Bartmer mahnt sachliche Diskussion bei TTIP an

EuroTier

Das angestrebte Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA wird gegenwärtig lebhaft diskutiert. Anstelle nüchtern die Vorteile abzuschätzen und die Risiken vorurteilsfrei abzuwägen, wird mit Emotionen und Halbwahrheiten Stimmung gemacht, erklärte DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer am Mittwoch auf der EuroTier in Hannover.

Bartmer sprach sich dafür aus, das weitere wirtschaftliche, technologische und politische Zusammenwachsen der Länder nicht unnötig zu behindern. Allerdings müssten die sich rund um die Verhandlungen zum TTIP rankenden Diskussionen und Demonstrationen ernst genommen werden. „Diese verlangen nach Transparenz, Partizipation und Kommunikation“, betonte der DLG-Präsident.
 
Werde das Abkommen unterzeichnet und damit eine transatlantische Freihandelszone zwischen den USA und Europa umgesetzt, so würden sich in ihr die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt mit insgesamt mehr als 800 Millionen Menschen enger zusammenschließen. „Das Abkommen wird weltweit Maßstäbe setzen bei Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz und damit zur positiven Gestaltung der Globalisierung beitragen.“ Darin liegt nach Bartmer eine bedeutende geopolitische Bedeutung von TTIP.

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12 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Doris Peitinger · 1.
    Ernstzunehmender sachlicher Beitrag des Herrn Bartmer???

    Herr Bartmer kann ganz beruhigt sein: Gerade diejenigen, die das TTIP kritisch sehen, haben sich ( soweit es möglich ist, bei den Brocken, die der Öffentlichkeit zugänglich sind ) umfassend informiert. Und wägen ganz sachlich die Vor- und Nachteile ab. Und sehen ganz genau, dass die Nachteile für die jeweilge Bevölkerung überwiegen. Während aus den Reihen der Befürworter irgendein undefinierbares Geschwurble kommt - man beachte hierzu die Aussagen eben des Herrn Bartmer in dieser Angelegenheit. Glaubt er tatsächlich, hiermit einen ernstzunehmenden TTIP - positiven Diskussionsbeitrag zu liefern? Wird nicht vielmehr versucht, die sachliche Ebene möglichst nicht zu berühren, sondern undefinierbare Beruhigungspillen zu verteilen?

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  2. von hollerbach · 2.
    Europa

    ist doch nicht Wettbewerbsfähig!!!!!!!!!!!!!!!! EU Vorschriften,Nationale Vorschriften,Kostensituation alles völlig lächerlich. Die EU Bauern werden die Verlierer sein das ist in dem Schachspiel so vorgesehen.

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  3. von Bauer-Berni · 3.
    immerhin findet jeder 2.Detsche das TTPI gut

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ttip-haelfte-der-deutschen-findet-freihandelsabkommen-mit-usa-gut-a-1000224.html

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  4. von Bauer-Berni · 4.
    (...)

    dann akzeptieren unsere Verbraucher doch Gentechnik?

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  5. von AAAABBBB · 5.
    Tipp, die Katze im Sack

    Tipp ist eine Katze im Sack, die niemand wirklich haben will. Sie eröffnet sehr gr. Firmen, die weltweit operieren die Tore, hebelt dafür die nationalen Rechte/Verbraucherrechte aus. Über 250 Organisationen/Institutionen in Deutschland haben das erkannt. Je mehr pauschal von Amtsträgern wie Bartmer nur pauschal beschwichtigt wird ohne sachliche Argumentation oder Fakten, je kritischer werden die Leute.

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  6. von toddelg · 6.
    Der Bericht vom

    Spiegel ist ja wieder mal ein Beleg, wie wenig sich wirklich mit Gentechnik beschäftigt wird. Als Landwirt sollte man solchen Unsinn mit Vorsicht genießen, plötzlich ist es dem Verbraucher egal ob sein Schnitzel aus Deutschland kommt oder aus Brasilien, denn beide füttern ja gv-Soja. Und das Gene in der Nahrung nicht zur Mutation führen hat der Mensch seit dem er auf allen Vieren durch die Welt kriecht schon bewiesen, es ist bis heute kein Mensch mit Blumenkohlgenen aufgetaucht. Daher macht es keinen Sinn Fleisch zu deklarieren. Und warum soll nur deklariert werden, was die Landwirtschaft an Gentechnik in der Nahrung beiträgt? Wo bleibt die Kennzeichnung von Medikamenten, Vitaminen, Zusatzstoffen usw, die alle mit Gentechnik hergestellt wurden? Das fordern die Grünen und Greenpeace lieber nicht, denn dann wäre die Gentechnik Debatte Geschichte. Und "ohne Gentechnik" ist nur noch ein Marketing Gag, sollte eher umbenannt werden in "mit wenig Gentechnik".

