Alfs über Hate Speech, Apokalyptiker und das verzerrte Weltbild der Agrargegner

Klaus Alfs
Bild: www.klausalfs.de

Bauern sehen sich im Internet zunehmend Hasskommentaren und Beleidigungen von Kritikern ausgesetzt. Versuche, hier mit sachlichen Argumenten und Fakten die Vorwürfe zu entkräften, schlagen meistens fehl; die Gegner sind ideologisch fest in ihrer Welt. Nicht selten sind die angegriffenen Landwirte in der Reaktion durchgehend in der Defensive und kommen nicht aus der Rechtfertigungsecke heraus, in die sie die unbekannten Schreiber drängen. Das erklärte der Autor Klaus Alfs am Donnerstag beim Agrarblogger-Camp in Münster.

Behauptungen sind zu Tatsachen geworden

Die radikalen Schreiber in den Sozialen Netzwerken – die im Übrigen gar kein Interesse an Argumenten und Aufklärung haben - hätten dabei den Vorteil, dass sie zuerst mit ihren Beschimpfungen starten und der Angegriffene reagieren müsse. Mit einfachen Aussagen würden sie die Leser auf ihre Seite ziehen. Wer kann schon etwas gegen den Schutz von Natur und Tier haben? Typisch seien dann auch stets aggressive Fragen. Der Landwirt ist dann automatisch der Täter und soll antworten.

Dazu kommt laut Alfs das heutige Phänomen, dass Bürger Behauptungen bereits als Tatsache ansehen. „In ihren Augen ist es eine Tatsache, dass die Landwirtschaft Boden und Wasser vergiftet, Wildtiere vernichtet und Tiere quält! Das sehen sie jeden Tag in den Nachrichten und Zeitungen. Und jetzt wollen Bauern mit ihnen über angebliche Fakten sprechen. Doch das sind nicht deren Tatsachen, weshalb Rechtferigungen sooft wirkungslos bleiben. In den Augen vieler Bürger ist eine Landwirtschaft wie auf einem Gnadenhof das Idealbild“, stellt Alfs klar.

Aus diesem Grund habe die geplante Plakataktion des Bundesumweltministerium außer den Bauern auch niemanden gestört. Viele Verbraucher wunderten sich, warum sich die Landwirte so aufregen. „Für die entsprechen Hendricks Bauernregeln den Tatsachen.“ Die Wut der Bauern werde daher als Ablenkung der Agrarindustrie wahrgenommen nach dem Motto, "Getroffene Hunde bellen".

Ganz wichtig ist hier laut Alfs, dass die Bauern in solchen Fällen nicht noch draufhauen, sie müssten eigentlich den Dialog suchen. „Dialog ist aber nicht möglich, weil beide Gruppen von unterschiedlichen Fakten ausgehen. Dialog ist aber das Gespräch auf Augenhöhe mit gleicher Ausgangsbasis.“

Heute gerate man da sofort in die Verteidigung, Kritik kommt immer mit Vorwürfen, ohne Fakten. „Fakten sind jedoch Arbeit, die gemacht werden muss. Die Kritiker tun dies regelmäßig und schaffen eigene Fakten in ihrem Sinne, z.B. durch Studien, Gutachten, Umfragen und Medienberichte. Sie haben dann handfeste Beweise, um ihre Vorwürfe zu untermauern“, erklärte der ausgebildete Landwirt weiter. Ohne Einigung bei den Grundlagen ist seiner Überzeugung nach kein Dialog möglich. Ideologie und Pseudowissenschaft könne man nicht widerlegen, so die ernüchternde Aussage Alfs. Über Nonsens Begriffe könne man ewig streiten.

