BDM-Mitglieder protestieren mit Milchpulveraktion vor der Staatskanzlei München

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Bild: BDM

Der BDM hat am Dienstag mit - nach eigenen Angaben - 500 Landwirten und 200 Schleppern vor der Staatskanzlei in München demonstriert.

Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ hatte der BDM seit dem 25. August verschiedene Pulveraktionen durchgeführt, um die Folgen des seiner Meinung nach "unzureichenden und völlig falsch gehandhabten" Sicherheitsnetzes für den EU-Milchmarkt zu thematisieren und bildlich zu zeigen. Neben riesigen Schuldenbergen für die Milchbauern seien auch immense Milchpulverberge entstanden, die die dringend nötige schnellere und deutlichere Erholung der Milcherzeugerpreise verhindert haben, erklärte BDM-Pressesprecher Hans Foldenauer.
 
Bei der Demo in München bliesen die Teilnehmer mehrere Säcke Milchpulver mit einem Gebläse hoch in die Luft. Die zentralen Forderungen der Milchbauern lauteten dazu: "In der Krise Milchübermengen eindämmen statt übermäßig einlagern! Der bestehende Milchpulverberg muss marktunschädlich abgebaut werden!" Vertreter von German Watch und der Weltnothilfe prangerten an, dass der Export von billigem Milchpulver in Dritte-Welt-Länder dort die Kleinbauern existenziell bedrohe und auch hier den Bauern massiv schade.
 
Die Milchviehhalter wandten sich in München explizit an Ministerpräsident Horst Seehofer und die CSU, mit der Aufforderung, sich in den Koalitionsverhandlungen auch auf Bundesebene dafür stark zu machen, dass die längst überfällige Erweiterung des Sicherheitsnetzes für den Milchmarkt um effiziente, mengenwirksame Kriseninstrumente umgesetzt werden müsse. Bayern habe in der Milchmarktpolitik auf Landesebene vorgemacht, dass es unabhängig von politischen Farbenspielen möglich ist, agrarpolitische Positionen zu vertreten, die die Interessen der Bauern stärker in den Fokus rücken, heißt es von Seiten des BDM.

Staatsminister Dr. Marcel Huber, der in Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Kundgebung auftrat,  wurde ein Milchviehhalter-Appell überreicht, in dem detailliert die Positionen der Milchviehhalter erläutert wurden.
 
„Das EU-Sicherheitsnetz muss jetzt ausgebaut werden, solange die Markterholung noch anhält. Kippt der Markt wieder, entstehen erneut Verluste, die die ohnehin stark angeschlagenen Milchbetriebe massiv gefährden. Dann muss ein wirksames Kriseninstrumentarium, das zur Markterholung beiträgt, schon einsatzbereit sein“, betonte BDM-Vorsitzender Romuald Schaber.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Dr. Willi Billau · 1.
    BdM kümmert sich

    Die bleiben am Ball. Steter Tropfen höhlt den Stein. Die Mengen sind nicht nur bei der Milch das Problem. Entweder wir tun was oder wir werden abgerechnet mit dem was über bleibt!

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  2. von Doris Peitinger · 2.
    Aufschlussreiche Kundgebung

    Ich denke, es war für alle, die daran teilnahmen, eine sehr aufschlußreiche Kundgebung. Sowohl die Aussagen der beiden Herren von German Watch und der Weltnothilfe, die ausführten, welche Auswirkungen die Lieferung von Milchpulverüberschüssen auf die Milcherzeuger in den Entwicklungsländern hat. Und darüber hinaus die Befragung der Repräsentanten der CSU, der SPD. der Grünen und der Freien Wähler. Am Beifall der Bauern war klar ersichtich, wer hier als Unterstützer glaubhaft ist - und wer nicht! Danke an die vielen Traktorfahrer ( es waren mehr als 200 Traktoren! ), die teilweise lange Wege auf sich genommen hatten und wieder ein großartiges Bild abgaben! Es zeigt, dass nicht locker gelassen wird - nachdem mehr als der halbe Weg schon geschafft ist!

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  3. von Matthias Zahn · 3.
    Auch Nichtmitglieder dabei

    Aus der nördlichen Oberpfalz sind auch immer wieder Nichtmitglieder dabei! Die sparen sich zwar den Beitrag aber die Unterstützung ist da! Und vor allem die Bereitschaft ein Mengensteuerndes System mit zu tragen. Und die Bauern die bei den Programmen zur Mengendisziplin mitgemacht haben, waren bestimmt auch nicht nur BDM Mitglieder. Deshalb könnte man auch schreiben "Milchbauern protestieren vor Staatskanzlei!"

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