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  7. von variomika · 7.
    @Berni

    Was Verbraucher wollen und kaufen ist 2 erlei, meistens entscheidet dann doch der preis

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  8. von Bauer-Berni · 8.
    an unseren Wesen soll die Welt genesen

    Wir sind ganz schön arrogant und meinen wohl: Was geht uns die Welt außerhalb Deutschlands oder Europa an. Dabei treiben wir Handel mit der ganzen Welt und fahren dabei sehr gut. Wir leben davon, auch wir Landwirte sollten wissen, dass ein Großteil des Geldes, mit denen die Verbraucher unsere Produkte bezahlen, im Ausland, also in der ganzen Welt erwirtschaftet wurde. Je mehr wir Handel in der Welt treiben können und desto größer unser Wohlstand. Und was den amerikanischen Verbraucherschutz angeht, da setzten wir doch unseren Verbaucherschutz gegen. Auch in den USA gibt es viele Verbraucher die keine Gentechnik in ihren Nahrungs mitteln wolle , da liefern wir doch gerne. Ja und unsere Verbraucher? Nach allen was die Verbracherschützer sagen wollen sie keine Gentechnik in ihren Nahrungsmitteln und keine Chlorhähnchen und und... D.h. heist für uns: Wir können exportieren und unsere Verbraucher verschmähen die amerikanischen Lebensmittel. Für uns Landwirte ist das doch eine "Win Win" Situation,also auf, freuen wir uns auf das TTIP

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  9. von nohring · 9.
    Trau, schau wem...

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ttip-freihandelsabkommen-durchkreuzen-gen-politik-der-bundesregierung-a-1001211.html

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  10. von meister1 · 10.
    Sachlich in Verhandlungen gehen ist gut...

    Blind in die Verhandlungen gehen dagegen schlecht! Unsere Politiker dürfen sich nicht nur durch die angeblichen Chancen blenden lassen und blind darauf vertrauen, dass unsere Standarts schon akzeptiert werden. Es muss von vornherein klar sein, dass Deutschland bzw. Europa keine Abstriche beim Verbraucherschutz macht und sich die Rechtsprechung nicht von Schiedsgerichten die Butter vom Brot nehmen lässt. Wenn nicht wenigstens diese beiden Punkte klar und von vorn herein im TTIP verankert werden, machen Verhandlungen keinen Sinn und würden uns sicher schaden. Diese Botschaft müssen Politik, Wirtschaft und Bürger geschlossen rüberbringen. Im übrigen gebe ich meinem Vorredner recht: etwas mehr Transparenz wäre dringend nötig!

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  11. von gerd_schuette · 11.
    Halbwahrheiten

    Da die Verhandlungen zu TTIP weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden ist eine Diskussion die nicht auf Halbwahrheiten beruht nicht möglich.

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  12. von detmarkleensang · 12.
    Die US-University Tufts veröffentlichte gerade eine Studie zu TTIP

    Danach würde TTIP in Europa zum Verlust von 600’000 Arbeitsplätzen und zu Einkommensverlusten in Höhe von 165 bis 5’000 Euro pro Person führen. "Die Studie belegt, das TTIP nicht nur ein Angriff auf soziale Standards, Arbeitsrechte, Umweltschutz, nachhaltige Landwirtschaft und Demokratie ist. Die Mehrheit der Menschen würde mit TTIP zugleich einen Verlust an Wohlstand hinnehmen müssen“, so eine Pressemitteilung dazu. Diese US-Studie basiert immerhin auf einem Rechenmodell der Vereinten Nationen. Im Gegensatz zu den völlig veralteten Modellen aus den 80er und 90er Jahren, die für die EU-Studie herangezogen wurden. So bekommt die Aussagen Bartmers: "Das Abkommen wird weltweit Maßstäbe setzen bei Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz und damit zur positiven Gestaltung der Globalisierung beitragen.“ einen äußerst faden Beigeschmack. Denn die von ihm gelobte „positive Gestaltung der Globalisierung“ wird direkt einhergehen mit gravierenden Nachteilen und Verlusten bei Nachhaltigkeit, Gesundheit-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz. Zweifelsfrei eine „bedeutende geopolitische Bedeutung“ von TTIP… Aber positiv? Für wen? Für uns Bauern wohl kaum! Und auch für ganz Europa werden dieser neuen Studie zufolge zwar sicher Maßstäbe gesetzt, aber keineswegs positive!

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