App, die Landwirte öffentlich verurteilt

Ziel der neuen App ist es, einen Überblick zu erhalten, "wie groß die negativen Einflüsse auf die Natur in den Gemeinden, Landkreisen und im Land sind".
Bild: App-Store/Canva

„Grüne Umwelt“ heißt eine neue App, in der jeder Nutzer anonym Umweltangelegenheiten melden und verfolgen kann. Unter Umweltangelegenheiten sind nach der App-Beschreibung „insbesondere Umweltsünden, die nachhaltig unsere Lebensgemeinschaften schädigen“, zu verstehen.

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Ziel der neu entwickelten App sei es, einen Überblick darüber zu verschaffen, wie groß die negativen Einflüsse auf die Natur in den Gemeinden und Landkreisen sei. Solche Meldungen wären zum Beispiel Landwirte, die innerhalb der Sperrfrist Gülle ausbringen oder Müllentsorgungen in der Natur. Wer etwas melden möchte, kann ein Foto über die App hochladen, diese sucht sich dann darüber den Standort. Der Nutzer kann wählen, ob er anonym bleiben oder seinen Namen angeben möchte.

Durch die App könnten Missstände aufgedeckt und direkt an die Umweltschutzbehörde weitergegeben werden. Entwickelt wurde die App von Jürgen Schnellrieder aus Fintel (Kreis Rotenburg-Wümme). Er ist Vertreter der Grünen im Gemeinderat.

In den sozialen Medien sind Landwirte und Verbände entsetzt. Bauer Willi vermeldet: „…für alle, die mal ihre Bauern vor Ort denunzieren wollen. Und das ganz anonym!“ Der Bauernverband Schleswig-Holstein schreibt in seinem Facebook-Post: “Warum geht man so mit uns um? Wir arbeiten vor den Augen der Bürger. Und wir arbeiten mit den Unbildern der Natur. Da geht es oft darum, den besten Kompromiss zu finden… Was können Bauern selber tun? Uns an die Vorgaben der Düngeverordnung halten und dort Gülle fahren, wo es geht. Uns gegenseitig darauf aufmerksam machen, wo etwas falsch läuft. Konstruktiv auf Kritik des Bürgers reagieren!“

Meldung eines Unbekannten Users in der App "Grüne Umwelt"
Bild: App-Store
In der Beschreibung der „Grünen Umwelt“-App werden folgende Beispiele für die Nutzung der App genannt:

  • “Vorkommnisse durch extensive und industrialisierte Landwirtschaft (Einsatz von Pestiziden, Havarien von Gülle, Gärreste und ähnliches, Zerstörung von Wegerainen und anderen Gebieten, die für den Erhalt unserer Umwelt und für den Artenschutz wichtig sind.

  • Havarien durch Industrie- und Transportunfälle

  • Illegale Ablagerung von Müll jeglicher Art
  • Störende Emissionen und Immissionen“

Die kostenlose App finden Sie hier im Google Play Store.
 

Mehr zum Thema:

„Grüne Umwelt“ nicht die erste App dieser Art

Die neu entwickelte App „Grüne Umwelt“, die vom Ortsverband Fintel (Kreis Rotenburg) ins Leben gerufen wurde, sorgte vergangene Woche für große Empörung. Eine ähnliche App gibt es allerdings schon seit dem Jahr 2014 unter dem Namen „Meine Umwelt“ für die Länder Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt...

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Leserkommentare

  • Reinhold Klüh

    12.02.2018 - 02:29 Uhr

    (...)

    (...) Diese App hab hat erhebliche rechtliche Mängel. Man sollte umgehend an Google herantreten und um Löschung derselben ersuchen. Aus diesem Grunde wird sie Apple schon nicht anbieten !

  • Heinz Behrmann

    11.02.2018 - 14:42 Uhr

    Alle Bauern bitte die app runterladen , dann mit Fake - Anzeigen die Behörden lahmlegen !!?? Heinz Behrmann

  • Wilhelm Grimm

    11.02.2018 - 09:54 Uhr

    Gerhard Steffek und die Revolution, es ist alles viel bekloppter.

