Bienensterben: Hofreiter verwendet erfundenes Zitat

Anton Hofreiter Anton Hofreiter
Bild: Facebookseite von Hofreiter

Der Bundestagsfraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Anton Hofreiter, hat im Zusammenhang mit einem Wahlkampftermin in Nürnberg ein erfundenes Zitat zum angeblichen Bienensterben verwendet. Auf seiner Facebookseite erklärte Hofreiter zm Besuch bei einem Bio-Imker:
 
„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“
Auf seiner Facebookseite kennzeichnete Hofreiter den Satz als angebliches Zitat des Nobelpreisträgers Albert Einstein.

Tatsächlich hat Einstein diesen Satz nie gesagt, wie auch Dutzende Kommentare unter dem Facebook-Eintrag anmerken.

Das Social-Media-Team von Hofreiter hat inzwischen reagiert und den Eintrag am Montag gelöscht: "Im ursprünglichen Post befand sich ein nicht belegtes Zitat. Dieses wurde nach Hinweisen gelöscht. Wir bitten, dies zu entschuldigen. Das weltweite Bienensterben bleibt ein Problem, auf das wir weiterhin hinweisen werden. /TeamToni", heißt es nun auf der Facebookseite des Politikers.
 
top agrar meint: Herr Hofreiter, bleiben Sie ehrlich – auch sich selbst gegenüber! Schließlich hat sich Ihre Partei zum Bundestagswahlkampf klare Regeln auferlegt: Keine Bots, keine Fake News, keine Diffamierungen, heißt es da, und Punkt 4 der der Selbstverpflichtung zum Wahlkampf der Grünen lautet:
 
„Wir führen den Wahlkampf mit Fakten und Argumenten – gerne auch zugespitzt. Dies soll auch so bleiben. Lügen und bewusste Falschaussagen sowie das Verbreiten von nachweislich und eindeutig falschen Meldungen, Zitaten und Behauptungen lehnen wir entschieden ab. Diese haben in der demokratischen Auseinandersetzung nichts zu suchen. Wir werden entschlossen dagegen vorgehen, dass sie Teil der Wahlkampfauseinandersetzung werden.“ (Zitat: www.gruene.de, 2017)
 
Übrigens, die (langweiligen) Fakten zum behaupteten Bienensterben sprechen unabhängig vom Urheber des Zitates ein komplett anderes Bild: Die Zahl der Bienenvölker steigt seit einigen Jahren in Deutschland deutlich an. Und nicht zuletzt werden die wichtigsten Pflanzen für die menschliche Ernährung (Getreide) ganz ohne Bienen bestäubt.

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Dr.Ernst Dieter Eberhard · 1.
    Dr. Ernst Dieter Eberhard, Sachverständiger für Landwirtschaft

    Es ist wieder Wahlkampf, und da will Anton Hofreiter den Abwärtstrend der Grünen stoppen, und dafür braucht man populistische Munition, wie gesichert oder zweifelhaft sie auch immer sei. Hauptsache sie erzeugt Angstgefühle beim Wähler! Die Diffamierung einer ausgesuchten Bevölkerungsgruppe aus dem Bereich der "Naturnutzer", wie Bauern oder Jäger, zeigt Parallelen zu dem, was von radikalen Gruppen in den letzten Jahren der Weimarer Republik getrieben wurde.

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  2. von Ernst Dippel · 2.

    Was soll man zu dem noch sagen ?? Unser Anton nimmt sich doch selber nicht mehr ernst,aber er hat doch die Haare schön er hat die Haare schön...

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  3. von Wilhelm Grimm · 3.
    Grünensterben

    kommt vor Bienensterben.

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  4. von Hermann Kamm · 4.
    ja der hofreiter

    noch nie was richtiges gearbeitet,sich nirgends auskennen, und an riesen schmarn verzapfen. Oh Herr lass Gras wachsen , die anzahl der Rindviecher wird immer mehr.

