DBV will in Dialog um Klimaschutz in der Landwirtschaft eintreten

Der Umweltbeauftragte des DBV, der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt heute in Berlin
Bild: Awater-Esper

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Klimastrategie 2.0 vorgestellt. Darin bietet er ein Paket von 20 Maßnahmen an, wie die Landwirte zur Erreichung der Klimaziele beitragen können. Mit dem Papier will der Verband ein Zeichen zur Dialogbereitschaft senden.

Der DBV hat eine Strategie vorgelegt, wie die Landwirtschaft ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 reduzieren kann. „Wir stehen zu unserem ehrgeizigen Ziel, die Emissionen an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft um 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 zu senken“; sagte der Umweltbeauftragte des DBV, der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt heute in Berlin. In der Strategie formuliert der DBV 20 Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Klimaschutzleistungen der Land  und Forstwirtschaft führen sollen.

„Die Landwirte wollen mit dem Papier die Bereitschaft zu Dialog heraus stellen“, sagte Hartelt. Er betonte jedoch auch, dass die Landwirte auch in Deutschland in besonderem Maße betroffen vom Klimawandel seien. Das Maßnahmenpaket sei eine Selbstverpflichtung für die Landwirte, so Hartelt weiter. Als wichtigste Klimaschutzmaßnahme hob Hartelt die Effizienzsteigerung in der landwirtschaftlichen Produktion hervor. „Der Schlüssel zur Erreichung der Ziele ist eine Steigerung der Effizienz in allen Bereichen“, sagte er.

Zu den Maßnahmen gehören eine Steigerung der Vergärung von Gülle in Biogasanlagen sowie die Verringerung von Emissionen aus Gärrest- und Güllelagerung wie bei der Düngung. In der Tierhaltung setzt der DBV auf Fortschritte in der Züchtung von Wiederkäuern, deren Verdauung weniger Methan produziert. Über die Fütterung sieht der DBV ebenfalls noch Möglichkeiten, die Emissionen und Nährstoffausscheidungen von Rindern, Schweinen und Geflügel zu verringern.

Maßgeblich für die Eindämmung von Nährstoffverlusten ist für den DBV die 2017 in Kraft getretene neue Düngeverordnung. Diese könnte zur Verringerung von Lachgasemissionen beitragen, heißt es in der Klimastrategie des DBV. Die Bundesregierung hatte in ihrem Klimaschutzplan 2050 die Reduzierung des Stickstoffsaldos in der Gesamtbilanz für Deutschland auf 70 kg/ha bis 2030 gefordert. Die Maßnahmen sollen dabei helfen, dies zu erreichen.

Für die Qualitätsgetreideproduktion regt der DBV eine Überprüfung der Qualitätsanforderungen für den Eiweißgehalt an. Neue Bewertungskriterien müssten gegenüber einer bisher reinen Proteingehaltsbetrachtung aufgewertet werden, heißt es in der Klimastrategie. Als weiteren Punkt führt der DBV die Verringerung der Nahrungsmittelverschwendung auf.

Für die Speicherung von CO2 weist der DBV auf die besondere Bedeutung der Grünlandnutzung hin und fordert rechtliche Voraussetzungen für die Nutzung, den Erhalt und die Neuanlage von Grünland sowie den Humusaufbau im Ackerbau und die konservierende Bodenbearbeitung. Zur Vorsicht mahnt der DBV bei der Wiedervernässung von Mooren. Das sei ein sensibles Thema sagte der DBV-Umweltbeauftrage Hartelt. Es dürfe keinen Zwang dazu geben und eine Nutzung von Moorstandorten als Grünland oder im Futterbau müsse möglich bleiben, sagte er. Ansonsten käme es zu gravierenden Eingriffen ins Eigentum.

Als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz bewertet der DBV auch den Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr und forderte eine Ausweitung dessen. Bis 2030 sollte das bisherige Ziel von 10 Prozent Erneuerbaren Energien im gesamten Verkehrsbereich auf 20 Prozent angehoben werden, so der DBV. Außerdem müsse der Höchstbetrag von 7 Prozent Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse mindestens bis 2013 fortgeführt werden.

Seinen ersten Klimaschutzbericht hatte der DBV im Jahr 2010 erstellt, die jetzige Strategie soll den Prozess fortführen. Ein eigenes Monitoring, ob die Maßnahmen, die der DBV vorschlägt auch zum Erfolg führen, sieht der Verband nicht vor. Das Monitoring erfolge über die offiziellen Daten, die die Bundesregierung zum Treibhausgasausstoß der unterschiedlichen Sektoren regelmäßig veröffentliche, hieß es beim DBV.

Die Klimaschutzstrategie des DBV können Sie hier herunterladen...

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Sagen wir mal so -

    Dialog ja, aber nicht zu Kreuze kriechen. Es gibt immer irgendwelche Baustellen die man besser machen könnte, aber trotz allem kann sich die deutsche LW mit breiter Brust hinstellen und sagen was wollt ihr denn, wir haben schon geliefert und liefern auch weiterhin. Aber wir lassen uns nicht zum Buhmann machen und verbiegen uns nicht mit aller Gewalt.

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Vorauseilender Gehorsam?

    Sollen doch eigentlich die "Anderen" auch mal in die Puschen kommen. Der "Fleischatlas" zeigt es teilweise auch schön auf. Die Milchleistung der einzelnen Kuh steigerte sich seit den 70er Jahren doch von 3.500 ltr. auf 8.500 ltr.. Eine Steigerung somit um knapp 150 %. Was im Umkehrschluß bedeutet, daß für den heutigen Milchbedarf nicht nur 4,2 Mio. Kühe sonder 10 Mio. Kühe notwendig wären. Ich möchte da die Hendriks sehen, was die dazu sagen würde wegen der Methanbelastung. Ebenso wie es kontraproduktiv wäre auf "Bio" mit einer Durchschnittsleistung von 5.500 ltr./Kuh umzuschwenken. Der vielgerühmte "Klimaschutz" durch die Biolandwirtschaft wird hier ebenso konterkariert wie im Ackerbau mit dem Verzicht auf Glyphosat, bzw. generell auf Pflanzenschutz und mineralischer Düngung. Jedoch ist das ganze ein Gerede auf hohem Niveau, wie es gerade eben der Fleischatlas zeigt. Nach derzeitigem Stand ist die deutsche LW in unserem Lande mit 14 % an dem CO2-Aufkommen beteiligt. Da gibt es genügend andere Stellschrauben, die entsprechend Effektiver angezogen werden könnten. Straßenverkehr, Hausfeuerungen und besonders die Kohlekraftwerke wären hier schon mal entsprechende Beispiele. Wenn es stimmt, wie Anton Hofreiter diese Woche im Morgenmagazin sagte, das wir in Deutschland unter den Kohlekraftwerken in Europa sieben der zehn größten Dreckschleudern haben, dann wird es höchste Zeit hier etwas zu ändern. Da wird aber wieder eingeknickt vor den großen Energieversorgern bis die Nase am Boden scheuert. Bestes Beispiel hatten wir hierzu ja im Landtagswahlkampf in NRW, als Gabriel als Wahlkampfstütze und Industriesubvention das EEG zu Gunsten der großen Stromerzeuger an die Wand fuhr.

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  3. von Armin Brader · 3.

    werden wir da auch so schön verkauft wie bei der DÜV?

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