    Nicht nur das Güllefass. Ich bin mit dem Kalkstreuer am Weiterfahren gehindert worden, in dem sich ein mit einer Frau bewaffneter Hund vor den fahrenden Trecker stellte und die Frau schrie: "Glyphosat, Glyphosat, Glyphosat usw.. Daran lässt sich der Wert von Umfragen und der Bildungsstand von Nichtlandwirten zu landwirtschaftlichen Themen erkennen.

  • Alexander Audrit

    10.02.2018 - 20:55 Uhr

    Ein Aufruf zum anonymen Denunzieren, (...) Hier gibts überhaupt nichts zu Diskutieren, diese App gehört verboten! Oder wann kommt die App mit der ich Autofahrer anschwärzen die Mühl aus den Auto auf unsere Felder werfen? Wo sind wir hier eigentlich angekommen? Weiter so Deutschland!

  • Gerhard Steffek

    10.02.2018 - 17:59 Uhr

    Die Revolution -

    frißt ihre eigenen Kinder! Denn damit werden genauso die Ökobetriebe an den Pranger gestellt. Jeder der mit seinem Güllefaß aufs Feld fährt wird hiermit zum Opfer, auch der Ökobetrieb, denn welcher 08/15-Bürger kennt hier den Unterschied? Auch die Bioweinbauern, Kartoffelbauern, Obstbauern, die mit Kupfersulfat arbeiten sind hiervon betroffen. Der 08/15-Bürger sieht auch hier nur die Spritze, aber keinen Unterschied. Willkommen im 21. Jhd., anscheinend dem Jahrhundert des ökologischen Irrsinns.

  • Oswald Steinle

    10.02.2018 - 11:58 Uhr

    Auf den ersten Blick erscheint diese app sinnvoll aber ...

    Wer schüzt diese App vor gezielten Falschmeldungen / falsch zusammengestellten bildern, die bewusst reingestellt werden um bestimmte Gruppen / Privatpersonen etc. zu schädigen ? Ich kann den Müll ja auch selbst im Wald abladen und dann ein foto machen und melden "ach herje schaut mal hier hat iergend so ein Schufft Müll abgeladen" .... zuviele falsche Meldungen macht keinen Sinn ....!

  • Gerd Kempken

    10.02.2018 - 09:25 Uhr

    Welcher Teufel hat diesen Grünen geritten , solche Methoden hatten wir schon mal analog und nicht digital ,einmal in brauner Farbe und bis 1989 in rot in der DDR . Und dabei ist die grüne Version noch verkommener weil jetzt jeder Denunziant anonym bleibt. Aber glücklicherweise ist ja der Entwickler dieser Denunzianten App bekannt.... Hoffentlich schläft er jetzt nicht mehr ganz so ruhig...

  • Detmar Kleensang

    10.02.2018 - 08:49 Uhr

    Schade

    das es diese App nicht auch für Apple-Geräte gibt. Da würden mir gleich etliche Bürger im Ort einfallen, die Glyphosat mit der Gießkanne ausbringen im heimischen Garten. Pur. Und auf gepflasterten Flächen. Jeden Wildpinkler würde ich fotografieren und melden. Jeden nicht aufgesammelten Hunde-Schiss. Gerade jetzt im Winter auf den Bürgersteigen Salz zu streuen ist ebenfalls eine Umweltsünde erster Güte. Ob es die Bürger tun oder die Straßenverwaltung. Also eigentlich erachte ich solch eine App als äußerst wertvoll. Jeder sollte sie nutzen! Für alles!

  • Gerd Uken

    09.02.2018 - 21:25 Uhr

    schon alles erstaunlich

    Z.B. der Nabu der einen Kooperationsvertrag mit VW hatte, der aber 2015 nach der Dieselaffäre gekündigt wurden nur die Zahlungen laufen anscheinend noch 5 Jahre weiter von 2002 bis 2015 10,6 Milo.€ Willkommen Wolf! Nicht VW direkt sondern der Tochter Financial Services. Nachzulesen im Spiegel.