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  5. von Diedrich Stroman · 5.
    Bienensterben

    Der Lügenbaron der Grünen ist unbelehrbar, und das trifft auch auf einen großen Teil der Grünenpolitiker zu, man kann nur hoffen das sie ihren eigenen Untergang damit einleiten! Hochmut kommt vor dem Fall! Hoffentlich!

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  6. von Andreas Bahnmüller · 6.
    Wahlkampfdonner

    schade wenn die Herrschaften im Hinblick auf ihren Verbleib oder das Drankommen an die Futtertröge jegliches Maß vermissen lassen. Wann kehrt endlich wieder eine Politik ein, bei der die Politiker sich ehrlich um das Wohlergehen ihres Volkes und die Bewahrung der Schöpfung kümmern? Mehr Miteinander statt immer nur gegenseitiges Fallenstellen - auch da dürfte der Respekt vor dem Geschöpf gelten.

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  7. von Bernd Croonenbroek · 7.
    Massentierhaltung

    Ist der Hofreiter nicht gerade dabei( siehe Bild) einen Massentierstall (Bienenstock) aus zu Misten, ich dachte das soll bei den Grünen verboten werden !!! In Relation zur größe eines Schwein werden Bienen in Ihrem Stall auf engstem Raum gehalten, aber das spielt bei den Grünen keine rolle, Bienen haben ein gutes ansehen und werden auch nicht zu Wurst verarbeitet.

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  8. von Lars Henken · 8.
    Top-Agrar-Artikel

    Man sollte dem Team-Toni mal diesen Top-Agrar-Artikel schicken: https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Zahl-der-Bienenvoelker-gestiegen-8191587.html

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  9. von Andreas Gerner · 9.
    Wer hat´s denn erfunden?

    Kann heute noch nachvollzogen werden, wer den Schmarrn vom Ableben der Menschheit nach 4 Jahren ohne Bienen wann erfunden hat? Dann ließe sich ableiten, welche (unlauteren?) Beweggründe dahinter steckten. In den Medien geistert die Theorie öfter mal rum, Laien glauben das 1:1, aber wer ein wenig Ahnung hat, hielt es schon immer für ein Märchen. Folglich: Hofreiter glaubt an Märchen, oder kann die erforderliche Ahnung nicht haben.

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  10. von Klaus Gehring · 10.
    Die Biene polarisiert und das auf breiter Front

    Die Biene eignet sich hervorragend zur Polarisierung und gefühlsorientierten Meinungsmache - zwischen Imkern und Landwirten, Grünen und Nicht-Grünen, Ökobauern und konv. Bauern, Stadtmenschen und Landmenschen, Gut- und weniger guten Menschen, ... etc. Dass in der heutigen Zeit (postfaktisch) Politiker hierbei irgendwelche Zitate (ob echt oder nicht, ob sachgerecht oder nicht) bedienen ist doch wirklich nicht verwunderlich. Der mächtigste Politiker unseres Planeten macht es ja perfekt vor. Die Sache selbst bleibt hochkompliziert, multifaktoriell und ist damit zwangsläufig nicht auf eine Gruppe oder Verhaltensmuster zu fokussieren. Die Honigbiene ist ein Kultur(Nutz-)-Tier, dass mit unser aller heutigen Umwelt zurecht kommen muss.

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  11. von Gerhard Steffek · 11.
    Weihnachtsmann

    Wer glaubt, dass die Grünen sich an das halten was sie Verprechen, der glaubt noch an das Christkind. Und das wurde ja mittlerweile schon neudeutsch abgelöst vom Weihnachtsmann. Oder hält sich Hofreiter da an das Konrad Adenauer unterschobene Zitat. "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern"? Es ist nicht einwandfrei belegt, dass er das gesagt hat. Gesagt hat er aber: "es kann mich doch nicht daran hindern jeden Tag klüger zu werden", anläßlich des Vorwurfes am Vortag einen anderen Standpunkt vertreten zu haben. Bisher konnte ich bei den Grünen diesen Vorgang aber noch nicht feststellen.

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