Stänkern gehört zum Handwerk der Ideologen

Klaus Alfs Klaus Alfs bei der Podiumsdiskussion in Münster
Bild: Deter
Wie der Diplom-Sozialwissenschaftler weiter erklärte, arbeiten Kritiker dogmatisch, sie wollen nicht diskutieren, sie sind fest von ihrer Ansicht überzeugt. Daher braucht man als Landwirt auch nicht argumentieren oder sachlich antworten. Vielmehr seien jetzt intelligente subtile Mittel, Humor und Emotionen notwendig. „Es ist bewiesen: Wer stänkert, bekommt viele Klicks. Ideologen verstehen aber keinen Spaß, da werden die ungemütlich und kommen aus dem Konzept“, so Alfs weiter. Dazu nannte er interessante Praxisbeispiele, wo vom Spott getroffene Angreifer recht dünnhäutig geworden seien. Auch prominente Politiker, etwa bei den Grünen, würden gnadenlos alle Kommentatoren bei Facebook sperren, die mit sachlichen Argumenten Behauptungen entkräften.

„Entrüstung und Empörung der Kritiker sind Taktik und unterbinden jede Diskussion. Wenn ein Schreiber aber intelligent reagiert und eine Gegenfrage stellt, kommt er aus dem Rechtfertigungsmodus heraus.“ Als Tipp empfiehlt Alfs, negative Kommentare nicht zu löschen, die Schreiber würden sich damit selbst blamieren. „Sammeln Sie stattdessen die schönsten Beleidigungen und posten mal ein "Best of Hate Speech", das führt die Szene vor. Und antworten sie ruhig auf solche Einträge. Seien Sie offensiv, kommen Sie aus dem Rechtfertigen heraus. Eine Warum-Frage darf sie nicht einschüchtern“, so Alfs. Kontern Sie schnell mit einer witzigen oder coolen Antwort und legen dann mit einer Gegenfrage nach:

Beispiel 1:
Angreifer: „Die armen gequälten Kühe müssen euch die Milch geben, die Kälber werden weggenommen!“
Antwort: „Ja, weil Mäuse nicht soviel Milch geben, deshalb.“

Und dann sofort den Spieß umdrehen: „Was verstehen Sie unter…?“, Wie kommen Sie auf…?“. Laut Alfs soll man in den Rückfragen auch direkt die Begriffe reflektieren.

Beispiel 2:
Angreifer: „Landwirtschaft schädigt die Kulturlandschaft!“
Antwort: „Nein, die Kulturlandschaft schädigt die Landwirtschaft! Bodenversiegelung zerstört die Natur, für den Verkehr werden fruchtbare Wiesen zubetoniert, das neue Baugebiet steht da und da…“

Gegner sind oft Apokalyptiker

In diesem Zusammenhang kritisierte Alfs den kürzlich als "Nachhaltigkeitsoffensive" aus dem Berufsstand bekannt gewordenen Vorstoß der Bauern. „Man kann nicht sagen, wir haben die Natur geschädigt. Dann hat man verloren, wir sind doch selber Natur, Mensch = Tier. Was schädigen wir denn?“, zeigte sich der Autor fassungslos. Er empfiehlt, die Aussagen umzudrehen: „Ja wir machen auch Fehler, aber wir haben schon dieses oder jenes verbessert und eingeführt etc.“

„Viele Gegner sind Apokalyptiker, wie es sie auch schon vor Jahrhunderten gab, nur haben sie heute Mittel, um ihre Hassbotschaften zu streuen. Laut dem Kommunikationsexperten wollen sie eine Wende, das müsse man zurückweisen. „Wir brauchen keine Agrarwende!“.
 
Das Problem sei heute, dass die Landwirtschaft keine positiven Bilder vermitteln kann. Die Realität als Rechtfertigung interessiere keinen. „Wir müssen von den Kampagnen der Kritiker lernen und solche Aktionen mit eigenen Inhalten füllen. Etwas Witziges ist gut, nicht diese defensiven Aktionen des Berufsstandes, wo ein Landwirt in den Boden greift und bettelt, lass uns doch leben“, so Alfs provokativ.

