Bauern müssen Ammoniakemissionen ab 2019 massiv reduzieren

Judith Skudelny Judith Skudelny
Bild: Bundestag/Achim Melde

Am heutigen Donnerstag verabschiedet der Deutsche Bundestag die neue Verordnung zur Reduktion von Luftschadstoffen. Hört sich harmlos an, hat es für die Landwirtschaft in Deutschland aber in sich.  Es handelt sich bei der Verordnung (DRS. 19/1598) um die Umsetzung der EU NEC-Richtlinie ins deutsche Recht. Die Umsetzung der Verordnung wird durch das Luftreinhalteprogramm im März 2019 folgen.
 
Für die Landwirtschaft bedeutsam ist das Reduktionsziel der Ammoniakemissionen (HN3).  Die NH3 Emissionen sollen um 29 % im Jahr 2030 zum Basisjahr 2005 reduziert werden. Dies ist in jedem Fall eine äußerst ambitionierte Zielstellung. Gerade im Hinblick auf das Tierwohl, die Laufstall- sowie die Weidehaltung könnte es hier zukünftig zu Einschränkungen kommen, erklärt dazu die FDP-Fraktion.
 
"Im Bundestag wird die betreffende Verordnung heute ohne Aussprache durchgewunken", kritisiert die umweltpolitische Sprecherin der FDP Bundestagsfraktion Judith Skudelny. Die FDP will der Verordnung nicht zustimmen. "Wir möchten damit ein Zeichen setzen, dass das Bundesumweltministerium bei künftigen Verhandlungen auf EU-Ebene die Interessen der Landwirte in Deutschland besser berücksichtigen muss. Bei den Verhandlungen der Reduktionsziele von NH3 auf EU-Ebene zur NEC-Richtlinie saß das BMU mit am Verhandlungstisch und hat die Belange der Landwirte nur unzureichend berücksichtigt." 
 
Bei der Ausgestaltung des Luftreinhalteprogramms ist es nach Ansicht von Skudelny unerlässlich, die Machbarkeit des Reduktionsziels zu berücksichtigen. Die FDP fordert daher so viele Flexibilisierungsmaßnahmen wie möglich in das Luftreinhalteprogramm aufzunehmen.
 
Die Umsetzung der EU NEC-Richtlinie werde für die landwirtschaftlichen Betriebe eine weitere Herausforderung bedeuten. Der Luftreinhalteplan soll in den kommenden Monaten vom Bundesministerium für Umwelt ausgearbeitet werden und muss spätestens im März 2019 der EU-Kommission vorgelegt werden.

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18 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Sonja Rimböck · 1.
    Ausrottung der Tierhaltung

    Es ist an der Zeit von der Tierhaltung auszusteigen und in Bannanenplantagen zu Inwestieren den billige Erntehelfer haeten wir in Berlin und Bruesel genug.

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  2. von Hans Nagl · 2.
    Landwirtschaft muss reduzieren.

    Damit das Volk 3 Mal im Jahr nach Mallorca fliegen kann.

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  3. von Andreas Christ · 3.
    Auflagen

    Hallo wir werden kriminalisiert und mit Auflagen bepflastert die wir gar nicht einhalten können. zumindest nicht bei den Preisen. es geht hir massiv darum die Tierhaltung außer Landes zu schaffe. wenn das der politische Wille ist, wird das auch passieren. oder wie erklärt ihr euch den gesetzesleeren Räume die immer mehr entstehen. wenn ihr noch Tierärzte zur Auswahl habt dann schätzt euch glücklich. hier Kastrieren sie lieber Hamster als sich um Kühe und Schweine zu kümmern. Da ist man ja auch immer schon mit einen Bein im Gefängnis. Auf unserer Seite ist keiner mehr. Wenn jetzt schon Bauern die Hohe Stellungen in der Politik haben, den Druck nicht mehr standhalten.... Trotzdem wird vierstellig Pacht bezahlt...

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  4. von Georg Götz · 4.
    Überdüngung durch Katylisator

    Bei Google eingeben Überdüngung durch 3 Wege-Katylisator. Bericht über Ammoniakausstoss durch 3- Wege-Katylisator. Es wird immer der Landwirtschaft die Schuld gegeben, ob wohl die Ursache wo anders herkommt

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  5. von Armin Brader · 5.

    So läuft die Zerstörung von Europa Stück für Stück, mit schönen Grüßen von Herrn Soros, heuern 17 Millarden für die NGO´s in Europa. die arbeiten mit sehr viel Macht in Brüssel für die Einführung von völlig bekloppten Grenzwerten und Auflagen das alles was uns ausmacht kaputt gemacht wird und die Grundlagen des Lebens nach und nach in die Hände der Finanzeliten wandert und Eigentum unbezahlbar wird. Russland, USA am längsten und Ungarn haben nicht um sonst ein NGO-Gesetzt wo offengelegt werden muss wo die Gelder herkommen. George Soros, Merkels Freund und Vernichter unseres Lebensstandarts!