  • Egge Mansholt

    09.02.2018 - 20:54 Uhr

    Illegale Ablagerung von Müll jeglicher Art Störende Emissionen und Immissionen“

    Wie Herr Kunz schon schreibt, jeder muß alles melden. Bis die Schwarte kracht. Hier gibt es genug Möglichkeiten. Die App voll zu müllen.

  • Dietmar Fritz

    09.02.2018 - 20:25 Uhr

    Schon wieder!

    Was nötigt die Redaktion wieder mal Leserkomentare zu beschneiden. Der Fokus sollte doch mehr auf die Beschneidung solcher Appkreationen gelegt werden.

  • Josef Kraus

    09.02.2018 - 19:55 Uhr

    Von Öko(...) für Öko(...).

  • Stefan Gruss

    09.02.2018 - 17:13 Uhr

    Das sind ja Methoden wie (...). Nur da hatten sie noch keine Handys. Ich bin gespannt bis wann alle konventionellen Bauern den Bauernstern tragen müssen . Eine App auf der man alle Lügen der Grünen über die Landwirtscht sammeln und der Öffentlichkeit zeigen könnte wäre aber auch nicht schlecht........

  • Paul Siewecke

    09.02.2018 - 15:10 Uhr

    Dann werden sich ja einige Stadtwerke und Kommunaldienste...

    und auch etliche "Privatkrauter" einmal mehr überlegen müssen, ob sie auf dem Gehweg mit der Rückenspritze hantieren. Auch ist jedem Berufskollegen zu empfehlen, von Straßenrändern lieber einen halben Meter Sicherheitsabstand zu halten. Aber die meisten von uns halten sich eh an die Vorschriften. Die Ordnungsämter oder wer auch immer auf die App-Daten zugreift, werden sich aber meist für die Fälle zuerst interessieren, wo auch am meisten zu holen ist. Was mich aber grundsätzlich stört an der App ist die einfache Möglichkeit der anonymen Denunziation. Den Datumsstempel bei Fotos kann man ändern und dann ist es ein Leichtes, z.B. angebliche Verstöße gegen Sperrfristen anzuzeigen... Wo ich aber Möglichkeiten der App sehe, wäre z.B. die einfache Meldung von Unfallwild, was manchmal mehrere Wochen am Straßenrand liegt ohne dass sich ein Entsorger darum kümmert....

  • Steffen Hinrichs

    09.02.2018 - 14:30 Uhr

    Alles melden bis die App qualmt !

    Wenn ich wieder einen Hund auf meinen Flächen schießen sehe ,Müll aus den Fahrzeugen geschmissen wird ,.... .

  • Wilhelm Grimm

    09.02.2018 - 14:30 Uhr

    (..)

    haben uns noch gefehlt.

  • Günter Bliwernitz

    09.02.2018 - 13:38 Uhr

    Was für Methoden?

    Das erinnert mich schon sehr an die (...)

  • Christoph Plugge

    09.02.2018 - 13:35 Uhr

    Einfach im App Store melden...

    Gar kein Problem, diese Denuzianten App, kann man auch einfach im App Store als "unangemessen" mit entsprechender Begründung melden. (In der Hoffnung das es etwas bringen wird) Was ich nur jedem empfehlen kann!

  • Erhard Kunz

    09.02.2018 - 13:13 Uhr

    Alle herunterladen

    und jeden SUV fotografieren, jede Straße, jeden Fußballplatz, jede Tennishalle, vor allem jeden Flieger, euch fällt bestimmt noch jede Menge ein und melden. Alles Umweltsünden! Im übrigen wären die Gründer von Bündnis 90 bestimmt stolz auf die (...)methoden der nächsten Generation. Vielleicht finden auch die AFD Anhänger diese (...)methoden gut.

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