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23 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Gebken · 1.
    Danke Doris, für die Bestätigung meiner Ausführungen zur Marktwirtschaft:

    Zitat: "Im übrigen sind auch die Bauern zu mindestens 90% Verbraucher und geben auch keinen Mitleidspfennig an der Kasse ab."

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  2. von Doris Peitinger · 2.
    Marktwirtschaft oder bewußt herbeigeführtes Marktversagen auf dem Rücken der Bauern?

    Will hier tatsächlich jemand behaupten, dass diese Zustände "die Marktwirtschaft" sind? Schon durch die ungerechte Subventionsverteilung ist gesichert, dass diese nicht so funktionieren kann, wie sie eigentlich sollte. Durch die vergangene Förderpolitk, die rein auf Aufstockung des Tierzahl ausgelegt war, wird bewußt und zielgerichtet für eine Überproduktion gesorgt. Samt den psychologischen Wachstumsbeschwörungen, die in der Schulzeit beginnen, in den grünen Blättern weitergehen und bei markigen Sprüchen enden wie "der Weltmarkt saugt alles auf" oder "wenn Aldi zickt, geht die Milch nach China. Wohl mehr als postfaktisch! Durch die dauernde Überproduktion und die daraus resultierende schwache Marktstellung der Erzeuger können die Molkereien auch nach Gutdünken das Restgeld zuteilen. Diese angebliche "Marktwirtschaft" ist nichts anderes als ein gut durchdachtes Marktversagen auf Kosten der Bauern. Und der Staat, der eigentlich die Aufgabe hätte, bei Marktversagen entsprechende Rahmenbedingungen zu setzen, damit der Markt wieder funktioniert, hält sich logischerweise zurück da er ja selbst von billigen Lebensmitteln profitiert - und aus eben diesem Grund damals den Bauernverband gegründet hat. An genau diesen Punkten muss angesetzt werden, anstatt dem Verbraucher anzulasten, dass er nur das bezahlt, was auf dem Ettikett steht. Im übrigen sind auch die Bauern zu mindestens 90% Verbraucher und geben auch keinen Mitleidspfennig an der Kasse ab. Das heißt somit: Die Subventionspolitik muss geändert werden. Der Staat muss seiner marktwirtschaftlichen Verpflichtung nachkommen, Rahmenbedingungen für eine bedarfsgerechte Produktion und damit kostendeckende Preise zu schaffen. Und der Bauernverband sollte sich endlich entscheiden, ob er für die Bauern oder für die vor- und nachgelagerten Stufen und weiterhin für billige Lebensmittel auf dem Rücken der Bauern eintritt. Anstatt immer obskurere Ablenkungsversuche zu starten und eine Task-Force zu beschäftigen, die diese durchsichtigen Manöver auch noch beklatschen soll!

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  3. von Wilhelm Gebken · 3.
    @HansNagl

    Was ist falsch an meinen Feststellungen?

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  4. von Hans Nagl · 4.
    @Wilhelm Gebken

    Also dann ist DANN der heilige Markt das allein selig machende ??? Es bestätigt auch meinen Schlusssatz. (So machen wir uns Bauern gegenseitig EU-und Weltweit die Wert Schöpfung kaputt).

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  5. von Wilhelm Gebken · 5.
    @HansNagl, meine Antwort