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  6. von Gerald Hertel · 6.

    Am besten nur noch Landschaftspflege mit Rasenrobortern

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  7. von Fritz Sassenscheid · 7.
    von Fritz Sassenscheidt Senjor das wahre Ziel der Politik

    Kann oder will mann es nicht Begreifen das Ziel ist die Agra -industrielle Landwirtschaft. Riesige hermetisch abgeriegelte Ställe mit Abluft Reinigungsanlagen und gleich nebenan Gülle Aufbereitungsanlagen die mit hohem Energie Aufwand betrieben werden müssen.Diese werden dann von gewerblichen Dienstleistern betrieben weil nur Großanlagen Rentabel Arbeiten können, und haben den Vorteil man riecht nichts mehr.Wir sind doch schon weit gekommen das m,ann gezwungen ist eine Straftat zu begehen um Missstände Aufzudecken.Und das Großbetriebe Narren- freiheit haben beweist der Holländische Milcherzeuger in Sachsen-Anhalt wo die Behörden einfach nicht tätig werden und für den der Bauernverband das Wort ergreift obwohl der Betrieb kein Mitglied ist.Denn gerade diese Betriebe werden als Zukunftsbetriebe Gepriesen und können mit einem angestellten Tierarzt alles verschleiern. Der Bauernverband erfüllt seit Jahren seine Aufgabe bestenz nämlich wie ein Viehtreiber auf dem Schlachthof das Schlachtvieh ruhig hält und der Schlachtung zutreibt damit die Fleischqualität nicht leidet betreibt der Bauernverband nur Aktionen die nur ein Ziel haben die Zahl der Betriebe zu dezimieren um die Politisch gewollten großen Einheiten zu Schaffen. Mann kann auch Bauern Beruhigung dazu Sagen. Nur einmal hat es nicht geklappt der Milchstreik konnte nicht verhindert werden doch das Auftreten von Aldi und Gerd Sonnleitner hat gezeigt wie mann die Interressen der Bauern mit Füßen tritt und den Widerstand der Bauern bricht.Vermögens Verluste werden in Kauf genommen und gespottet die Betriebe hätten ja eher aufhören können. Der größte Hohn ist es zu Behaupten es würden Hofnachfolger fehlen.Die Wirklichkeit ist doch das die geforderte Intelligends die befähigt einen Betrieb zu Führen auch die Erkenntnis eröffnet welche Chance besteht erfolgreich zu sein und das Leben zu Gestallten .

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  8. von Karlheinz Gruber · 8.
    Leute, Leute

    ist doch alles so gewollt. Wenn in Deutschland nur noch die Natur als Freizeitpark für die arbeitende Bevölkerung dient und der Landwirt nur noch eine Funktion als Landschaftsgärtner inne hat, ein paar Bauern mit Tieren auf der Weide stehen, damit die gute alte Zeit aus den Bilderbüchern wieder real geworden ist, dann ist die Zeit der Industrie in Deutschland voll da. Denn wir fahren alle Nahrungsmittel rein und dafür kann die Autoindustrie und die anderen Produzenten voll rausfahren. (Siehe die ganzen Freihandelsabkommen...). So was nennt man Konzernpolitik. Und die kommende Digitalisierung dient in erster Linie auch den Konzernen. Denn die Roboter auf dem Feld können von überall auf der Welt gesteuert werden. Vor Ort braucht es nur noch Schmiermaxe. Ich habe auch viel Digitales auf meinen Maschinen. Aber ich sehe immer mehr, daß wir bei der vollautomatischen Landwirtschaft wie bei der früheren Industrierevolution (die Leute) wegrationalisiert werden. Und der Konzern kann sich das alles leisten. Der hat das Kapital. Wer von Euch auch? Auch auf Dauer ? Die Vorgaben sind nur noch das I-Tüpferl für die Beschleunigung des Wandels. Und nein, ich bin nicht gegen den Fortschritt. Ich nutze ihn auch so weit er sinnvoll ist. Aber ich sehe auch die Gefahren und laufe nicht ins offene Messer vor lauter Rosa -Viritual -Digibrillen! (In England wird 1 ha schon Probeweise ohne Menschen über Drohnen und Roboter geführt, nur so als Beispiel...)

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  9. von Paul Siewecke · 9.

    Katzen, haltet Katzen! Die arbeiten ihre Sch... gleich mit ein! (Es soll allerdings noch Probleme mit der Verteilgenauigkeit geben....)

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  10. von Bernd Lohse · 10.
    Der Wahnsinn geht weiter. . .

    Darf ne Kuh zukünftig eigentlich noch ohne Genehmigung auf ihre Wiese scheißen, oder brauchen Rinder zukünftig von Geburt an einen mitwachsenden Schleppschlauch an ihre Öffnungen operiert???

