BBV: "Grüne verbreiten falsche Zahlen zum Wasserpreis"

Anton Hofreiter Anton Hofreiter schreibt auf Facebook zu den falschen Zahlen: "Die Bundesregierung lässt zu, dass die Agrarindustrie unsere Landschaft mit Gülle aus der Massentierhaltung überschwemmt. Dafür müssen wir jetzt alle die Zeche zahlen."
Bild: Facebook

„Trinkwasserpreise in Deutschland dramatisch gestiegen!“ Diese Nachricht hat die Bundestagsfraktion der Grünen in der vergangenen Woche verbreitet. Man habe Zahlen des Bundesamtes für Statistik ausgewertet und dabei herausgefunden, dass der Wasserpreis zwischen 2005 und 2016 um 25 Prozent angestiegen ist. Der Schuldige war für Anton Hofreiter, den Chef der Bundestagsfraktion, auch gleich gefunden: die Landwirtschaft, erklärt der Bayerische Bauernverband in einer Pressemitteilung.

Noch am selben Tag habe das statistische Bundesamt dann eine Klarstellung versenden müssen: Die Auswertung der Grünen sei falsch. Die Fraktion habe Zahlen miteinander verglichen, die gar nicht vergleichbar sind. „Darauf hatte das Bundesamt auch deutlich hingewiesen, doch die Grünen haben sich einfach darüber hinweggesetzt. Doch Nachrichtenagenturen und Medien hatten die von den Grünen zusammengezimmerte Horrormeldung bereits verbreitet“, sagt Georg Wimmer, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes.

„Keine Frage: Fehler können passieren. Doch das Vorgehen der Grünen gegen die Landwirtschaft hat System“, kritisiert Wimmer. Das zeige das aktuelle Beispiel einmal mehr: Trotz der Richtigstellung des statistischen Bundesamtes fanden sich die falschen Zahlen auf der Webseite der Grünen-Bundestagsfraktion noch Tage später, so der BBV weiter. Aktuell ist bei Anton Hofreiter auf Facebook noch dieses Video live:

"Selbst in Berlin müsste Hofreiter mitbekommen haben, dass die Qualität des Grundwassers daheim in Bayern sehr gut ist – und sich zuletzt noch weiter verbessert hat“, sagt Wimmer. Dem neuesten Bericht des Landesamtes für Umwelt zufolge erfüllen über 90 Prozent des Grundwassers die strengen gesetzlichen Grenzwerte für Nitrat und Pflanzenschutzmittel. Beim Rohwasser können in Bayern sogar knapp 97 Prozent sofort und ohne weitere Aufbereitung als Trinkwasser verwendet werden.

„Diese erfreuliche Entwicklung ist insbesondere auf das enorme Engagement der bayerischen Bauern für den Wasser- und Gewässerschutz zurückzuführen. Aber solche Fakten interessieren die Grünen anscheinend nicht. Stattdessen werden Fake-News verbreitet und damit Wahlkampf auf Kosten der Bauern gemacht“, sagt Wimmer. „Wir fordern, dass sich die Grüne-Bundestagsfraktion dafür offiziell bei den Bauernfamilien entschuldigt!“ Eine schriftliche Anfrage des Bayerischen Bauernverbandes dazu an die Bundestagsfraktion der Grünen wurde bislang nicht beantwortet. 

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Warum eigentlich nicht der DBV?

    Was mich doch etwas verwundert: warum äussert sich der BBV und nicht der DBV, da dies doch ein bundesweites Thema ist? Schläft der DBV, macht man Arbeitsteilung?

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  2. von Heinrich Albo · 2.
    Wenn die Medien neutral wären dann

    müssten sie mit Herrn Hofreiter genau so umspringen wie mit Frau Schulze-Föcking...Im Gegensatz zu dieser verbreitet er ABSICHTLICH die Unwahrheit...

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  3. von Paul Maier · 3.
    Baron von Münchhausen als Vorbild.

    Doch bei ihm war allen Leuten klar, dass er Lügengeschichten erzählte. Aber sie wurden trotzdem geliebt und viel gelesen, selbst wenn sie noch so skuril waren. Die neueste Horrorrstory der Grünen über die gestiegenen Wasserpreise wurde von den Medien gierig aufgesogen und breitgetreten anstatt kritisch hinterfragt. Dabei war ein Preisanstieg um 25 % für den genannten Zeitraum bei anderen Verbrauchsgütern ebenfalls zu beobachten. Auch darauf wurden die Autoren der Meldung sofort hingewiesen. Man fragt sich als Landwirt schon, wie lange dürfen die Grünen noch ihr übliches Panikorchester gegen die Landwirtschaft spielen, bis ihnen dann endlich einmal die Seriosität auch von der Öffentlichkeit abgesprochen wird? Anderen Parteien im Deutschen Bundestag würde man solche Fake News nicht so großzügig nachsehen.

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  4. von Willi Kremer-Schillings · 4.
    Wasserkosten sind das eine...

    ...Stromkosten das andere. Jürgen Trittin sagte in 2004: "Die Förderung der erneuerbaren Energie wird jedem Haushalt nicht mehr als eine Kugel Eis kosten". Dabei sind die Stromkosten gegenüber dem Wasserpreis exorbitant in die Höhe geschnellt. Warum reden die Grünen nicht darüber? Wer hat das EEG auf den Weg gebracht? Wer hat behauptet, die Bauern würden die Ölscheichs von morgen? Auflösung: Renate Künast. Irgendwie haben die Grünen mit der Wahrheitsfindung ein Problem...

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  5. von Wilhelm Grimm · 5.
    Der BBV ist erneut auf Zack,

    aber auf Zack zu sein, ist nicht genug. Ihr müsst damit in die überregionalen Medien und die Hauptnachrichtensendungen, wie die Grünen auch. Andernfalls ist das alles brotlose Kunst. Vorsätzliche Lüge muss auch als Lüge in den Medien so genannt werden.

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  6. von Alois Riedl · 6.
    Abmahnung vom Anwalt?

    Abmahnung vom Anwalt schicken lassen?

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  7. von Hubert Dabbelt · 7.
    Klassse BBV

    Endlich wehrt sich ein Bauernverband gegen die Fake News. Nur die Opferrolle bringt uns nicht weiter.

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  8. von Gerd Schuette · 8.

    Mit fakenews Ängste zu schüren scheint in der Politik zunehmend zum Tagesgeschäft zu gehören. Weltweit, System- und Parteiübergreifend. Angeheizt durch moderne Medien und Urbanisierung werden die gesellschaftlichen Gräben immer tiefer. Die Menschheit steht hier möglicherweise vor einer ihrer größten Herausforderungen in ihrer Geschichte.

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