    Wir reden hier über Marktwirtschaft: Auschließlich der Käufer und sonst Niemand entscheidet über das Angebot: Der Verbraucher hat die Wahl, er kann sowohl den Mozarella für 0,69 € als auch den für 1,09 € kaufen. Egal für welchen er sich entscheidet, der andere Mozarella wird verschwinden oder zumindest Prozentanteile im Regal verlieren. Die Erzeugungskette wird sich auf diese Käuferentscheidung einstellen. Werbeeffekte sind nur von untergeordneter Bedeutung. Man kann in diesem Zusammenhang auch nicht von "Schuld" sprechen. Der Käufer handelt rational. Er entscheidet aufgrund seiner persönlichen Lebensumstände, seines Wissens und seiner Erfahrung. Damit gibt er beiden Produkten den Preis, den er zu zahlen bereit ist. Die Erzeugungskette in der Marktwirtschaft muss noch nicht einmal wissen, warum der Käufer sich so oder so entschieden hat, sie wird ebenfalls rational darauf reagieren. Sobald sich der Verbraucher ein Produkt wünscht, dass es nur in Kleinstmengen gibt oder das es nur früher gegeben hat, wird er es entsprechend nachfragen und die Erzeugung wird darauf reagieren. Das, was zur Zeit in die "Lebensmittelversorgung" hineininterpretiert wird, inklusive der Schuldzuweisungen und des Bauernmobbings, hat rein gar nichts mit den Mechanismen des Marktes zu tun. Es ist ein Paralleluniversum von Meinungen, Ideologien und vor allem von Begehrlichkeiten Dritter.

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  6. von Hans Nagl · 6.
    @Wilhelm Gebken ein alter Kommentar von mir

    Zum Beispiel Bayerischer Mozzarella in Südtirol im COOP eine Kugel 250g 69 € Cent ein Einheimischer Mozzarella dagegen von der Brixner Molkerei 1,09 € die Kugel . Ist jetzt der Verbraucher schuld wenn er den billigen Bayerischen kauft ? Oder ist Molkerei schuld wenn sie so billig anbietet? Oder Ist COOP (Handel) an den billigen Preis schuld ? Oder sind wir Bauern schuld da wir über den Verbrauch produzieren? Also so einfach auf den Handel und den Verbraucher schimpfen ist auch nicht . So machen wir uns Bauern gegenseitig EU-und Weltweit die Wert Schöpfung kaputt.

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  7. von Wilhelm Gebken · 7.
    @HansNagl

    ganz falsch. Der Hühnerbaron ist nur dann erfolgreich, wenn der Verbraucher diese Waren nachfragt und kauft. Es ist die reinste Art der demokratischen Entscheidung. Jeden Tag, immer wieder aufs Neue entscheidet der Verbraucher über das, was, wo und wie produziert wird und auch darüber wie und wo es verkauft wird. Keine Werbung könnte jemals so stark sein, um sich über diese grundlegenden Entscheidungen hinwegzusetzen. Und der Verbraucher bringt damit noch etwas zum Ausdruck: Nämlich dass er das, was der "kleine Bauer" produziert gar nicht haben will. Also verschwindet der "kleine Bauer" und ich bin im Interesse der "kleinen Bauern" froh darüber, dass es die "großen Bauern" gibt, denn dadurch erhält der ehemalige "kleine Bauer" noch eine angemessene Kapitalverzinsung auf sein Land. Eigentlich ist das ganz einfach. Das blöde ist nur, dass der "Verbraucher", der täglich auf´s Neue diese Entscheidungen trifft, in einem Paralleluniversum als "Bürger" auftritt und dort erklärt, dass er die von ihm selbst so gewollte Situation für "doof" hält.

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  8. von Lars Henken · 8.
    Hate Speech

    Ich finde Herr Alfs hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Wir brauchen aber ja auch gar nicht soweit gehen, die besten Beispiele für Hate Speech, Falschaussagen und unsachliche Angriffe findet man doch auch in den Top Agrar Kommentaren. Man braucht sich einen Teil der Kommentare nur durchlesen, um zu erfassen wie wahr die Aussagen von Klaus Alfs sind.

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  9. von Hans Nagl · 9.
    @Wilhelm Gebken

    Nein:Falsch zuerst macht der Großbetrieb (Hühnerbaron) mit Überschüsse die Preise kaputt. Dadurch bekommen dann kleine Bauern auch Probleme . Das Perverse an den System ist doch, das dann der Großbetriebe unter dem Deckmantel Erhalt der Bäuerlichen Landwirtschaft Subventionen einfordern und erhalten.

