Altmaier will Energiewende und Naturschutz in Einklang bringen

Altmaier, Ruge, Jessel BfN-Fachforum: Bundesumweltminister Peter Altmaier, Nina Ruge, BfN-Präsidentin Beate Jessel (von links nach rechts)
Bundesumweltminister Peter Altmaier will eine Versöhnung von Energiewende und Naturschutz. „Eine erfolgreiche Energiewende gelingt nur im Einklang mit der Natur“, sagte er anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in Bonn. „Nur wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien naturverträglich erfolgt, wird er auf Dauer auch die Akzeptanz der Bevölkerung finden.“ BfN-Präsidentin Beate Jessel sprach sich für eine räumliche Steuerung von erneuerbaren Energien an.

„Der Naturschutz muss schon früh in die Gestaltung der Energiewende integriert werden“, fuhr der Bundesumweltminister fort. So könnten nach einer grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz verstärkt auch Naturschutz- Kriterien in die Ökostromförderung einfließen. Der Ausbau der Bioenergie zum Beispiel habe in vielen Regionen bereits eine Belastungsgrenze erreicht. Der Ausbau der Windkraft im Wald erfordere eine besonders sorgfältige Standortwahl. „Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt auch für die Energiewende“, so Altmaier. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss ökologisch, ökonomisch
und sozial verträglich geschehen.“

Eine gute Idee zur Versöhnung von Energiewende und Naturschutz findet Altmaier den Vorschlag vom NABU für eine Clearingstelle. Eine solche unabhängige Stelle könnte die Konflikte zwischen Energiewende und Naturschutz auflösen, indem sie informiert, aufklärt und gegenseitige Vorurteile abbaut. „Letztlich wollen wir doch alle das Gleiche: Klimaschutz, saubere Energie und eine intakte Natur“, sagte der CDU-Politiker. „Aber nur wenn wir unsere Anliegen in die richtige Balance bringen, werden wir sie auf Dauer auch umsetzen können.“

BfN-Präsidentin Beate Jessel begrüßte die Pläne für eine stärke Einbeziehung des Naturschutzes in Sachen Energiewende ausdrücklich. Mit Sorge betrachtete Jessel aber die durch die Energiewende ausgelöste Nutzungskonkurrenz auf der Fläche: „Der vermehrte Anbau von Energiepflanzen oder ein stärkerer Holzeinschlag darf nicht zu Lasten einer nachhaltigen Landnutzung gehen. Ich bin überzeugt, dass ein naturverträglicher Umbau unserer Energieversorgung möglich ist.“

Die Präsidentin sprach sich für eine besser koordinierte räumliche Steuerung von erneuerbaren Energien aus. Ein Ziel müsse sein, zu einem regionalabgestimmten Energie-Mix zu gelangen, so Jessel. (ad)

Empfehlen Sie den Artikel weiter:

Das interessiert Sie bestimmt auch:

4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von simson09 · 1.
    Ok.Naturschutz und wettbewerbsfairness und Biogas geht schon mal garnich

    Das meinen unsere Leser:
  2. von xf1 · 2.
    @simson09

    Diese Aussage so pauschal zu treffen, ist sachlich falsch, und zudem unfair gegenüber unseren Berufskollegen, die diesen Weg eingeschlagen haben, und damit als kleiner Baustein der energetischen Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen die Märkte entlasten. Wenn man Ihre Aussage berichtigt, müsste es heißen: "Naturschutz" und Natur geht garnich.....

    Das meinen unsere Leser:
  3. von simson09 · 3.
    Biogasanlagen und Naturschutz geht schon mal garnich.....

    Das meinen unsere Leser:
  4. von xf1 · 4.
    Jeder will ein Stück vom Kuchen....

    Schutzgeld für alle Windräder und Biogasanlagen? >>>>> http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-Die-merkwuerdigen-Methoden-des-Nabu-1064279.html <<<<< Spendensammler, die sich zulasten von Mensch, Tier und Umwelt die Taschen füllen, sollten von jeglichem Gespräch ausgeschlossen werden.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren