Bauern haben genug von immer neuen Kennzeichnungen

Peter Hoffmann Peter Hoffmann
Bild: SR-Fernsehen

Peter Hoffmann, Präsident des saarländischen Bauernverbandes, kritisiert die Flut der Kennzeichnungen und Labels für landwirtschaftliche Produkte scharf. Wie er laut der Saarbrücker Zeitung auf der Mitgliederversammlung im Eppelborner Ortsteil Dirmingen sagte, würden die Bauern dagegen Sturm laufen, dass unter dem Druck des Einzelhandels auch für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milch und Fleisch besondere Kennzeichnungen und Labels eingeführt werden sollen.
 
„Wir kennzeichnen bereits die Hühnereier vom Bio-Ei bis zur Käfighaltung und kennzeichnen künftig die Schweine vom Platzangebot eins bis vier. Wenn das so weitergeht, werden wir in naher Zukunft auch die Rinderhaltung kennzeichnen mit Weidegang, ohne Weidegang, Anbindung, Boxenlaufstall, mit und ohne Hörner“, so Hoffmann weiter.

Seiner Meinung nach verwirre das nur den Verbraucher und ebenso die Produzenten. Wie die Zeitung weiter zitiert, frage sich der Bauernvertreter, ob es tatsächlich einen Unterschied macht, ob die Milch im Boxenlaufstall gemolken wurde oder von einer im Stall angebundenen Kuh, und ob es einen Qualitätsunterschied gibt, wenn Schweine mit oder ohne Ringelschwanz gemästet werden.

„Die Qualität der Eier ist auch nicht abhängig von der Haltungsform, sondern von der Fütterung und Hygiene im Stall“, sagte Hoffmann und stellte fest, dass die Landwirtschaft, der Berufsstand und die Politik derzeit vom Einzelhandel getrieben würden. Und Lidl spiele im Moment den Vorreiter in Bezug auf diese Kennzeichnung. 

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12 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Markus Binsack · 1.

    Peter Hoffmann hat den Schuß nicht gehört. Es geht nicht um die Qualität der Milch oder des Fleisches ,sondern um die Haltungsform der Hühner ,der Schweine und der Rinder. Wenn der deutsche Landwirt sich von den billig - Importen absetzen will muß er auf Qualität setzen. und für den deutschen Verbraucher besteht eben die Qualität in der Haltungsform der Tiere. Der Verbraucher entscheidet welche Ware er kauft und nicht der DBV. Nur wenn die Ware klar gekennzeichnet wird kann der Verbraucher entscheiden, welche Ware er kauft. Der Landwirt in Deutschland wird nur überleben, wenn er mit dem Trend der Verbraucher produziert und nicht nach den parolen des DBV. Denn der Verbraucher ist bereit für klar gekennzeichnete Ware mit einer guten Haltungsform mit mehr Tierwohl auch mehr Geld zu bezahlen, siehe Eier.

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  2. von Wilhelm Grimm · 2.
    Wer traut denn noch einer staatlichen Labelei ?

    Dabei müssen wir mit staatlich sanktionierter Sterbehilfe. rechnen, ein bisher noch unterentwickeltes, sektiererisches Betätigungsfeld der NGOS. Über die politischen Parteien werden die NGOS ihre Vorstellungen von Ackerbau und Tierhaltung durchsetzen. Ob ALDI-Sterbehilfe oder Schulze-NABUsterbehilfe ist egal. Unsere Agrarverbände sind uneins und schlecht organisiert, deren Unfähigkeit zu einer durchschlagskräftigen öffentlichen Meinungsbildung beizutragen, ist leider nicht zu leugnen.

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  3. von Berthold Lauer · 3.
    Selber mit dabei

    Solange jedes neue Label von irgendjemand bereitwillig beliefert wird, brauchen wir über ein Ende der Labelflut nicht nachzudenken.

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  4. von Christian Bothe · 4.

    Ich unterstuetze diese Aussagen voll und ganz und habe mich ja in Sachen „Farbkleckserei“ von Lidl klar positioniert(3.4.).Herrn Dr.Kremer-Schillings möchte ich sagen,das zu diesem Zeichen-und Logowirrwar eindeutig der Staat gefragt ist und handeln muss(staatl.Tierwohllabel).Der Verbraucher weiss momentan nicht mehr,was für ihn gut ist,und ich denke da insbesondere auch an unsere älteren Mitbürger.

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  5. von Willy Toft · 5.
    Eine PR- Aktion nach der Anderen, es wird mit den Gefühlen der Verbraucher gespielt!