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  10. von Doris Peitinger · 10.
    Scheinbar ist es manchem entgangen...

    Noch nicht mitbekommen, dass die Bauern noch im alten System leben? Gut, dass hier aufzeigt wird, welche Resultate die derzeitige Agrarpoltik hervorbringt. Warum hören gerade kleine Betriebe auf? Vielleicht, weil sie es können? Schon mal überlegt, dass ein Teil der größeren Betriebe - gerade die, die investiert haben - gar nicht aufhören können, auch wenn sie wollten, wenn sie ihre Investitionszuschüsse nicht zurückzahlen können? Dieses System ist darauf angelegt, die Bauern mit allen Mitteln in der Hand zu haben! Genau deshalb gehört eine sinnvolle Änderung her, die auf die Bauern abgestimmt ist und nicht auf die möglichst billige Nahrungsmittelproduktion auf ihre Kosten!

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  11. von Doris Peitinger · 11.
    Herr Alf verdreht bewußt die Tatsachen

    Diese Hype um die angeblich unwissenden und sogar bösartigen Verbraucher und NGOs ( wobei sich der Bauernverband lustigerweise und auch fälschlicherweise davon ausnimmt ) ist erst entstanden, als den Verbrauchern durch die Aktionen des BDM bewußt wurde, dass die heile Bauernwelt, die immer vorgespiegelt wurde ( gerne durch Streichelevents und Hochglanzbilder mit stolzen Bauern nach der Milchkuhspiegelung ), nicht existiert. Und die Preisproblematik in das Bewußtsein gerückt wurde. Und sich immer mehr Verbraucher und NGOs mit den Milchbauern solidarisch erklärten - und eine Änderung der Agrarpoltik einforderten. Einer Agrarpoltik, die ein unglaubliches Bauernsterben auslöst. Nicht nur durch die ungerechte Subventionsverteilung, die immer weiter verteidigt wird, sondern vor allem durch den Kampf des DBV und Teilen der Poltik gegen eine marktgerechte Produktion der Bauern und somit kostendeckende Preise, um die Verbraucherpreise auf ihrem Rücken niedrig zu halten. Es hat sich ein riesiger Wasserkopf um die Bauern gruppiert, die davon profitieren, dass ihnen die Wertschöpfung abgenommen wird. Und die sie schwach halten wollen, um sie in der Hand zu haben. Während auf all diejenigen, die eine Änderung herbeiführen wollen, regelmäßig ein bösartiger Shitstorm abgeladen wird. Und zwar von den Gleichen, die den Bauern permanent und vehement eine Opferrolle einreden wollen. Es liegt rein an den Bauern, ob sie die Tatsachen sehen und für sich nutzen. Oder ob sie der billigen Masche von Profiteuren, wie Herrn Alf, glauben. Der logischerweise ganz bewußt die Realität verdreht und Feindbilder schafft, um durch eine Spaltung den status quo beizubehalten.

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  12. von Wilhelm Gebken · 12.
    @HansNagl - Agrarwende, Chance für die kleinen Bauern?

    Nicht mitbekommen, dass die "kleinen Bauern" seit ein paar Jahren scharenweise ihre Höfe dichtmachen? Woran das wohl liegt? Tip: Nicht die Ursache mit der Wirkung vergessen! ZUERST macht der kleine Bauer seinen Betrieb zu und ERST DANACH übernimmt der böse Großbetrieb die Flächen, nicht umgekehrt.

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  13. von Jörg Meyer · 13.
    Es tut gut so etwas zu lesen!

    aber der Bauernverband sollte die Blogger ünterstützend begleitend aber auf keinen Fall vereinnahmen! Dass hier schon wieder gewisse Personen Kritik äußern zeigt das die Blogger ernst genommen werden, von Kritikern der modernen Landwirtschaft! Es tut sich was und das ist gut so und wird einigen Leuten nicht gefallen...

