DBV kritisiert BfN-Schuldzuweisungen zur Abnahme des Brutvogelbestandes

Lerche Der Bauernverband verweist auf vielfältige Ursachen für den festgestellten Rückgang der Vögel
Für Unmut beim Deutschen Bauernverband (DBV) haben in der vergangenen Woche Aussagen der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, zu dem Bericht „Vögel in Deutschland 2013“ ihres Hauses gesorgt.

Mit Blick auf das Fazit der Studie, wonach bei jeder dritten in Deutschland brütenden Vogelart ein Rückgang des Bestandes zu verzeichnen ist, hatte die BfN-Präsidentin in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa) unter anderem „Mais-Einöden“ als große Gefahr für Brutvögel bezeichnet. Diese sind laut Jessel „wie eine ökologische Wüste“.

Bis ins Frühjahr hinein passiere auf den Äckern nichts, und Vögel würden zum Brüten angelockt. Sobald der erste Mais hochkomme, würden die Unkräuter weggespritzt, und dem fielen dann auch die Nester zum Opfer. Zudem litten bodenbrütende Vogelarten unter dem Rückgang des Grünlandes.

Der Bauernverband verwies demgegenüber darauf, dass der Rückgang des Brutvogelbestandes viele Ursachen habe, die einseitige Schuldzuweisungen gegenüber der Landwirtschaft nicht zuließen. Nicht akzeptabel sei vor allem, wenn wesentliche Einflussfaktoren ignoriert würden. So seien seit 1990 fast 900 000 ha landwirtschaftliche Flächen versiegelt oder aufgeforstet worden. Diese Areale seien somit auch als Lebensraum für Vögel der Agrarlandschaft gänzlich und dauerhaft verloren.

Der Verlust an Flächen entspricht dem DBV zufolge in etwa der Zunahme des Maisanbaus im gleichen Zeitraum. Mais nehme bundesweit einen Anteil von weniger als 15 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. Zudem leiste er einen wichtigen Beitrag zur Energiewende; so seien 2013 von insgesamt 2,5 Mio ha Maisfläche 800 000 ha auf die energetische Nutzung entfallen. Deshalb sei „ein Feldzug des BfN gegen den Maisanbau“ gänzlich fehl am Platze.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von neokapitalismo · 1.
    von Neokapitalismo

    Hat ein Politiker auch mal an Waschbären gedacht? Ich lebe an einem Fluss. Es gab dort sehr viele Vogelarten und in großer Zahl; von Wasserhühnern, Eisvögel, Grünspecht, Wildenten bis hin zu sämtlichen Vogelarten. Seitdem der Waschbär da ist, sind die Bodenbrüter verschwunden. Durch die Rabenvögelverordnung werden auch die Elstern geschützt, die jedes Nest ausnehmen, sobald es im Frühjahr anfängt zu piepen. Wenn ich in der Feldmark mit dem Schlepper unterwegs bin, und ich sehe über 10 Greifvögel über mir, kann ich jede Häsin verstehen, die ihren Nachwuchs im Walde bekommt. Ungemähte Gräben, in denen der Fuchs ungesehen bis ins Dorf kommt, überständeges Gras, dasskein Reh mag und Spaziergänger mit freilaufenden Hunden, tragen auch dazu bei.

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  2. von toddelg · 2.
    Fehlt noch das

    Verkehrsministerium: "die Straßen in Deutschland sind durch die Mais- und Gülletransporte kaputt gegangen"

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  3. von lürade · 3.
    Jede Woche eine neue SAU !

    Dafur bekommt das BfN den Vogel des Jahres.

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  4. von bernhardtv · 4.
    komisch...

    immer wieder wird ein "rückgang des grünlandes" angeprangert. wir haben eine grünlanderhaltungsverordnung. dieser kann sich kein landwirt entziehen. einzig die kommunen fallen nicht unter diese verordnung mit ihren dauernden "baugebieten auf der " Grünen Wiese " "... also - kommunale diensstellen besetzen und solche äußerungen machen passt ja wohl nicht auf einen teller. oder? solche desinteressierten möchtegern "politik-wissenschaftler" und "wirtschaftsexperten"gehören einfach nicht mehr in öffentliche institutionen. nur weil sie einen großen hals markieren heißt das nicht das sie verstand haben.

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  5. von WolfHans · 5.
    Vogelschutz im Bioanbau??

    "... dem fielen dann auch die Nester zum Opfer." Wie sieht es dann aber beim Bioanbau aus? Dort wird bei nahezu allen Ackerkulturen geeggt, gestriegelt und gehackt, was das Zeug hält. Und die lieben Bodenbrüter überstehen das alles problemlos?? Wer hat eigentlich schon mal darüber nachgedacht?

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