Ostendorff bringt sich im Vorfeld des Bauerntags in Stellung

Friedrich Ostendorff (Bild: Ostendorff Twitter) Friedrich Ostendorff (Bild: Ostendorff Twitter)
Der grüne Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff liest in diesen Tagen wieder intensiv die Zeitungen und bringt seine Partei im Vorfeld des Bauerntages mit Stellungsnahmen in Position.

So forderte er am Montag als Reaktion auf die Aussagen von Marlene Mortler (CSU), die Prämien für Großbetriebe bei 100 000 Euro zu kappen und vollständig an kleine Höfe umzuverteilen. Das wäre mit der Agrarreform möglich gewesen, die Regierung habe dies jedoch verhindert.

Daher empfindet es Ostendorff als unglaubwürdig, dass ausgerechnet Marlene Mortler (CSU) jetzt vor dem anhaltenden Strukturwandel und dem Verlust kleiner Betriebe warnt. Mortler erklärte kürzlich, „Wer kleine Höfe will, muss auch etwas dafür tun“.

Nach Ansicht des Agrarsprechers der Grünen ignoriert Mortler, dass Agrarminister Christian Schmidt alle Möglichkeiten zur Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe und einer sinnvollen Marktpolitik gerade für Milchbetriebe ausgeschlagen habe. Die Verantwortung für den dramatischen Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe liege also bei der Regierung.
 
Ostendorff verweist hierzu nicht nur auf die Kappung der Prämien, sondern auch auf eine fehlende Regulierung des Milchmarktes. „Die fachlichen Entwürfe von Seiten der Verbände und der Wissenschaft haben im Ministerium nur Ignoranz und Schweigen hervorgerufen. Wenn Marlene Mortler nun bemerkt, dass insbesondere kleine Milcherzeuger, der Liberalisierung der Agrarmärkte schutzlos ausgeliefert sind, dann ist die Diskussion zur Situation auf dem Milchmarkt und möglichen Kriseninstrumenten zum Ende der Quote vor gerade mal zwei Monate anscheinend unbemerkt an ihr vorbeigegangen“, so der Politiker, der sich ein Aktionsprogramm für eine bäuerliche Landwirtschaft wünscht.

Ostendorff zum Zweiten: DBV muss Wagenburg verlassen

Gelesen hatte Ostendorff auch die Pressemeldung des DBV-Fachausschusses Milch zur Marktlage. Wie er am Wochenende mitteilte, begrüßt er eine sachliche Debatte ausdrücklich. „Das erfordert aber, dass die Funktionärsebene des DBV endlich ihre Wagenburg mit der Ernährungsindustrie verlässt und sich der Debatte mit allen gesellschaftlichen Gruppen – inklusive der Bauern selbst – stellt“, stellte der Politiker klar.
 
„Stimmung auf Kosten der Tierhaltung macht in erster Linie die Führungsebene des DBV. Die Debatte zwischen Bauern und Gesellschaft findet längst statt und das durchaus konstruktiv. Dass sollte endlich auch der Milchpräsident wahrnehmen.“ Der Erhalt der flächendeckende Milchviehhaltung in Deutschland ist laut Ostendorff wichtiger denn je, das Problem sei die Abwanderung der Kuh von der Weide, besonders in größeren Einheiten. Das sei genau die falsche Richtung. „Was wir brauchen ist Förderung der Weidehaltung, Weide- und Heumilchprogramme und am dringendsten eine Mengenrücknahme in Krisenzeiten zur Stabilisierung der Milchpreise“, so Ostendorff.

Ostendorff zum Dritten: Der Aktenberg droht zu kippen

Friedrich Ostendorff (Bild: Bundestag) Friedrich Ostendorff (Bild: Bundestag)
Und dann fand ja letzte Woche noch eine kontroverse Debatte zum Agrarbericht statt. Hier warnt Ostendorff davor, dass der Aktenberg der unbearbeiteten Probleme auf dem Schreibtisch von Minister Schmidt höher und höher wachse und nun zu kippen drohe.

„Der Minister muss aufpassen, dass er nicht das Gleichgewicht verliert und zwischen den Interessen der Münchener Staatskanzlei und Bauernverband pulverisiert wird. Darunter leidet schon das ganze Ministerium“, warnt der Grünen-Sprecher und verweist auf das umstrittene Gutachten zur Nutztierhaltung. Er kritisiert, dass sich im Agrarbericht dazu kein Wort findet.

In seinen Augen sitzt Schmidt die Probleme aus und ignoriere die gesellschaftliche Debatte. So verlangt Ostendorff etwa von dem CSU-Politiker, dem Lebensmittelhandel auf die Finger zu klopfen, damit dieser die fehlenden Gelder zur Initiative Tierwohl bereitstellt.

Zudem erwarten die Grünen für dieses Jahr sinkende Betriebsergebnisse aufgrund der abstürzenden Preise. „Die Situation vieler Milchviehbetriebe entwickelt sich seit dem Wegfall der Quote am 1.4. desaströs. Um die Situation der Milcherzeuger zu verbessern, sind ein effektives Krisenmanagement und die Regulierung des Marktes dringend notwendig, damit nicht weiterhin jedes Jahr vier Prozent der Betriebe aufgeben müssen.“
 
 
 

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10 Leserkommentare Kommentieren

  1. von paulr · 1.

    Herr O giebt sich wieder einmal als der große Retter der kleinen Betriebe. Gleichzietig versuchen grüne Länderminister die Anbindehaltung, samt den dazu gehörigen Betrieb, abzuschaffen. Währe natürlich ein Super Marktentlastungsprogramm.