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  14. von Wilhelm Gebken · 14.
    "Die Kritiker (...) schaffen eigene Fakten in ihrem Sinne, z.B. durch Studien, Gutachten, Umfragen und Medienberichte. Sie haben dann handfeste Beweise, um ihre Vorwürfe zu untermauern“

    Er hat völlig Recht! Es geht um die Meinungsführerschaft auf dem Marktplatz der Argumente! Und da hat die Landwirtschaft viel zu lange geschlafen. Aber noch können wir den Spieß umdrehen. Es wäre sogar recht einfach. Aber dazu brauchen wir unsere Berufsvertretungen und denen fehlt es nun mal an Fantasie. Ich gebe nur mal ein einiges Beispiel was möglich wäre um die Meinungsführerschaft zurückzugewinnen: Studien! Unsere Gegner berufen sich regelmäßig auf Studien die diesen Namen nicht verdienen. Wir kommen an Gelder für solche Studien nicht mehr ran, grünlinks sei Dank! Aber wir haben landwirtschaftlichen Nachwuchs auf den Hochschulen. All diese jungen Leute suche nach Themen und Unterstützung für ihre Masterarbeiten. Wir könnten Themen anbieten und auch unterstützen. Und weil wir dann mit der Wahrheit arbeiten, wird auch mittelfristig Niemand diese Ergebnisse ignorieren können. Bauernverband wach endlich auf!

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  15. von Hans Nagl · 15.
    So ein Käse . Immer neue Feindbilder

    "Wir brauchen keine Agrarwende" laut Herrn Alfs. Die Agrarwende hat am 1 Januar 2009 begonnen mit dem Verbot der Käfighaltung von Hühnern. Jetzt sind wir uns doch Mal ehrlich was wäre wenn es dieses Verbot nicht gäbe, ein bis fünf Hühnerbarone wie Pohlmann würden den Markt aufteilen. Jetzt aber haben auch Bauern mit Boden- und Freilandhaltung eine Chance. Die Agrarwende hat begonnen und wird weitergehen. Wir müssen sie nur auch als Chance für die kleinen Bauern nutzen.

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  16. von Gerd Schuette · 16.
    @ Michael Pohl

    Vor 500 Jahren hat Luther seine Thesen an die Tür genagelt und wider den Ablasshandel gepredigt. Heute ist der Ablasshandel in moderner Form wieder da.

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  17. von Detmar Kleensang · 17.
    Der DBV kann kein Netzwerk mit guten Leuten aufbauen.

    Weil die guten Leute, die ruhig und sachlich wie selbstkritisch argumentierenden und Kompromisse suchenden Bauern aus den Landesbauernverbänden rausmanövriert, mindestens aber die Kommunikation dieser Bauern mit dem Bauernverband durch selbigen unterbunden werden. Pöbelnde und verleumderische Stimmen aber werden von Landesbauernverbänden "gelikt", gestreute Fehlinformationen noch unterstützt. Solange Hasskommentare und Beleidigungen durch Kritiker mit Hasskommentaren und Beleidigungen durch Bauern und Bauernverbände sowie deren Mitarbeiter und Funktionäre beantwortet werden (siehe jüngst den unsachlichen Shitstorm sogenannter "Agrarblogger" und anderer gegen die verletzende Plakataktion von Hendricks BMUB) spielt der Berufsstand seinen Kritikern lediglich noch in die Hände. Bauern waren einst ein stolzes Volk, das um die Dinge wusste, die es tat und dies dem Nachbarn und jedem Interessierten nahe bringen konnte und wollte. Mittlerweile ist bei vielen Bauern leider nur noch eine Verteidigungshaltung wahrnehmbar, die zumeist darauf gründet, dass sie sich einbilden, in eine Opferrolle gedrängt zu werden. Viel zu oft wird diese Opferrolle unnötig selbsttätig eingenommen und in eine Verteidigungshaltung abgerutscht. Anstatt Kritikern unvoreingenommen zuzuhören, einen Schritt zurück zu treten um etwas Überblick zu erhalten, aus welchen Gründen man kritisiert wird, machen einige Kollegen ohne richtig hingehört zu haben gleich einen großen Schritt auf die Kritiker zu, um diese am liebsten würgen zu wollen. Leider bleibt die Sachlichkeit dabei meist auf der Strecke. Der Gegenangriff scheint zur Pflege des eigenen eingebildet geschundenen Ego's, welches auf der selbst eingenommenen Opferrolle beruht, wichtiger und lohnenswerter zu sein. Das mag menschlich vielleicht noch verständlich sein, in der Sache bringt uns solch ein Verhalten aber nicht weiter. Wo ist unser Selbstvertrauen und unser Stolz geblieben, dass wir jede Kritik sachlich entschärfen und kompromissbereit auf Kritiker zugehen können?

