Seiten passen. Eins ist sicher wenn die Anlage steht, wird sie betrieben, denn die Bank die sie finanziert hat will ihr Geld zurück. von Christian

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  3. von krone · 3.
    Teller oder Tank

    Hallo Liebe Berufkolegen,Ich kann den Neid und das dumme gequatsche nicht mehr hören. Jedem ist es freigestellt eine Biogasanlage zu Bauen und zu betreiben, es ist nicht alles Gold was glänzt.Wir können ja mal eine Umfrage in der Bevölkerung starten und fragen ob Sie lieber alle Ackerflächen mit Mais oder zu den jetzigen Atomkraftwerken noch ein paar mehr in Deutschland haben wollen um den Energiebedarf zu decken. Und der meiste Mais wird immer noch von den immer Größer werdenden Kuhbauern angebaut. Es ist immer noch so das wir Strom Impotieren und Milch und Schweinefleisch Expotieren müssen. Eins steht Fest:Wenn es auf dauer nicht mehr Biogasanlagen giebt geht bei euch die Melkmaschiene bald aus!!!! Und dann müßt Ihr mit der Hand Melken!!!

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  4. von chrisitho · 4.
    Biogas

    Endlich jemand der das propblem erkennt.

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  5. von Agrarwelt · 5.
    Biogas !!

    ist das Krebsgeschür für die Landwirtschaft - eine völlig aus dem Ruder laufende Geschichte Gurß Konrad

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  6. von Agrarwelt · 6.
    Biogas !!

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  7. von werni · 7.
    Biogas!

    Bravo Herr Aikens,weiter so.Endlich mal wieder ein Politiker der die Sprache das Volkes spricht.Ich hoffe das sie noch viele Verbündete finden.Für für eine Kürzung der Biogasförderung würde ich auf die Straße gehen. Da ist einiges aus dem Ruder gelaufen.Biogas ist im Moment die größte Bedrohung für alle Milchvieh und Veredelungsbetriebe. Gruß Werner

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