Backhaus fordert zentralen Geflügelpest-Krisenstab

Dr. Till Backhaus
Bild: DRV

Mit großer Sorge hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus den bundesweit unterschiedlichen Umgang mit der Stallpflicht zur Kenntnis genommen und deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium um die Einberufung des zentralen Krisenstabes gebeten.

Einige Bundesländer haben sich entgegen der jüngsten Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts, in der das Einschleppungsrisiko des für Geflügel hochpathogenen H5N8-Virus in Hausgeflügelbestände oder Bestände mit gehaltenen Vögeln wie Zoos durch den direkten oder indirekten Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel nach wie vor als hoch bewertet wird, für die teilweise Aufhebung der Stallpflicht entschieden.

„Für Tierhalter ist dies sicherlich eine gute Nachricht, mir persönlich bereitet sie große Bauchschmerzen. Wie sollen wir ein Virus solchen Ausmaßes – das ganz offensichtlich keine Ländergrenzen kennt – in Schach halten, wenn die tierseuchenrechtlichen Vorsichtsmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden“, so der Minister.

Angesichts der neuen Geflügelpestfälle überall in der Republik zeigte sich der SPD-Politiker enttäuscht von Alleingängen, wie in Niedersachsen. „Es verwundert mich schon, dass Herr Meyer seine Teilaufstallung mit der aktualisierten Risikoeinschätzung des FLI begründet, in seiner Presseerklärung aber mit keinem Wort erwähnt, dass das Bundesinstitut die Risikolage nach wie vor als unverändert hoch beschreibt. Auch drängt sich mir der Verdacht auf, dass man im grünen Niedersachen mal wieder auf einem Auge blind ist. Warum sonst, bleiben 70 % der kleinen Geflügelbetriebe von der Aufstallung verschont, etwa 90 % des kommerziell gehaltenen Geflügels müssen aber weiterhin eingesperrt werden", so Backhaus. Er fragt sich auch, wer die vielen angekündigten Ausnahmeregelungen fachgerecht kontrollieren soll.

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