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DBV bewertet Bilanz des Umweltbundesamtes kritisch

In der am Montag vorgestellten Bilanz von 30 Jahren Umweltschutz in der Landwirtschaft erkennen das Umweltbundesamt und der Sachverständigenrat für Umweltfragen Verbesserungen des Umweltschutzes durch die Landwirte an, forderten aber weitere und schnellere Fortschritte bei umweltpolitischen Problemen.

Lesezeit: 3 Minuten

In der am Montag vorgestellten Bilanz von 30 Jahren Umweltschutz in der Landwirtschaft erkennen das Umweltbundesamt und der Sachverständigenrat für Umweltfragen Verbesserungen des Umweltschutzes durch die Landwirte an, forderten aber weitere und schnellere Fortschritte bei umweltpolitischen Problemen.


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So wurde positiv hervorgehoben, dass sich die Situation bei den Einträgen von Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser verbessert hat. Auch der Anteil von Flächen mit kritischen Belastungsgrenzen für Stickstoff ging seit den 80er Jahren deutlich zurück. Ebenso bestätigen beide Institutionen, dass die Nährstoffüberschüsse bei Stickstoff und Phosphor rückläufig sind.

 

Dennoch kritisiert der Deutsche Bauernverband (DBV) die fehlende selbstkritische Auseinandersetzung der Autoren mit der Naturschutzpolitik der zurückliegenden Jahrzehnte. Offensichtlich hat die politische Strategie, Natur- und Artenschutz hauptsächlich über Gesetze, Verordnungen und Schutzgebiete bürokratisch zu regeln, nicht die erwünschten Erfolge erzielt. Anders ist die Kritik von Sachverständigenrat und Umweltbundesamt an einer möglichen Verschlechterung der Biodiversität nicht zu verstehen.


Zudem wird beim Thema Biodiversität in der Agrarlandschaft völlig ausgeklammert, dass allein in den letzten 20 Jahren mehr als 860.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen durch Siedlungen und Infrastrukturmaßnahmen verloren gegangen sind, die heute nicht mehr als Lebensräume für Feldvögel zur Verfügung stehen. Gemessen an der heutigen Ackerfläche Deutschlands handele es sich um mehr als 7 Prozent, die dauerhaft als Produktionsfläche aber auch als Kulturlandschaft mit Arten und Biotopen verloren gegangen sind, kritisierte der DBV.

 

Große Praxisferne zeigt auch die Forderung des Umweltbundesamtes nach einer Abluftreinigung für Rinderställe. Mit diesem „Tunnelblick“ offenbare die Behörde nicht nur einen selektiven Blick, sondern regelrechte Ignoranz gegenüber den Anliegen des Tierwohls und den Zielen der Grünlandbewirtschaftung.


Der Fortschritt im Hinblick auf das Tierwohl bestehe gerade in der Haltung von Kühen und Rindern in luftigen, offenen Ställen mit großer Bewegungsfreiheit für die Tiere. An der Lebenswirklichkeit vorbei gehen nach Ansicht des DBV auch die Vorschläge zur europäischen Agrarpolitik. Verkannt wird, dass die Landwirte die Greening-Maßnahmen auf 1,4 Millionen Hektar vorbildlich im ersten Jahr umgesetzt haben. Weitere Pufferstreifen oder Blühstreifen scheiterten daran, dass die Agrarverwaltung den Landwirten aus Kontrollgründen davon abriet.


Kritik übt der Bauernverband auch an der ständigen Wiederholung der Forderung nach strengeren Regelungen zum Erhalt des Dauergrünlandes. Die Landwirte würden darauf verzichten, im Rahmen von Wasserkooperationen, Agrarumweltprogrammen, Vertragsnaturschutz, Pufferstreifen an Gewässern oder anderen freiwilligen Initiativen Grünland anzulegen, wenn nicht zweifelsfrei zugesichert werde, dass die Flächen durch dieses freiwillige Engagement nicht ihren Ackerstatus verlieren würden.


Letztlich werde der 30 Jahre alte Vorschlag einer Stickstoff-Abgabe auch durch ständige Wiederholung nicht zielführender. Hiermit sei keine Lenkungswirkung zu erzielen, sondern lediglich eine Verteuerung der landwirtschaftlichen Produktion, so der DBV.


Lesen Sie mehr:

UBA: Landwirtschaft verfehlt Umweltziele (12.10.2015)

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