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  2. von hollerbach · 2.
    Nun

    man muss dieses Herrn Ostendorff verzeihen er hat bei Putin eine Lehre gemacht

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  3. von Slowfoot · 3.
    http://www.taz.de/!5205847/

    bitte auch den ersten Kommentar (Agrarzahlungen Ostendorff) beachten!

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  4. von Ehrlich_ · 4.
    Schizophren,

    wenn sich ein Grüner um uns Bauern Sorgen macht. Ursache allen Übels ist diese Bande.

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  5. von paul-maier · 5.
    Minister Schmidt soll dem LEH auf die Finger klopfen,

    dass dieser endlich das fehlende Geld für die Initiative Tierwohl bereitstellt. Diese Aussage von Herrn Ostendorf zeigt seine totale Ignoranz gegenüber Fakten. Wenn das Märchen von der Bereitschaft der Kunden mehr Geld für Tierwohl ausgeben zu wollen wahr wäre, dann müsste Minister Schmidt niemand auf die Finger klopfen. So weit ist die grüne Umerziehung dieses Volkes noch nicht fortgeschritten, dass Verbraucher Tierwohlkriterien über den Preis stellen, zumal viele dazu gar nicht genügend verdienen. Aber für Herrn Ostendorf ist es wichtiger überhaupt etwas zu sagen um in die Presse zu kommen als nüchtern die Fakten zu analysieren. Bisher reichte das für ihn ja auch aus um als Grüner einen Parlamentssitz zu erringen und so dienen seine Beiträge zuerst dem Ziel seine Wiederwahl zu sichern.

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  6. von frada · 6.

    Wenn man unbedingt ins Fernsehen will kann man zu Inka Bause laufen um bei Bauer sucht Frau mitzumachen und sollte man da nicht genommen werden, macht es wie Ostendorf und wird Alibibauer bei den Grünen!

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  7. von Bauer-Berni · 7.
    Falscher Film

    Was kann denn denn der arme Schmidt dafür. Die Agrar-Politik-Macht liegt bei der EU. Deutsche Sonderwege vernichten unsere Landwirtschaft. Wir Landwirte können das produzieren was der Verbraucher kauft. Die Gesellschaft stimmt täglich mittels Kaufverhalten ab, welche Landwirtschaft denn nun gewünscht wird. Wir Landwirte haben die Aufgabe, genau das zu produzieren. Würde nur "Bio" nachgefragt, würden wir selbstredend "Bio" produzieren. Jetzt wird aber "billig" nachgefragt, also richten wir uns danach, ansonsten habe wir wirtschaftlich keine Chance. Übrigens, in einer hoch industrialisierten Gesellschaft mit sehr hohen Löhnen muss Arbeit durch Technik ersetzt werden. Wird technische Entwicklung verboten oder vorhandene technische Errungenschaften rückabgewickelt, dann verlagert sich die Agrar Produktion in Billig-Lohn-Länder. Sollten sich die Grünen mit ihren Ideen durchsetzen, dann wäre das nicht der Umbau der deutschen Landwirtschaft sondern das Ende.

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  8. von Erwin.Schneiderbauer · 8.
    Bei 90% seiner Aussagen hat Ostendorf recht!! Gesunder Menschenverstand ist gefragt.

    Und Bauerntag ist ja schon mal ein Hohn, wenn man eine Versammlung von Kasperln als Bauernversammlung bezeichnet............... Denn mehr als Marionetten sind auf diesem Event nicht anwesend, ist traurig, ist aber so............wäre lustig wenn die, die alle Fäden dieser Marionetten in der Hand haben auf diesem sogenannten Bauerntag wären, gäbe sicher ein lustiges Bild

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  9. von SteffenH · 9.
    Na so abwegig ist das von Herrn Ostendorff doch alles nicht !

    Meine Befürchtung ist allerdings ,das wir nicht mehr die 4% Betriebsaufgaben in der Milchviehhaltung halten können und auch auf 8-9% wie bei den Schweinehaltenden und Geflügelhaltenden Betrieben aufsteigen könnten ,wenn sich die Politik nur auf den Weltmarkt ausrichtet .Bei unseren hohen Standarts ,Auflagen,Lohnkosten,usw... brauchen wir andere politische Rahmenbedingungen .

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  10. von schlaumeier · 10.
    grüner Senf zum Bauerntag

    Herr O kann seine Behauptung in keinster Weise beweisen! Große Betrieb sind nicht weniger nachhaltig oder umweltschonender als kleinere Betriebe. Der 20 ha Gemüsebaubetrieb kann erfolgreicher sein als der 500 ha Ackerbaubetrieb auf Sandboden. Das Tiergutachten sagt ausdrücklich, dass es auf den Betriebsleiter ankommt und nicht auf die Größe. Ferner wollen die Deutschen maximal 20-30 % mehr ausgeben für Tierwohl, da sind ihre Biobetriebe bei Fleisch chancenlos, was man ja schon am heutigen Marktanteil von unter einem Prozent (wertmäßig!!!) mit bis zu fünfachen (500 %) höheren Preisen, trotz massiver Bioförderung sieht. Herr O Sie vertreten die Interessen der Reichen und Wohlhabenden Konsumenten auf Kosten der Gesamtbevölkerung und der Tiere, Sie und die Grünen werden in absehbarer Zeit entlarvt werden, da bin ich echt optimistisch, weil immer mehr vernünftigen Leuten die Galle überläuft!

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