Bildaktionen von Umweltgruppen und BDM bei den Sondierungsgesprächen

Die Proteste von Umweltgruppen heute vor den Jamaika Sondierungen in Sichtweite von Parlamentarischer Gesellschaft und Reichstag.
Bild: Nabu

Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace, Nabu und BUND haben am Freitag in Berlin eine Protestaktion zu den dort stattfindenden Sondierungsgesprächen zur Agrarpolitik gestartet. Auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) war vor Ort. Er forderte von den Sondierern, zeitlich befristete Mengendisziplinmaßnahmen für Milch auf EU-Ebene zuzulassen.

Greenpeace, Nabu und BUND wiesen in Sichtweite der Parlamentarischen Gesellschaft, wo derzeit Union, FDP und Grüne über die Themen Landwirtschaft und Verbraucherschutz beraten, auf ihre Forderung nach einer Agrarwende hin. Kletterer von Greenpeace seilten ein großes aufblasbares Schwein von einer Fußgängerbrücke ab und einen Banner mit der Aufschrift: „Jamaika: Lasst die Sau raus“. Ihr Hauptanliegen formulierte Greenpeace so: „Eine Jamaika-Koalition muss den Agrarsektor so reformieren, dass die Massentierhaltung schrittweise abgebaut und die Umweltzerstörung gestoppt wird“.

Nabu fordert positive Zukunft für Landwirte und Natur gleichermaßen

Der Nabu forderte die vier Parteien auf, sich „klar zu einer Änderung der EU-Agrarpolitik zu bekennen“. In einem möglichen Koalitionsvertrag solle sowohl eine naturverträglichere Ausrichtung der EU-Agrarsubventionen verankert werden als auch die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro, so der Nabu. Die Agrarpolitik müsse sich grundlegend ändern, um das Artensterben in der Agrarlandschaft zu stoppen, hieß es weiter. Das Jamaika Bündnis solle sich für eine positive Zukunft für Landwirte und Natur gleichermaßen einsetzen.

BDM will zeitlich befristete Mengendisziplinmaßnahmen für den EU-Milchmarkt erreichen

Der BDM hat am Freitag ebenfalls eine Spontan-Aktion zu Sondierungsgesprächen in Berlin veranstaltet. Die neue Bundesregierung müsse sich in Brüssel für die Erweiterung des Sicherheitsnetzes um zeitlich befristete Mengendisziplinmaßnahmen für den EU-Milchmarkt stark machen“, sagte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Nur wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen würden, dass das Kriseninstrument jederzeit zum Einsatz kommen könnte, wenn eine Milchmarktkrise eintritt, könnten massive Verluste für die Milchviehhalter und den ländlichen Raum verhindert werden, so Schaber weiter.
 

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Na hoffentlich

    sind Greenpeace und andere nur mit dem Fahrrad und zu Fuß zu der Demo gekommen. Schliesslich fördern Auto und auch Zug die Umweltzerstörung....

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  2. von Hermann Stroemer · 2.
    Demokratie

    Ein Armutszeugniss, dass Lobbyisten in unserer Demokratie durch ihre Arbeit die Wählerstimmen der Bürger aushebeln.

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  3. von Matthias Zahn · 3.
    @Wilhelm Grimm

    Der BDM ist schon länger kein offizieller Organisationsteilnehmer von WHES mehr. Und ja, der BDM vertritt manchmal gemeinsame Positionen mit NGO's, da wo es Schnittmengen zum Wohl der Milchbauern gibt. Aber verheiratet sind wir nicht!

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  4. von Wilhelm Grimm · 4.
    Ich bitte um Entschuldigung für meinen Fehler, Herr Müller.

    Ich bin nicht in Berlin gewesen, denn ich musste arbeiten. Das müssen anscheinend viele nicht. Im übrigen ist mir bei den WHES-Demos im Januar eine besondere Nähe dieser beiden Gruppierungen aufgefallen, so dass ich zu kurz gedacht habe und mir diese bedauerliche Fehleinschätzung leider unterlaufen ist. Das soll nicht wieder vorkommen.

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  5. von Dieter Müller · 5.
    @ Wilhelm Grimm

    Anscheinend sind Sie nicht in Berlin gewesen. Ansonsten könnten sie bestätigen, dass der BDM eine eigenständige Aktion gefahren hat, die mit anderen Organisationen nichts zu tun hatte. Auch die räumliche Entfernung wäre Ihnen aufgefallen. Fazit: es ist kein Zeichen von Fairness, wenn man Sachen behauptet die jeglicher Grundlage entbehren!!!

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  6. von Willy Toft · 6.
    Welche Bauern sollen hier gestützt werden?

    Eine Agrarwende; wie soll die auskömmlich für die dort tätigen Menschen funktionieren? Wir können doch nicht allen Ernstes den Träumen und positivem Erinnerungen nachsehnen, die uns eine Bilderbuch- Romantik vorgaukelt. Wir wissen doch alle, dass man sich nicht gern an die negativen Momente erinnert, ja geradezu verdrängt. Keiner will sein Handy missen, oder aufs Autofahren verzichten, warmes Wasser beim Duschen, ein warmes Zuhause, Internet ectr. Der Landwirtschaft möchte man vorschreiben, dass man am liebsten die ganze Technik, Stallhaltungsbedingungen und Bodenbewirtschaftung zurückfährt. Es wird nicht gehen, wann begreifen die Menschen es endlich!

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  7. von Hans Nagl · 7.
    Hoffentlich

    Hoffentlich schweigt der Bauernverband weiter.

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  8. von Wilhelm Grimm · 8.
    Umweltgruppen und BDM Hand ind Hand für den Bauernstand, das ist nicht neu !

    Der DBV schweigt unverdrossen, das ist auch nicht neu !

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