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  18. von Josef Meier · 18.
    Herr Alfs hat vollkommen Recht,

    es gibt wirklich nur die Möglichkeit auch nur den kleinsten Angriff auf die Landwirtschaft sofort umzudrehen von Opfer auf Kläger. Es reicht oft schon die Frage an den Gegner ob er mit seinem Abgasbetrügerauto noch zufrieden ist, und dazu der Hinweis daß die Landwirtschaft seinen extremen Kohlendioxydausstoß durch seine jährlichen Fernreisen trotz intensivem Ackerbau kaum noch kompensieren kann. Also sofort schwerstes Geschütz auffahren und den Pöbel medial am Nasenring durch die Arena schleifen und möglichst vernichten.

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  19. von Kirsten Wosnitza · 19.
    Herr Alfs profitiert persönlich davon

    den Bauern eine Faktenlage einzureden von der er im Anschluss als “Berater” selbst profitieren möchte. Niemand ist gezwungen, sich öffentlich im Netz zu bewegen. Jeder kann seine facebook Seite allein seinen Freunden öffnen und “Angreifer” auf seine Persönlichkeit außen vor halten. Wer sich zum Blogger berufen fühlt, der begibt sich bewusst in den Fokus öffentlicher Kritik und sollte so vorgebildet sein, dass Unsachliches an ihm abprallt. Es sollte zudem bekannt sein, dass aggressive Schreiber geblockt werden können. Im Übrigen ist es schon sehr erstaunlich, dass sich gerade Herr Alfs über das schlechte Niveau der “Gegner” der Landwirtschaft erregt. Ein Blick auf die Kommentare der Schreiber auf seiner eigenen Facebook Seite gibt allerbeste Beispiele darüber, was Niveaulosigkeit im Netz bedeutet. Wer noch nicht weiß, was “Hate speech” meint, der bekommt auf Herrn Alfs facebook Seite in den Kommentaren auch dafür ausreichend Beispiele. Bevor sich zumindest noch mehr Milchbauern gegen Verbraucher und Gesellschaft aufhetzen lassen (schließlich braucht es dann starke Männer und Verbände, welche die Bauern vor der bösen Welt beschützen), sollten sie sich mit Fakten beschäftigen. Dazu gehört die Umfrage der niedersächsischen Organisation Dialog Milch, die im im November 2015 die Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Forsa Institutes veröffentlicht hat. Das Thema lautete Meinungen und Einstellungen der Bürger zur Milchwirtschaft Nur ein sehr kleiner Teil, nämlich 13% der 1001 befragten Bürger hält die Milchwirtschaft für unwichtig oder weniger wichtig als andere Wirtschaftszweige . Das bedeutet, dass 86% aller Befragten der Meinung sind, Milchwirtschaft sei sehr wichtig bis wichtig. Es sind auch nur 7 % dabei gewesen, die überhaupt keine Milch trinken. Bei ihrer Kaufentscheidung, so sagten zwei Drittel befragten Verbraucher, sei die Marke eines Milchproduktes sei entscheidender für sie als der Preis. 