EU unterstützt Projekt „Smartbees“ mit 6 Millionen Euro

Wege zur Vermeidung des Bienensterbens soll das Forschungsprojekt „Smartbees“ aufzeigen, das die Europäische Union mit 6 Mio Euro unterstützt.

Wie der Koordinator des Projekts, Prof. Kaspar Bienefeld, Leiter der Abteilung Zucht und Genetik am Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf, mitteilte, kooperieren hierbei Genetiker, Molekularbiologen, Parasitologen, Virologen, Immunologen, Kommunikationswissenschaftler, Mathematiker und Bienenspezialisten aus elf Ländern. Mit dem Projekt solle der aktuelle Stand der genetischen Vielfalt der Bienen in Europa analysiert und mit geeigneten Methoden verbessert werden. Zudem würden sich die Wissenschaftler mit der gefährlichen Dreiecksbeziehung Biene-Milbe-Viren beschäftigen und die Mechanismen ergründen, die dazu führten, dass im Zusammenspiel mit der Varroamilbe aus harmlosen Viren tödliche Viren würden, erläuterte Bienefeld.

Mit modernsten molekulargenetischen Methoden würden die Gründe der unterschiedlichen Widerstandskraft der Bienen geklärt. Die Unzufriedenheit der Imker mit den heimischen Bienenrassen sei der zentrale Grund für deren Austausch durch züchterisch verbesserte Rassen gewesen. Daher sollten Zuchtstrategien, die sich als sehr erfolgreich erwiesen hätten, für die bislang vernachlässigten Bienenrassen so modifiziert werden, dass diese Rassen an die Bedürfnisse der Imkerschaft angepasst würden. Damit könne deren Verdrängung gestoppt werden.

Daten aus dem Europäischen Referenzlabor für Bienenkrankheiten würden analysiert, um auch für möglicherweise in Zukunft auftretende Krankheitserreger gewappnet zu sein. Die Ergebnisse des Projekts würden für die Praxis aufbereitet und Lernmodule erstellt.

Wie Bienefeld feststellte, verursacht einerseits die Varroamilbe seit vielen Jahren hohe Verluste unter den europäischen Bienenvölkern. Andererseits komme es zu einer systematischen Verdrängung vieler dieser Bienenrassen durch zwei Rassen, die bereits seit einiger Zeit auf Leistung, ruhiges Verhalten und Krankheitsresistenz gezüchtet worden seien. Beides reduziere die genetische Vielfalt der Honigbienen in Europa und gefährde die nachhaltige, regional angepasste Bienenhaltung. Ziel des Projekts ist es laut Bienefeld, „nachhaltig die Gesundheit und die genetische Vielfalt der Bienen in Europa zu verbessern“.

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