    Was legitim ist, nur wir Landwirte bekommen jede Gefühls- Welle zu spüren, müssen uns ständig anpassen, und bekommen am Ende nicht wirklich den gerechten Lohn. Das ist alles nicht berauschend, und zeigt eigentlich das Dilemma, indem wir stecken. Die Qualität eines Produkts hängt nicht davon ab, dass alle subjektiven Merkmale einer Bilderbuch- Landwirtschaft erfüllt werden, leider! Das wäre auch zu einfach, der Verbraucher möchte ein gutes Gefühl haben, und daran sollen und müssen wir ständig arbeiten. Jeder Lebensmittel- Skandal wird akribisch von der Presse und den NGOs aufbereitet, und wir haben das Nachsehen, ob wir etwas dafür können oder nicht. Was uns am Meisten ärgert sind die Übertreibungen, die jeden redlichen Landwirt fast verzweifeln lässt. Genau da setzen die Organisationen mit ihren Zertifizierungen und Labels an, und verdienen noch an der Misere mit. Wir können Stop sagen, nur wir sollten alles abwägen, bevor wir entscheiden, um mit viel Geld für so eine andere Art der Produktion zu investieren!

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  6. von Gerhard Steffek · 6.
    Aussage ganz gut und treffend -

    aber was hilft es, wenn es vom DBV nicht mitgetragen, bzw. entsprechend unter die Leute kommt. Was hilft es, wenn es nicht bei öffentlichen Diskussionen, sofern diese in die Medien kommen, vom DBV mit entsprechendem Esprit und Feuer vertreten wird. Einem Anton Hofreiter, z.B., kann man doch nicht mit einem weichgeschwurbeltem "ja, aber" kommen. Der braucht einen handfeste Ansage, so nach dem Motto "auf einem groben Klotz gehört ein grober Keil". Nachdem ich mir seine Vita angesehen habe, dann ist dieser für mich im Grunde nur ein "leistungsverweigernder Ewigkeitsstudent, der in einer pubertären Trotz- und Querulantenphase hängengeblieben ist. Früher gab man solchen "Rotzlöffeln" mal ein paar hinter die besagten Löffeln, damit sie wußten "wie der Hase läuft" und/oder der "Barthel den Most holt". Es wird wirklich Zeit hier die Glacehandschuhe auszuziehen, auch für den DBV.

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  7. von Rainer Hoffmann · 7.
    Gut gesagt

    Endlich mal en Statement von DBV Seite was Hand u Fuß hat u von jedem unterstützt u bestätigt werden kann.

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  8. von Wilhelm Grimm · 8.
    Peter Hoffman hat natürlich recht

    Aber diese richtigen Argumente werden vom DBV nicht gebündelt in die öffentliche Diskussion transportiert, jeder Landesverband allein kann keine große Wirkung erzeugen.

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  9. von Annette Eberle · 9.

    Peter Hoffmann hat recht, mit QS-Tierwohl-QzBW-Ohne Gentechnik -mit Auslauf usw.zertifizieren wir uns weg und nachher wird billig Importiert und keinen interessierts. Teuer produzieren und billig verkaufen hat noch keiner überlebt.!!!

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  10. von Bernhard Klein-Schmeink · 10.

    Diese ganze Scheiße haben unseren Politikern zu verdanken die jeden Idologen hinterherrennen um Wählerstimmen zu bekommen. 80% der Bevölkerrung intresiert dieses ganze überhaupt nicht. Aber unser Verband labelt ja feßte mit es kostet sehr viel Geld und bei uns Landwirten kommt nichts an, es kostet uns nur Geld. viele junge Landwirte werden bald das Handtuch werfen weil sie frußtriert sind

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  11. von Frank Groenewold · 11.

    Endlich einer ders Maul aufmacht.

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  12. von Willi Kremer-Schillings · 12.
    Ich befürchte...

    ...dass diese Entwicklung weitergehen wird. Für den Lebensmittelhandel ist dies ein Marketing-Instrument, um sich vom Wettbewerber abzusetzen. Andere Ketten werden nachziehen und neue, aber andere Kennzeichnungen einführen. In der Berichterstattung wird jedoch selten oder nie über eine Preisdifferenzierung bei den unterschiedlichen Stufen gesprochen. Doch das wäre im Sinne der Erzeuger dringend notwendig, damit auch der Konsument erkennt, dass eine höhere Leistung auch teurer bezahlt werden muss. Ich habe keine Idee, wie man die Kennzeichnungs-Flut des LEH aufhalten kann. Es sei denn, die Politik verbietet dies, was aber eher unrealistisch ist.

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