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  11. von Eugen Sauter · 11.
    Emmisionen

    Bei der Düngeverordnungs-Veranstaltung vom Amt wurde eine Grafik aufgelegt, die die Emmisionen der letzten 20 Jahre darlegte. Aus der Tierhaltung waren die Emmisionen deutlich rückläufig! stark zunehmend hingegen die Emmisionen aus der Biogasbranche. Also hat die Regierung massiv emmisionen gefördert statt Gülle doppelt zu nutzen! Dafür verdonnert man jetzt bald die Tierhalter zu massiven, wenigbringenden und blödsinnigen Maßnahmen zur Minderung während der weltweite Schiffs und Flugverkehr munter raushaut! armes Deutschland!

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  12. von Annette Eberle · 12.

    Bei der NEC-Richtlinie hat die frühere Umweltministerin Hendricks die Landwirtschaft verkauft,Polen reduziert um 6%, Mann hätte schon früher aktiv dagegen halten müssen, jetzt gilt es zu retten was noch geht.

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  13. von Werner Kriegl · 13.
    @ Harald Frinzel

    Der Rückgang der Rinderbestände ist doch erwünscht, oder? Dann wäre ein Problem bei den Verhandlungen mit MERCOSUR elegant aus dem Weg geräumt...

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  14. von Harald Finzel · 14.
    Was soll's? Kost' ja nix...

    In 19/1598 heißt es übrigens: "Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft fällt nicht an". Auf gut Deutsch: Das federführende Bundesumweltministerium behauptet, die Reduktion von Ammoniak bis 2030 um ein Drittel würde den Bauern keinen Cent kosten! --- Spätestens an diesem Punkt sollte man meinen, dass der Bauernverband, aber auch die konkurrierenden Verbände wie AbL und BDM auf die Barrikaden gehen würden. Schließlich wäre eine solche Reduktion nur erreichbar, indem der Rinderbestand in Deutschland massiv zurückgefahren würde. Dass dies durch höhere Erzeugerpreise - auch bei Bio - aufgefangen würde, ist mehr als fraglich. https://www.thuenen.de/de/thema/klima-und-luft/emissionsinventare-buchhaltung-fuer-den-klimaschutz/ammoniak-emissionen-aus-der-landwirtschaft/

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  15. von Edelhard Brinkmann · 15.
    Diktatur

    Es entwickelt sich langsam aber sicher zur Diktatur. Die Bürokraten entschieden und wir müssen dann springen und wenn wir das nicht so gut machen , zahlen wir dann kräftig an Ordnungsgelder oder es gibt Entzug von Zuschüssen Ein Hoch auf die Bürokratie und das Sie uns in Zukunft auch noch unsere Sozialhilfe zahlt. (Eugelder)

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  16. von Harald Finzel · 16.
    Unprofessioneller geht kaum

    Es gibt bis heute keine quantitative Abschätzung, wie sich die neue Düngeverordnung und andere aktuellen Maßnahmen auf die Ammoniakemissionen auswirken. Es gibt keine Abschätzung, wie sich z.B. mehr Tierwohl (Offenställe usw.) oder Landnutzungsänderungen (z.B. Ammoniakemissionen aus Zersetzungsprozessen bei Stillegungen) in den kommenden Jahren auswirken werden. Aber es werden weitere Ziele vereinbart, die in einigen Jahren die Basis sein werden, um die Daumenschrauben noch weiter anzuziehen. In der freien Wirtschaft würden bei solch einer dilettantischen Vorgehensweise Köpfe rollen. In der Politik dagegen wundert man sich lediglich, dass es immer weniger Betriebe gibt und meint, diesen Trend durch noch mehr Verordnungen stoppen zu können...

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  17. von Jörg Meyer · 17.
    Wahnsinn mit System

    AVwS, TA-Luft, NEC-Richtlinie, Lagestättenverordnung. Kastenstandurteil, Tierwohldiskussion, Stalleinbrüche, neue Düngeverordnung etc all das wird den deutschen Bauern schwer zu schaffen machen! Für mich hat es den Anschein als wolle man nun über den Rechtsrahmen endlich das erreichen was schlechte Marktbedingungen jahrzehntelang nicht geschafft haben: Die massive Reduktion der deutschen Landwirtschaft! Unerträglich finde ich dann Bauernvertreter die ihren Mund bei der Diskussion um all diese Dinge im Vorfeld der Beschlüsse nicht aufmachen, aber hinterher im kleinen Kreis dann vollmundig ihre volle Kompetenz zu Markte tragen mit Sätzen wie: " es wird nichts so heiß gegessen wie gekocht" oder " wir müssen die älteren Betriebsleiter, die noch ein paar Jährchen wirtschaften müssen so durch Loch schiebe, dass sie die Auflagen nicht erfüllen müssen".......Den jungen Betriebsleitern wird durch solches Verhalten noch mehr kaputt gemacht, weil sie die Suppe alleine auslöffeln müssen, wenn sie ihren Betrieb entwickeln wollen, wenn das überhaupt noch geht!!!

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  18. von Wilhelm Grimm · 18.
    Und der Bauernverband träumt weiter von seiner "Offensive Nachhaltigkeit",

    während seine Mitglieder immer häufiger Albträume bekommen.

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