66% aller Befragten hatten in der letzten Zeit Presseberichte über die Milchwirtschaft in Europa und in Deutschland wahrgenommen. und kaum zu glauben, 76 % waren in den letzten 10 Jahren auf einem Milchviehbetrieb. Was uns zu denken gibt, ist dass in Bezug auf die Tierhaltung nur knapp die Hälfte der Befragten, also 49 % der Meinung war, die deutsche Milchwirtschaft setze sich stark für das Wohlergehen der Kühe ein. Gleichzeitig zeigten die Befragten ein sehr großes Interesse an der wirtschaftlichen Situation der Milchviehhalter. Sogar 81% hatten von den Protesten der Milchbauern gehört und dabei wissen 90 % , dass diese Proteste mit sinkenden Milchpreisen bzw. zu geringen Erlösen für die Produkte zu tun haben. Dabei hielten 92% hielt diese Proteste der Milchbauern für gerechtfertigt. Auf die Frage, ob deutsche Landwirte zu viel Unterstützung aus EU Geldern bekämen antworteten übrigens 67 % mit Nein. Den Molkereien gegenüber äußerten sich die Befragten skeptisch. Die Begründung der Molkereien, dass der aktuelle Preisverfall durch "massive, nicht vorhersehbare Einbrüche des Weltmarkts" verursacht sei, halten nur 23% für glaubwürdig; 73% dagegen für unglaubwürdig. Wer sich permanent einreden lässt, er sei ein Opfer der Gesellschaft, der distanziert sich nicht nur von dieser, sondern er verliert den Blick für die wirklich wichtigen Probleme. Anstatt diese zu lösen (was natürlich nicht im Sinne derer wäre, die AN der Landwirtschaft und den Bauern ihr Geld verdienen) schaut er sich nach starken Rettern um, macht sich von diesen immer mehr abhängig, befindet sich in ständiger Frustration und wird letztendlich handlungsunfähig. Mit unternehmerischen Handeln hat dies nichts zu tun.

    Das meinen unsere Leser:
  20. von Wilhelm Grimm · 20.
    Herr Alfs ist ein Guter.

    Warum baut der DBV kein Netzwerk mit guten Leuten auf.? Dann ließe sich auch auf Angriffe viel schneller und kompetenter reagieren und gleichzeitig zum Gegenangriff übergehen.

    Das meinen unsere Leser:
  21. von Wilhelm Grimm · 21.
    Man kann nicht sagen, wir haben die Natur geschädigt.

    Das aber hat der WLV gemacht und damit den von ihr kritisierten Rukwied in Schwierigkeiten gebracht. Wer von Einigkeit spricht, muss es auch vorleben.

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  22. von Michael Pohl · 22.
    Moderner Ablasshandel

    Ich stimme den Aussagen von Herrn Alfs zu. Ich möchte noch weitergehen, denn unsere Zeit wird durch den modernen Ablasshandel an der Wahlurne bestimmt. In den Grosstädten bewegen sich soviele Menschen, deren Bedürfnis nach "billig" unendlich ist. Billige Klamotten vom Discounter, billige Lebensmittel aus dem Regal. Durch Spenden an den BUND oder an der Wahlurne kann man wieder bequem und ohne Reue den Flieger in den nächsten Urlaub besteigen. Die Frage die sich nach der Abschaffung unserer Berufsgruppe stellt und ich denke es wird konventionelle und Bio-Bauern treffen, was kommt danach? Erst die Atomkraft, dann der Bauer und dann vielleicht der Verkehr?

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  23. von Henrik Plaas-Beisemann · 23.
    Dem ist nichts hinzuzufügen

    "Man kann nicht sagen, wir haben die Natur geschädigt.Dann hat man verloren,..."

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